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Traum vom Fliegen Das Deltasegeln: früher Flattergerüste, heute Hightech-Gleiter

Der älteste Deltasegel-Club der Schweiz feiert sein 50-Jähriges. Seit der Gründung hat sich der Sport stark entwickelt.

Am Pfingstwochenende gab es auf dem Haldigrat im Kanton Nidwalden Seltenes zu sehen. Deltasegler stiessen sich mit ihren Gleitern zu Dutzenden in die Luft und kreisten über der Zentralschweiz. Sie waren Teil der Jubiläumsfeier des Delta-Clubs Stans, der zu seinem 50-jährigen Bestehen eine Meisterschaft veranstaltete.

Nur noch wenige Deltasegler

«Wir sind der grösste und älteste reine Delta-Club der Schweiz», sagt Präsident Nik Locher stolz. Mit der Meisterschaft habe man der Szene etwas zurückgeben wollen. Rund 70 Piloten aus der Schweiz und den Nachbarländern waren dem Ruf gefolgt und nach Nidwalden gekommen.

Deltaflieger bereiten sich auf einem Berg vor, mit Hütte im Hintergrund.
Legende: Die Deltaflieger-Szene versammelte sich am Pfingstwochenende beim Bergrestaurant Haldigrat. Von da aus stürzten sich rund 70 Piloten mit ihren Gleitern in die Tiefe. SRF

Sie sind Teil einer mittlerweile eingeschworenen Gemeinschaft, denn das Deltasegeln ist einiges weniger beliebt als das Gleitschirmfliegen. Während es etwa 20'000 Gleitschirmpilotinnen und -piloten in der Schweiz gibt, entscheiden sich nur noch rund 1500 für den Deltagleiter.

Zwei Männer stehen neben einem Deltasegleauf einer Wiese, mit Bergen im Hintergrund.
Legende: Nik Locher (rechts), der Präsident des Delta-Clubs Stans, führt dem SRF-Journalisten einen alten Deltagleiter vor. SRF

Das habe mit dem Gewicht zu tun, erklärt Nik Locher. «Ein Gleitschirm wiegt etwa 15 Kilogramm, ein Deltagleiter ist mehr als doppelt so schwer. Mit der gesamten Ausrüstung kommt man sogar auf rund 50 Kilogramm.» Das schwere Gepäck sei auch der Hauptgrund, weshalb es nur ganz wenige Frauen gebe, die den Sport ausüben.

Hängegleiter über bewaldeten Bergen fliegend.
Legende: Deltagleiter – auch Hängegleiter genannt – sind einiges schwerer als Gleitschirme. SRF

Wer sich nicht zu schade zum Schleppen ist, werde mit einem unglaublichen Gefühl belohnt. «Das Gleiten ist beim Delta einiges besser als beim Gleitschirm», so Locher. «Die Freiheit, die ich beim Fliegen spüre, fasziniert mich. Es herrscht eine Ruhe, die beinahe meditativ ist.»

Bekannter Todesfall

Wer früher diesem Gefühl nachjagte, ging ein deutlich höheres Risiko ein als heute. Vor 50 Jahren, in der Anfangszeit des Clubs, seien die Gleiter gefährlicher gewesen. «Das waren experimentelle Konstruktionen und Eigenbaugeräte», sagt der Clubpräsident.

Person beim Deltasegeln vor bewaldeter Kulisse.
Legende: Früher waren Deltasegler weniger aerodynamisch konstruiert und kamen eher ins Flattern als heute. Auch trugen die Piloten noch keinen Notfallfallschirm, der heute zur Ausrüstung gehört. (Archivaufnahme aus dem Jahr 1974.) SRF Archiv

Es kam auch öfters als heute zu tödlichen Unfällen. Bekanntestes Beispiel ist der Schweizer Skirennfahrer und Olympiasieger Roger Staub, der Gefallen am Deltafliegen fand. Im Jahr 1974 stürzte dieser mit einem aus den USA importierten Gleiter rund 150 Meter in die Tiefe und war auf der Stelle tot.

Professionelle Gleiter

Seither seien die Gleiter einiges sicherer geworden, versichert Nik Locher. «Heute sind das professionelle Geräte von professionellen Firmen aus professionellem Material.» Ausserdem habe sich die Aerodynamik entscheidend verbessert. Moderne Deltas kommen nicht mehr so leicht ins Flattern.

Mann beim Deltasegeln auf grüner Wiese.
Legende: Der Skirennfahrer Roger Staub gewann 1960 Olympiagold im Riesenslalom. Später wurde er zum begeisterten Deltapiloten. Während eines Flugs verunglückte Staub – einen Tag vor seinem 38. Geburtstag – tödlich. SRF Archiv

All das habe dazu geführt, dass Versicherungen das Deltasegeln nicht mehr als Hochrisikosport ansehen.

Tagesschau, 23.5.2026, 19:30 Uhr ; 

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