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US-Zölle ETH: Neue Zollrunde löst keinen Wirtschaftsschock aus

  • Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat zu den US-Zöllen Stellung genommen.
  • Sie schreibt, die neue Zollrunde werde wohl keine neue gesamtwirtschaftliche Schockwirkung entfalten.
  • Problematisch sei aber die anhaltende Unsicherheit, die ebenfalls zu Mehrkosten führe.

Welcher Zollsatz soll es denn nun sein? Diese Frage stellen sich zahlreiche Länder, nach den neusten Zoll-Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump. Auch in der Schweiz herrscht erneut Unsicherheit darüber, welche Zölle für welche Branchen und Produkte künftig gelten werden.

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat sich mit der Frage beschäftigt und schreibt in einer Mitteilung, dass nach derzeitigen Informationen der angekündigte Satz von 15 Prozent als Gesamtzoll inklusive des durchschnittlichen Meistbegünstigungszolls von rund 5 Prozent zu verstehen ist. Eine Addierung dieser beiden Zollsätze sei indes nicht ausgeschlossen, führt die KOF aus.

Kuppelgebäude mit goldener Statue im Vordergrund.
Legende: Die Konjunkturforschungsstelle meint, ein Handelsabkommen könne zur Reduktion von Unsicherheitskosten beitragen. Keystone/CLAUDIO THOMA

Da die Ausnahmen – insbesondere für die Pharmaindustrie – weiterhin gelten sollen, dürfte sich die Zollbelastung laut KOF insgesamt in ähnlichen Grenzen bewegen wie bisher. Veränderungen des durchschnittlichen Zollsatzes für Industrieprodukte um einige Prozentpunkte seien derweil möglich.

Unter diesen Umständen ergebe sich kurzfristig kein sprunghafter Kostenschock für die grosse Mehrheit der exportierenden Unternehmen. Die gesamtwirtschaftlichen Effekte dürften insgesamt klein bleiben.

Anhaltende Unsicherheit

Problematisch aber, so die KOF, sei die anhaltende Unsicherheit, die ebenfalls zu Mehrkosten führe. Unsicherheit verlangsame das Wachstum, beispielsweise weil Investitionen verschoben würden, sagt die Forschungsstelle der ETH. Zudem entstünden durch die dauernde Änderung der Rahmenbedingungen administrative oder organisatorische Kosten.

«Eine Fortführung der Verhandlungen mit dem Ziel, ein Handelsabkommen zu erreichen, kann deshalb zur Reduktion von Unsicherheitskosten beitragen», schreibt die KOF in einem Fazit.

US-Präsident Trump hat am Samstag neue weltweite Zölle in der Höhe von 15 Prozent angekündigt. Dies, nachdem das oberste US-Gericht einen Teil von seinen Zöllen für rechtswidrig erklärt hatte.

US-Zölle und ihre Auswirkungen

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Seit Anfang August gelten weltweit die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle. Nun hat der Supreme Court in den USA den Entscheid gekippt. Hier lesen Sie alles Wissenswerte über die Auswirkungen der US-Zollpolitik.

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SRF 4 News, 23.02.2026, 5 Uhr ; 

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