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Turbulente Versammlung Machtkampf um Kunsthaus Zug: Präsidentin muss Posten räumen

Die Generalversammlung der Kunstgesellschaft Zug geriet zum unrühmlichen Spektakel. Nun soll im Verein Ruhe einkehren.

Die Stimmung ist bereits vor der Generalversammlung der Kunstgesellschaft Zug, welche das Kunsthaus Zug betreibt, äusserst angespannt. Was sich dann aber zu Beginn der Versammlung abspielt, damit hat wohl niemand unter den Teilnehmenden gerechnet.

Die Präsidentin der Kunstgesellschaft Zug, Silvia Graemiger, ergreift das Wort im Saal. Gleichzeitig fängt auch ein Vorstandsmitglied auf der Bühne an, zu reden. Beide sprechen minutenlang gleichzeitig zu den Anwesenden – kaum ein Wort ist zu verstehen.

Erste Zwischenrufe folgen aus dem Saal, man solle aufhören, das Ganze sei peinlich. Die Versammlung bestimmt nach einigen Diskussionen schliesslich, dass ein externer Jurist den Abend leiten soll.

Grosse Differenzen innerhalb des Vorstandes

Ein turbulenter Auftakt also. Die Generalversammlung wurde bereits im Vorfeld mit Spannung erwartet. Der Vorstand der Kunstgesellschaft Zug war nämlich in zwei unversöhnliche Lager gespalten. Die Präsidentin und ein Mitstreiter standen den anderen fünf Vorstandsmitgliedern in unüberbrückbaren Differenzen gegenüber. Beide Seiten hatten je eine Einladung zur GV mit unterschiedlichen Traktanden verschickt.

Die Bedeutung des Kunsthauses Zug

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Luftaufnahme von Gebäuden mit roten Dächern und einem runden Turm.
Legende: Das Kunsthaus Zug ist seit 1990 in einem historischen Gebäude am Rand der Zuger Altstadt einquartiert. SRF

Im Kunsthaus Zug sind regionale, nationale und internationale Werke zu sehen. Das Kunsthaus hat sich als Zentrum im Bereich der Wiener Moderne etabliert. Es beherbergt die bedeutendste Sammlung der Wiener Moderne ausserhalb von Österreich in Europa.

Pro Jahr besuchen rund 5000 Personen das Kunsthaus Zug. Die Sammlung hat einen Wert von mehreren 100 Millionen Franken.

Die Zukunft des Hauses beschäftigt die Zuger Kulturszene und Politik schon länger. Für das Kunsthaus ist ein Neubau geplant. Die Realisierung lässt aber bereits mehrere Jahre auf sich warten.

Bei der Kunstgesellschaft Zug rumort es schon länger gewaltig. Im Jahr 2025 wurde der langjährige Direktor Matthias Haldemann freigestellt. Der Vorstand begründete dies damals mit Differenzen zwischen Direktion, Personal sowie den Gremien des Hauses. Der Präsident der Kunstgesellschaft stellte sein Amt zur Verfügung, Silvia Graemiger übernahm.

Frau mit blonder Frisur spricht in einem modernen Raum.
Legende: Silvia Graemiger ist nicht mehr länger Präsidentin der Kunstgesellschaft Zug. SRF/Archiv

Dieses Amt hat sie nun nach einem Jahr nicht mehr inne. Sie wurde an der denkwürdigen Generalversammlung von einer grossen Mehrheit abgewählt. Während der Versammlung wurde Kritik an ihr laut. Es war von Alleingängen die Rede und von mangelnder Teamfähigkeit. Das Vertrauen sei nicht mehr gegeben.

Neuer Präsident will Ruhe ins Kunsthaus bringen

Als neuer Präsident wurde an der Generalversammlung Peter Frigo gewählt. Der 84-Jährige ist als ehemaliger Kantonsrat und FDP-Präsident eine bekannte Persönlichkeit in Zug. Er wolle jetzt Ruhe ins Kunsthaus bringen: «Wir müssen im Vorstand wieder am gleichen Strick ziehen», sagte er nach der Versammlung gegenüber SRF.

Älterer Mann mit Brille und Anzug draussen in der Dämmerung.
Legende: Der ehemalige Zuger Kantonsrat Peter Frigo ist als neuer Präsident gewählt worden. SRF

Nebst dem Präsidenten wurden noch drei weitere neue Vorstandsmitglieder gewählt. Auch der Zuger Stadtpräsident André Wicki ist deshalb zuversichtlich, dass wieder Ruhe einkehrt: «Ich bin beruhigt und schaue positiv in die Zukunft des Hauses», so Wicki.

Silvia Graemiger wollte sich nach der Versammlung nicht mehr äussern. Im Saal betonte sie jedoch am Schluss der Versammlung: Es sei auch in ihrem Interesse, dass es jetzt wieder mehr um die Kunst gehe – dass also die Kunst wieder in den Vordergrund rücke.

Regionaljournal Zentralschweiz, 11.6.2026, 6.31 Uhr ; 

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