Die Berner Altstadt ist es, der Stiftsbezirk in St. Gallen auch – und die Zürcher Langstrasse soll es werden: Unesco-Weltkulturerbe. Es ist die Idee von Elena Nierlich, der Betreiberin der Olé-Olé-Bar an der Langstrasse. Die Partymeile soll sich in die Liste der Natur- und Kulturgüter von aussergewöhnlichem universellem Wert einreihen.
Die Langstrasse sei der kulturelle Schmelztiegel Zürichs und stehe für eine andere Schweiz – abseits von Bergen, Banken und Schoggi: «Wer einmal morgens um vier am Strassenrand mit einem Döner in der Hand mit einem Taxifahrer philosophiert hat, weiss, dass es dieses Erlebnis so nur einmal auf der Welt gibt», lässt sich Elena Nierlich in einer Medienmitteilung zitieren.
Bars und Clubs sammeln Unterschriften
Doch die Initiantin kann die Langstrasse nicht selbst als Unesco-Kandidatin vorschlagen; dies muss die Stadt Zürich übernehmen.
Deshalb sammelt sie derzeit Unterschriften für eine Petition – und zwar nicht alleine: Neben der Olé-Olé-Bar liegen die Unterschriftenbögen in zwölf weiteren Bars, Clubs und Restaurants auf.
Laut Medienmitteilung haben bereits Prominente wie der Schriftsteller Martin Suter, Künstlerin Lara Stoll und Rapper Skor die Petition unterschrieben. Sollte die Stadt Zürich die Langstrasse tatsächlich als offizielle Kandidatin für den Titel nominieren, würde die Unesco in einem jahrelangen Verfahren prüfen, ob die Kriterien erfüllt sind.
St. Pauli hat Pläne aufgegeben
Die Zürcher Langstrasse ist nicht die erste Ausgehmeile, die solche Pläne hegt. Im Hamburger Stadtviertel St. Pauli wurden ebenfalls Unterschriften gesammelt. Schliesslich haben die Initianten die Pläne aber wieder aufgegeben, weil sie Übertourismus befürchteten. Heute bezeichnet sich St. Pauli als «inoffizielles immaterielles Kulturerbe».