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Stress und psychische Probleme Was Jugendlichen hilft, wenn alles zu viel wird

Was hilft Jugendlichen bei Stress oder psychischer Belastung? Viele Antworten fallen erstaunlich einfach aus. Und ihre Strategien helfen tatsächlich.

Wenn es stressig wird, geht Darina spazieren. Nic spielt Fussball. Und Leo streichelt seine Katze.

Fragt man 15- bis 17-Jährige, was ihnen bei Stress oder psychischer Belastung hilft, wirken viele Antworten fast banal. Doch genau solche kleinen Routinen helfen vielen offenbar, wenn Stress, Druck oder negative Gedanken zu viel werden.

Kopf lüften

Mila geht in die Natur, wenn sie gestresst ist. Emelie und Jaël schlafen. Layla lenkt sich mit Freundinnen und Freunden ab.

Viele junge Menschen seien gestresst durch Schule oder Ausbildung sowie den vielen Krisen in der Welt. «Es hilft, sich einen ruhigen Moment zu nehmen und bewusst eine Pause zu machen», sagt Olivier Reber, Mediensprecher von Pro Juventute.

Ruhe finden

Thomas hört Musik, wenn ihm alles zu viel wird. Lea schreibt ihre Gedanken in ihr Tagebuch. Annalena lenkt sich mit einem Buch ab.

Gerade solche einfachen Strategien können auch langfristig helfen, psychisch stabiler zu werden, sagt Reber von Pro Juventute. Denn sie seien problemlos in den Alltag zu integrieren. «Wenn Jugendliche herausfinden, was ihnen guttut, und daraus Routinen entwickeln, kann das einen wichtigen Ausgleich schaffen.»

Stress aktiv abbauen

Auch Sport nennen viele Jugendliche. Elia etwa baut Stress mit Sport ab, Lugano spielt Tennis.

«Körperliche Betätigung macht den Körper müde, beruhigt den Geist und reduziert Stress», erklärt Olivier Reber.

Kleine persönliche Routinen

Nicht immer braucht es grosse Lösungen. Leo hilft es manchmal schon, einfach seine Katze zu streicheln.

«Gerade in einer hektischen Welt helfen kleine Momente, in denen Jugendliche abschalten können», sagt der Pro-Juventute-Mediensprecher. Und manchmal reicht es eben schon, mit seinem Haustier zu kuscheln.

Tipps für Jugendliche und Eltern von der Pro Juventute

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Was Eltern tun können

Olivier Reber betont, dass sich Jugendliche in einer sehr besonderen und auch vulnerablen Phase befinden: «Sie suchen noch nach ihrer Identität und auch nach dem Platz in der Gesellschaft. Emotionale Hochs und Tiefs gehören dazu.» Jugendliche müssten spüren, dass sie auch in schwierigen Situationen ernst genommen werden.

  • Zuhören und Sorgen und Gefühle ernst nehmen
  • Regelmässig Gesprächsangebote machen
  • Zeigen, dass man auch in schwierigen Situationen da ist
  • Offenheit für alle Arten von Problemen zeigen, ohne Vorurteile
  • Bei Unsicherheit Hilfe holen, etwa bei Beratungsstellen wie der Elternberatung von Pro Juventute

Was Jugendlichen helfen kann

Laut Reber helfen oft gerade kleine Routinen dabei, mit Stress oder Druck umzugehen. Wichtig sei auch, dass man mit sich selber so unterstützend und verständnisvoll umgehe, wie man es mit einem Freund oder einer Freundin tun würde. Hier einige Tipps:

  • Auf seine Erholung achten (z. B. genügend schlafen)
  • Bewusst Pausen in den Alltag einbauen, auch Bildschirmpausen
  • Mit Freunden oder Familie sprechen
  • Sich bewegen oder Sport treiben
  • Dinge tun, die Freude machen oder beruhigen
  • Schwierige Gefühle nicht verdrängen, sondern benennen und einordnen
  • Wenn nötig, professionelle Hilfe holen, beispielsweise beim Beratungsangebot 147 von Pro Juventute

Welche Strategien helfen, ist individuell und je nach Situation verschieden. Laut Pro Juventute setzen sich junge Menschen heute aber bewusster damit auseinander, was ihnen guttut. Wichtig sei vor allem ein Ausgleich zwischen Bildschirmzeit, Bewegung, sozialen Kontakten und Hobbys, sagt Olivier Reber.

Bundesrat und Parteispitzen besprechen Psyche der Jugendlichen

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Person sitzt auf Sofa und streichelt eine Katze.
Legende: (Symbolbild/14.01.2025) imago images/Dmitrii Marchenko

Die psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz nimmt zu. Dies war das zentrale Thema der Von-Wattenwyl-Gespräche vom 8. Mai, an denen Bundespräsident Guy Parmelin, Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und Bundeskanzler Viktor Rossi mit den Spitzen der Bundesratsparteien teilnahmen.

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Mädchen unter 18 Jahren, deren Hospitalisierungen in psychiatrischen Kliniken sich zwischen 2012 und 2021 fast verdreifacht haben. Auch bei den Knaben gab es einen Anstieg. 70 Prozent der jungen IV-Neurentenbeziehenden (18 bis 24 Jahre) leiden an psychischen Erkrankungen. Die IV-Anmeldungen junger Menschen stiegen zwischen 2017 und 2024 um rund 30 Prozent.

Der Bundesrat sieht dringenden Handlungsbedarf. Er plant Massnahmen zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention, der Grundversorgung sowie im Bereich der IV. Angesichts des Fachkräftemangels sollen Wartezeiten für Abklärungen und Behandlungen verkürzt werden. Mit der IV-Integrationsreform will der Bundesrat zudem die Eingliederung in den Arbeitsmarkt weiter fördern.

SRF 4 News, 5.5.2026, 18 Uhr; herb

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