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Swissmedic unter Druck «Das Management hat massiv Geld verschwendet»

Die Heilmittelbehörde Swissmedic steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nun meldet sich die Gewerkschaft zu Wort.

Die Schweizer Zulassungs- und Kontrollbehörde für Heilmittel steht unter Druck. Swissmedic hat in den letzten Jahren rund 30 Millionen Franken in die Digitalisierung investiert. Erst kürzlich musste die Behörde 29 Vollzeitstellen abbauen.

Schild von Swissmedic vor Gebäude.
Legende: Swissmedic hat Millionenbeträge in die Digitalisierung gesteckt. Die Gewerkschaft Transfair wirft der Behörde vor, Geld verschwendet zu haben. KEYSTONE/Peter Schneider

Die Gewerkschaft Transfair macht das Management für die Misere verantwortlich. Greta Gysin, Präsidentin von Transfair, sagt: «Das Management hat im Rahmen eines IT-Projektes massiv Geld verschwendet.» Da der Bundesrat laut der Gewerkschaft auf den Wiederaufbau der Geldreserven von Swissmedic besteht und Swissmedic offensichtlich nicht damit gerechnet hat, «müssen Mitarbeiter entlassen werden, die nichts mit dem IT-Debakel zu tun haben», fügt Gysin hinzu.

Management weist Vorwürfe zurück

Philippe Girard, stellvertretender Direktor von Swissmedic, sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen den Entlassungen und dem Digitalisierungsprojekt. «Die Swissmedic produziert Sicherheit für Schweizer Patienten. Damit sie das langfristig auch tun kann, müssen wir sparen», erklärt Girard.

Wir sind sicher nicht so schnell vorwärtsgekommen, wie wir uns das vorgenommen haben.
Autor: Philippe Girard Stellvertretender Direktor Swissmedic

Insider zeichnen ein anderes Bild. Sie berichten anonym, dass das Management die gesamte IT-Lösung selbst entwickeln wollte, anstatt auf bestehende Software zu setzen. Dafür seien mehrere Dutzend IT-Fachkräfte beschäftigt worden. Die Resultate seien bis heute marginal.

Girard betont, dass Swissmedic viele wichtige digitale Grundlagen geschaffen und erneuert habe. Die Behörde habe zwar auch Software für die Marktüberwachung sowie für Inspektorate und Bewilligungen gebaut. Auf Nachfrage räumt er jedoch ein, man sei «sicher nicht so schnell vorwärtsgekommen, wie wir uns das vorgenommen haben» und müsse im IT-Bereich mit «neuem Elan weiterarbeiten».

Weitere Entlassungen befürchtet

Gewerkschafterin Gysin widerspricht der Darstellung des Managements. Das entspreche leider nicht dem Informationsstand, den man habe. Transfair sei mit rund 40 Mitarbeitenden im Gespräch: «Wir haben den starken Verdacht, dass es zu massiver Geldverschwendung gekommen ist und auch in Zukunft noch so bleibt.»

Transfair befürchtet weitere Entlassungen. Die Mitarbeitenden hätten Angst, denn die Finanzlage bei Swissmedic bleibe besorgniserregend. Demnächst wird die Eidgenössische Finanzkontrolle die Digitalisierung der Behörde genau untersuchen.

Tagesschau, 23.05.2026, 19:30 Uhr ; 

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