Ueli Maurer: «Wir wollen keine fremden Richter»

Verunglimpft und erpresst im Herzen Europas. Für Bundespräsident Ueli Maurer ist klar, die Schweiz ist unter Druck. Das Rezept dagegen: die zentralen schweizerischen Werte, wie er in seiner 1.-August-Ansprache sagt.

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1.-August-Ansprache von Bundespräsident Ueli Maurer

3:42 min, vom 1.8.2013

«Die Grossen erteilen uns Befehle. Dieser Rückfall in die Machtpolitik gibt mir zu denken», sagt Ueli Maurer in seiner Ansprache. Für den Bundespräsidenten ist klar: Internationale Organisationen und grosse Staaten setzen auf Macht statt Recht. Die Souveränität kleiner Länder werde verletzt. «Dies bekommt auch die Schweiz zu spüren. Wir werden verunglimpft und erpresst.»

«Umso wichtiger ist deshalb, dass das Schweizer Volk zusammensteht und an seinen zentralen Werten festhält», so der SVP-Bundesrat. Viele sähen angesichts von Macht und Grösse nur eine Möglichkeit: nachzugeben und sich anzupassen. Doch für Maurer ist klar: «Dem Druck nachgeben, ist nicht der richtige Weg.»

«Wir dürfen stolz sein»

«Je mehr wir Zugeständnisse machen, desto höher werden die Forderungen sein», warnt der Bundespräsident. Und: Der Druck auf die Schweiz werde das Land in absehbarer Zukunft noch stark beschäftigen.

Doch wie damit umgehen? «Es ist an uns zu entscheiden, wie es mit der Schweiz weitergeht», betont Maurer. Ob er den damit auch den Druck auf den Schweizer Finanzplatz meinte, liess er allerdings offen.

In seiner 1.-August-Ansprache setzt der Bundespräsident auf die Werte und Grundsätze der Schweiz. «Freiheit und Unabhängigkeit haben unser Land zu dem gemacht, was es heute ist». Weil unsere Vorfahren frei werden wollten, hätten sie die Schweiz gegründet. Und weil sie frei bleiben wollten, hätten sich die Generationen vor uns immer wieder aufs Neue für dieses Land eingesetzt.

«Wir dürfen stolz sein darauf, eine freiheitliche Ordnung zu haben. Diese gibt der Schweizer Bevölkerung einmalig viele Rechte», erinnerte Maurer. Das Volk bestimme in allen wichtigen Fragen und gebe sich seine Rechte selbst. Dies gehöre zum Wesenskern der Schweiz.

Rede vom Mittelpunkt der Schweiz

Der SVP-Bundesrat rief in Erinnerung: «Schon im Bundesbrief steht: Wir wollen keine fremden Richter. Mit diesem Grundsatz sind wir bis jetzt gut gefahren.» So sei der Erfolg der Schweizer Wirtschaft nur dank dieser freiheitlichen Ordnung möglich.

Für Maurer ist klar: «Die Schweiz ist offensichtlich ein Sonderfall in Sachen Freiheit und Wohlstand.» Auch wenn die Schweiz unter Druck stehe, sei er optimistisch für die Zukunft. Allerdings müsse man sich im Klaren sein, «dass die Werte der Schweiz nicht verhandelbar sind. Und dass wir unsere Freiheit und Unabhängigkeit niemals aufgeben werden.»

Worte an einem symbolträchtigen Ort. Der Bundespräsident hielt seine 1.-August-Ansprache auf der Älggialp. Sie liegt bei Sachseln im Kanton Obwalden. 1650 Meter über Meer, genau am geografischen Mittelpunkt der Schweiz.

Videos zum 1. August

    • Redemarathon

      Neun Reden in neun Gemeinden: Der Bundespräsident hatte rund um den 1. August ein straffes Programm.

      2:16 min, aus Tagesschau vom 1.8.2013

    • Schneider-Ammann auf dem Rütli

      Auch der Wirtschaftsminister war am Nationalfeiertag unterwegs: Er war Gast an 1. August-Feier auf dem Rütli. Im Beisein von Fussballern und Fans propagierte Schneider-Ammann in seiner Rede den Teamgeist.

      2:14 min, aus Tagesschau vom 1.8.2013