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Verunreinigte Böden PFAS-Belastungen könnten Kredite für Bauern verunmöglichen

Bei Kreditvergaben wird in einigen Kantonen neu ein negativer PFAS-Nachweis verlangt. Andernfalls können Bauern leer ausgehen.

Aktuell läuft beim Bund die Vernehmlassung zu verschiedenen PFAS-Regelungen für die Landwirtschaft. Was auf die betroffenen Bäuerinnen und Bauern zukommt und welche Unterstützung sie erhalten, ist noch offen.

Das plant der Bund

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Zwei Männer in einem Gespräch vor einer Tafel mit Text im Hintergrund.
Legende: Keystone / Peter Klaunzer

PFAS-belastete Betriebe sollen mehr Zeit für eine Produktionsumstellung erhalten und in Härtefällen finanziell unterstützt werden.

Parallel dazu hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine Weisung erlassen, um den einheitlichen Vollzug bei PFAS-Werten durchzusetzen.

Die Vernehmlassung läuft bis Mitte September.

(Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen)

Trotzdem haben PFAS-verunreinigte Böden und Produkte schon heute konkrete finanzielle Auswirkungen.

Wer bei landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften um ein Darlehen ersucht, muss möglicherweise einen negativen PFAS-Nachweis vorlegen. Dies gilt unter anderem für die Kantone Thurgau und Appenzell Ausserrhoden. Auch im Kanton St. Gallen soll dies bald der Fall sein.

Luftaufnahme von Kühen in einem Melkstand.
Legende: Grosse Investitionen wie ein neuer Stall kosten den Landwirtschaftsbetrieb viel Geld. Keystone / Gaetan Bally

Im Kanton Thurgau gilt die neue Regel vor allem für Bauprojekte in der Rinderhaltung. Dazu gehören Stallbauten, Silos oder Hofdüngeranlagen. Nicht betroffen sind Ställe für Schweine und Geflügel.

Planungssicherheit gewünscht

Die Rinderhaltung steht bei der Kreditvergabe besonders im Fokus, weil Rinder über Gras, Heu oder auch Trinkwasser PFAS aufnehmen können. Schweizweite Untersuchungen haben gezeigt, dass die PFAS-Belastung in Rindfleisch deutlich höher ist als bei Schweine- oder Geflügelfleisch.

Eine Investition wäre fatal, wenn die wirtschaftliche Existenz des Landwirts gefährdet ist.
Autor: Ines Rebentrost Fachperson PFAS Landwirtschaftliches Zentrum Arenenberg

Die Geldgeber wollen Sicherheit. Einen Stall zu bauen, der dann wegen der PFAS-Belastung nicht genutzt werden kann, das wollen sie vermeiden. «Ziel ist es, dass Investitionen in Infrastruktur nur dann erfolgen, wenn sie auch wie geplant genutzt werden kann», erklärt Ines Rebentrost das Vorgehen.

Rebentrost ist Fachperson PFAS beim Landwirtschaftlichen Zentrum Arenenberg im Thurgau und Anlaufstelle für Landwirtinnen und Landwirte. «Eine Investition wäre fatal, wenn die wirtschaftliche Existenz des Landwirts gefährdet ist.»

PFAS-Belastung senken ist schwierig

Ist die PFAS-Belastung zu hoch, heisst das nicht automatisch, dass es keinen Kredit gibt. Zusammen mit dem Betrieb werde untersucht, was die Ursachen sind und wie die Belastung reduziert werden könnte.

Die landwirtschaftlichen Kreditstellen

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Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb zum Beispiel einen neuen Stall bauen möchte, kann er für das Bauprojekt einen Kredit bei der zuständigen landwirtschaftlichen Kreditstelle beantragen. Diese Kredite sind normalerweise mit sehr tiefen Zinsen belegt oder kommen manchmal sogar ganz ohne aus.

Diese Kreditstellen sind kantonal, weshalb auch die Vorgaben für die Kreditgesuche von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind.

Der Ausserrhoder Bauernverbandspräsident Beat Brunner relativiert. Es sei nicht so einfach, die Belastung durch PFAS zu senken: «In der Praxis ist das, je nach Betroffenheit, fast unmöglich und braucht vor allem sehr viel Zeit.»

Mann in schwarzer Jacke in einer Scheune mit Kühen im Hintergrund.
Legende: Bauernverbandspräsident Beat Brunner wünscht sich mehr Klarheit für betroffene Bauern. SRF

Einen neuen Stall zu bauen oder einen Bauernhof zu übernehmen, sei ein Entscheid für kommende Jahrzehnte, sagt Brunner weiter. Stand heute sei aber offen, ob ein betroffener Betrieb überhaupt weiter wirtschaften könne. Was fehle, sei die Planungssicherheit. «Die ganze Existenz ist damit infrage gestellt», gibt Brunner zu bedenken.

Nur wenige Betriebe betroffen

Es gibt auch Kantone, die derzeit auf einen PFAS-Nachweis bei Krediten verzichten. Der Kanton Bern schreibt auf Anfrage, weder die Bernische Stiftung für Agrarkredite noch die zuständige Abteilung beim Amt für Landwirtschaft und Natur würden Nachweise verlangen.

Die Zahl der Fälle, die einen negativen PFAS-Nachweis erfordern, sei in den Kantonen Thurgau und Appenzell Ausserrhoden momentan überschaubar, heisst es von Rebentrost und Brunner. Konkrete Zahlen gibt es nicht. Doch schon jetzt zeigt sich: Die Chemikalien sind mehr als nur ein abstraktes Umweltrisiko, sondern können bereits konkrete Auswirkungen auf Betriebe haben.

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Regionaljournal Ostschweiz, 16.6.2026, 6:31 Uhr ; 

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