Gibt es Alternativen zur Bewässerung mit Leitungswasser? Für Stéphane Constantin von der Gärtnerei Constantin in Martigny VS ist die Gartengestaltung entscheidend. Bereits im Vorfeld sollten ein Bewässerungssystem integriert und Pflanzenarten ausgewählt werden, die trockenheits- und windresistent sind. Es gebe auch Rasensamen, die widerstandsfähiger sind als etwa ein Zierrasen. Diese Entscheidungen reduzieren den Pflege- und Bewässerungsaufwand. Am besten sei es, im eigenen Garten ein Regenwassersammelsystem zu haben. Mit Zisternen von 1500 bis 2000 Litern lässt sich ein Garten mehrere Wochen lang bewässern.
Bäume, Sträucher, Gemüse, Rasen – welche Pflanzen haben Vorrang? Bei starken Einschränkungen «muss man sich auf das Wesentliche beschränken und die Vegetation retten», erklärt Gärtner Constantin weiter. Vorrang müssten Bäume und Sträucher haben, insbesondere junge Bäume, die jünger als drei bis fünf Jahre sind. Denn diese seien am teuersten zu ersetzen. Danach folgten die Topfpflanzen, die sehr schnell austrocknen. Dann kommen Stauden, Rosen und Blumen. Es sei wichtig, verwelkte Blüten zu entfernen, damit sich die Pflanze auf ihr Überleben konzentrieren kann. Auch wenn manche der Pflanzen nicht mehr gut aussehen, könnten sie sich noch erholen. Der Gemüsegarten wiederum ist in der Regel der empfindlichste Bereich, auch wenn das Giessen dort oft weiterhin erlaubt ist. Man sollte sich dort auf die Pflanzen konzentrieren, die noch Ertrag bringen, und Obst und Gemüse schnell ernten, um den Pflanzen die Belastung zu ersparen. Der Rasen hat die geringste Priorität. Selbst wenn er vergilbt ist, ist er nicht abgestorben: Er geht in eine Ruhephase über und wird mit dem Regen wieder grün.
Wie lassen sich Verluste reduzieren? Zunächst einmal sollte der Boden einen hohen Gehalt an organischen Stoffen aufweisen. «Ein lebendiger Boden ist widerstandsfähig, und so steht das Wasser für alle leichter zur Verfügung», erklärt Alexandre Monod von der Hochschule für Landschaftsgestaltung, Ingenieurwesen und Architektur in Genf (Hepia). Böden, die arm an organischen Stoffen sind, sind kompakter, weniger durchlüftet und porös und lassen das Wasser weniger gut versickern und verwerten. Wenn eine Notfallbewässerung erlaubt ist, sei es besser, tief zu giessen als oft, aber nur oberflächlich. Das rege die Wurzeln dazu an, noch tiefer zu wachsen. «Das ist besser als eine Tropfbewässerung von wenigen Minuten pro Tag.» Es sei weiter auch wichtig, abends und punktuell zu giessen. Ein weiterer Tipp ist die Streuung von Holzspänen, Laub oder Stroh um den Baumfuss. Das helfe, die Feuchtigkeit zu bewahren – und reduziere die Verdunstung aus dem Boden erheblich. Der Rasen sollte nicht gemäht werden. Denn so schützt er den Boden vor Austrocknung.
Welche Pflanzen halten Hitze am besten aus? Am besten ist es, Gartenpflanzen sorgfältig auszuwählen. Manche Arten sind weniger hitzeempfindlich als andere. Dies gilt für mediterrane Pflanzen wie etwa Rosmarin, Lavendel, Salbei und Thymian. Achillea, Gaura, Nepeta, Malve und Echinacea sind ebenfalls Stauden, die Hitze gut vertragen. Auch Ulmen und Steineichen halten die Hitze gut aus.