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Toggenburger Bergbahnen-Streit Erneuter Vermittlungsversuch für gemeinsames Skiticket scheitert

Im Obertoggenburg hoffen viele weiter auf ein gemeinsames Skiticket für beide Bergbahnen. An der Mitgliederversammlung von Toggenburg Tourismus scheitert jedoch der Antrag, einen neuen Vermittlungsversuch zu lancieren.

Am Dienstag kam Toggenburg Tourismus in Mosnang zur alljährlichen Mitgliederversammlung zusammen. Auf der Traktandenliste stand auch ein Thema, das viele Toggenburgerinnen und Toggenburger seit nahezu zehn Jahren umtreibt: der Bergbahnen‑Streit.

Dabei geht es um die seit Langem blockierte Zusammenarbeit zwischen den Skigebieten Wildhaus und Chäserrugg und damit auch um ein gemeinsames Skiticket. Darum stellte Mitglied Harald Jenny, der sich schon lange für eine Annäherung der beiden Bahnen einsetzt, einen Antrag.

Menschen in einem Konferenzraum, die einer Präsentation folgen.
Legende: Die Mitgliederversammlung von Toggenburg Tourismus: Bereits vor einem Jahr gab es eine Anregung für einen Vermittlungsversuch im Bergbahnen‑Streit. SRF/CHRISTIAN MASINA

Jenny forderte ein Projekt zur Verbesserung der skitouristischen Zusammenarbeit, inklusive gemeinsamem Skiticket und Wiedereröffnung der Verbindungspisten zwischen den beiden Skigebieten. Gegenüber SRF sagt Harald Jenny: «Wir wünschen uns sehnlichst, dass wir dieses wunderschöne Skigebiet auch richtig nutzen und von einem Skigebiet ins andere fahren können.»

Einsatz für ein gemeinsames Skiticket

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Personen bei einer Besprechung in einem Raum mit Fenstern.
Legende: An der Mitgliederversammlung fordert Harald Jenny mehr Zusammenarbeit der beiden Bergbahnen. SRF/CHRISTIAN MASINA

Harald Jenny ist Mitglied von Toggenburg Tourismus. Er engagiert sich als Privatperson und Vertreter einer Facebookgruppe für eine Wiederannäherung der beiden Bergbahnunternehmen im Obertoggenburg. Diese Bürgergruppe besteht seit über zehn Jahren.

Jenny trat wiederholt öffentlich auf, organisierte Informationsveranstaltungen und reichte Vorschläge ein, die auf eine erneute Zusammenarbeit zwischen der Bergbahnen Wildhaus AG und der Toggenburg Bergbahnen AG abzielen.

Im vergangenen Sommer sorgte er mit einer grösseren Gruppe für Aufsehen: Sie marschierte auf der ehemaligen Verbindungspiste vom Chäserrugg zur Gamsalp und präsentierten den beiden Bergbahnen drei Modelle für ein Kombi-Ticket.

Bereits an der letztjährigen Mitgliederversammlung von Toggenburg Tourismus wollte Harald Jenny erreichen, dass der Verein sich für die Wiedereröffnung der Verbindungspisten einsetzt. Weil der Antrag jedoch nicht fristgerecht verschickt wurde, kam es damals nicht zur Abstimmung.

Die Mitglieder lehnten Jennys Antrag mit einer deutlichen Mehrheit ab. Damit erhält der Verein keinen Auftrag, zwischen den Bergbahnen Wildhaus und den Toggenburg Bergbahnen zu vermitteln.

Menschen beim Wandern auf einem nebligen Bergweg.
Legende: Antragssteller Harald Jenny mit seiner Bürgergruppe im August 2025 auf Protestwanderung für ein vereintes Skigebiet. Keystone/GIAN EHRENZELLER

Bruno Fläcklin, seit einem Jahr Vereinspräsident von Toggenburg Tourismus, will sich auf Anfrage zu einem Vermittlungsversuch nicht konkret äussern. Eine solche Vermittlung liege allein bei der Bergbahnen Wildhaus AG und der Toggenburg Bergbahnen AG. Nach der deutlichen Ablehnung des Antrags signalisiert Toggenburg Tourismus, den Bergbahnen-Streit nicht weiter öffentlich zu thematisieren.

Von «Streit» könne zudem keine Rede sein, heisst es vom Vorstand und damit auch von Vertretern der Bahnen. «Ein Streit ist laut und kann handgreiflich sein», so Fläcklin. So sei es hier nicht. Im Hintergrund liefen Gespräche, sogenannte «Annäherungsversuche», auf die man vertraue.

Der Bruch

Der Konflikt zwischen der Bergbahnen Wildhaus AG und der Toggenburg Bergbahnen AG spitzte sich 2017 zu. Die Unternehmen verfolgten zunehmend unterschiedliche strategische Ziele: Die Toggenburg Bergbahnen AG setzten nach dem Bauprojekt auf dem Chäserrugg stärker auf Qualität statt Masse, während die Bergbahnen Wildhaus AG weiterhin ein preislich moderates, familienfreundliches Skigebiet bleiben wollten.

2019 kam es zum Bruch: Das gemeinsame Skiticket wurde beendet und im Folgejahr wurden die Verbindungspisten nicht mehr präpariert. Damit war die Zusammenarbeit faktisch vorbei und die Distanz zwischen den beiden Bahnen bis heute spürbar.

Die Vermittlungsversuche

Alle Vermittlungsversuche sind gescheitert. Ab 2016 versuchten Gemeinden, die beiden Bergbahnen zu einem Austausch zu bewegen. Auch der Kanton St. Gallen führte später informelle Gespräche, wollte aber nicht offiziell eingreifen. Selbst das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) schaltete sich ein – ohne Erfolg.

Die Unternehmen selbst kommunizierten lediglich auf technischer Ebene. Ein echter Dialog kam nie zustande, und die Positionen blieben über all die Jahre hinweg scheinbar unverändert.

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Regionaljournal Ostschweiz, 9.6.2026, 17:30 Uhr ; 

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