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Umstrittener Fragebogen Angehende Lehrer müssen keine intimen Details mehr bekannt geben

Um Lehrerin werden zu können, haben Studierende ihr Gewicht angeben oder Auskunft darüber geben müssen, ob sie schon mal Suchtprobleme hatten. Der umstrittene Fragebogen der Pädagogischen Hochschule Zürich wird nach Kritik entschärft.

Gewicht, Suchtprobleme oder psychiatrische Behandlungen: Wer sich an der Pädagogischen Hochschule in Zürich (PHZ) zur Lehrerin oder zum Lehrer ausbilden lassen will, hat bis jetzt recht intime Fragen beantworten müssen. Dies stiess schon vor zehn Jahren auf Kritik.

Die «NZZ» schrieb von einem «Striptease für die Lehrerkarriere». Vor dem Studium mussten Studierende ihren Strafregisterauszug vorweisen oder Fragen beantworten wie: «Waren Sie schon mal in psychiatrischer Behandlung?» oder «Welche Medikamente wurden verschrieben?»

Body-Mass-Index als Schikane?

Die Pädagogische Hochschule sei gesetzlich dazu verpflichtet, solche Fragen vor der Ausbildung zu klären, begründet Prorektorin Silja Rüedi den Fragebogen. «Wir möchten sicherstellen, dass Personen, die den Lehrberuf ergreifen wollen, wirklich geeignet sind.» Nur so könne auch die psychische und physische Sicherheit der Schülerinnen und Schüler gewährleistet werden.

Es ist uns egal, wie jemand daherkommt.
Autor: Silja Rüedi Prorektorin der Pädagogischen Hochschule Zürich

Darum habe die PHZ auch nach Grösse und Gewicht der Bewerbenden gefragt. Über den Body-Mass-Index könne berechnet werden, ob jemand über- oder untergewichtig sei, so Silja Rüedi weiter. Es gehe nicht um Äusserlichkeiten.

Es sei ihnen egal, wie jemand daherkomme. Aber: «Eine starke Abweichung des Body-Mass-Index, wenn jemand sehr untergewichtig ist, dann kann das ein Hinweis auf eine psychische Störung sein.» Und das wäre wiederum schwierig für die Schülerinnen und Schüler.

Trotzdem haben sich Bewerberinnen und Bewerber gerade an dieser Frage gestört und von einer Schikane gesprochen. Die SP zweifelte in einem Vorstoss die Relevanz des Body-Mass-Index für den Lehrerberuf an. In ihrer Antwort hat die Zürcher Regierung zwar den Fragebogen verteidigt. Trotzdem hat die Pädagogische Hochschule Zürich jetzt reagiert und die Fragen zum Body-Mass-Index gestrichen.

Person auf einer mechanischen Waage stehend.
Legende: Die PHZ verlangte Angaben zu Grösse und Gewicht, um psychische Probleme bei Lehrern auszuschliessen. Keystone/Armin Weigel

Die Sensibilität bei solchen Themen habe in den letzten Jahren zugenommen, sagt Silja Rüedi von der PHZ auf Anfrage von SRF. Es sei verständlich, dass dies eine Frage sei, die gewissen Menschen zu nahe gehen könne. «Das haben wir sehr ernst genommen.» Und sie hätten geschaut, ob es andere Möglichkeiten gebe, um die Funktion dieser Fragen zu erfüllen.

Fragebogen zusammengestrichen

Fokussiert wird nun vielmehr auf Kommunikationsfähigkeiten, psychische Gesundheit und neurologische Krankheiten. Und der Fragebogen wurde zusammengekürzt: von vier auf zweieinhalb Seiten.

Der angepasste Fragebogen wird erstmals für angehende Lehrpersonen eingesetzt, die im Herbst 2027 ihr Studium beginnen. Der «Striptease» zur Gesundheit der angehenden Lehrerinnen und Lehrer geht dann also etwas weniger weit.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 1.6.2026, 6:31 Uhr ; 

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