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Temperatursturz in der Schweiz Muss ich meine Frühlingsblumen und Kräuter jetzt abdecken?

Bisher war der Frühling in der Schweiz ungewöhnlich trocken und mild. Am Wochenende wird es jedoch kalt und die Schneefallgrenze sinkt bis ins Flachland. SRF-Meteorologe Jürg Ackermann beantwortet die wichtigsten Fragen zum Wetterumbruch am Wochenende.

Jürg Ackermann

SRF-Meteorologe

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Jürg Ackermann arbeitet seit Frühling 2019 bei SRF Meteo. Zuvor schloss er an der Universität Innsbruck das Masterstudium in Atmosphärenwissenschaften ab.

Warum kommt es am Samstag zum starken Temperatursturz?

Aus Nordwesten erreicht uns eine Kaltfront. Dadurch gehen die Temperaturen markant zurück. Sie liegen am Samstagnachmittag noch bei rund 5 Grad, was eher unterdurchschnittlichen Werten für die Jahreszeit entspricht. Allerdings begann der März sehr mild – die letzten Tage waren rund 4 bis 8 Grad wärmer als normal.

Müssen Frühlingsblumen und Kräuter geschützt werden?

Der Kälteeinbruch am Samstag ist nicht das grösste Problem für die Frühlingsblumen und Kräuter. Frost ist am Wochenende unterhalb von etwa 1000 Metern kaum ein Thema.

Gelbe Blumen mit Schneedecke im Gras.
Legende: Frühlingsblumen und Kräuter könnten zu Beginn der nächsten Woche Frost ausgesetzt sein. (Symbolbild 13.4.2011) Keystone/Arno Balzarini

In den Nächten der nächsten Woche sieht es hingegen kritischer aus, weil verbreitet Bodenfrost, zum Teil sogar Luftfrost droht. Dann sollten die Pflanzen abgedeckt oder ins Haus genommen werden.

Wird es am Wochenende glatt auf den Strassen?

Unterhalb von 500 bis 700 Metern setzt der nasse Schnee am Wochenende wahrscheinlich nur stellenweise an. Die Frühlingswärme ist noch in den Böden gespeichert. Oberhalb davon besteht im Laufe des Samstags und in der Nacht auf Sonntag Gefahr durch Schneeglätte.

Dort kann es in den Bergen stellenweise einen Meter Neuschnee hinlegen.

Zudem könnten exponierte Verkehrswege am Alpensüdhang, also von den Südwalliser Tälern bis ins Nordtessin, ab der Nacht auf Sonntag wegen Lawinengefahr gesperrt werden.

Wo gibt es am meisten Neuschnee?

Am meisten Neuschnee fällt vom Mattertal über die Simplon-Region bis ins Nordtessin. Dort kann es in den Bergen stellenweise einen Meter Neuschnee hinlegen. In den angrenzenden Gebieten von den Berner Alpen bis in die Zentralschweizer Alpen fällt rund ein halber Meter. Sonst kommen bis Sonntag in den Voralpen und Alpen oberhalb von etwa 1000 Metern 10 bis 40 Zentimeter zusammen, am wenigsten im Prättigau und im Unterengadin.

Meteo-Radar

Kommt der Schnee am Wochenende tatsächlich bis ins Flachland? Bleibt er dann auch liegen?

Besonders am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag sinkt die Schneefallgrenze in tiefe Lagen. So ist auch im Flachland nasser Schneefall möglich, der wahrscheinlich aber nur oberhalb von 500 bis 700 Metern ansetzen kann. Darunter sind die Böden vielerorts zu warm.

Können wir die Winterjacken nach diesem Kälteeinbruch dann endgültig verstauen?

Die Winterjacken sollten weiterhin griffbereit bleiben. Solche Kälteeinbrüche sind auch noch im April, vereinzelt sogar im Mai möglich. Sie gehören genauso zum Frühlingswetter wie die vergangene Wärmephase. In den Nächten und Morgenstunden sind warme Kleider auch schon nächste Woche von Vorteil. Tagsüber wird es jedoch wieder wärmer als am Wochenende.

SRF Meteo, 13.3.2026, 12:50 Uhr ; 

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