Die Kantonspolizei Zürich trifft mit einem Aufklärungsvideo zum Reissverschlussprinzip im Strassenverkehr einen Nerv. Der auf Instagram veröffentlichte Clip räumt mit einem weitverbreiteten Missverständnis auf: Wer bei einem Spurabbau bis ganz nach vorne fährt und erst dort die Spur wechselt, verhält sich korrekt.
Im Video spricht die Polizei eine Situation an, die viele Autofahrerinnen und Autofahrer kennen: «Regen Sie sich manchmal auf, wenn einer bei einem Spurabbau bis nach vorne fährt und dann erst die Spur wechselt? Genau der macht es richtig.»
Frühzeitig auf die verbleibende Spur zu wechseln, werde oft als besonders rücksichtsvoll wahrgenommen. Tatsächlich könne dies aber den Verkehrsfluss behindern. Gemäss Reissverschlussprinzip sollen beide Fahrstreifen bis zum Ende genutzt werden.
Hohe Reichweite und viel Zustimmung
Die Resonanz auf das Video ist gross: Allein auf Instagram erhielt das Video rund 25'000 Likes und wurde rund 14'000 Mal weitergeleitet.
Unter den Kommentaren finden sich zahlreiche Zustimmungsbekundungen. «Endlich! Danke für diesen Beitrag», schreiben mehrere Nutzerinnen und Nutzer. Viele Verkehrsteilnehmende seien sich der Regel offenbar nicht bewusst. Andere berichten, regelmässig kritisiert oder angehupt zu werden, wenn sie bis zum Ende der Spur weiterfahren. Ein Nutzer kommentiert: «Ich mache das seit Jahren und fühle mich wie ein Verbrecher.»
Seit 2021 gesetzlich verankert
Das Reissverschlussprinzip ist in der Schweiz seit dem 1. Januar 2021 ausdrücklich gesetzlich vorgeschrieben. Damit soll verhindert werden, dass Fahrzeuge bei Fahrstreifenabbauten zu früh auf die verbleibende Spur wechseln und so unnötige Staus verursachen.
Die Regel gilt bei stockendem Verkehr nicht nur bei Spurabbauten, sondern auch dort, wo sich Fahrstreifen vereinigen – etwa bei Autobahneinfahrten.
«Am besten funktioniert es, wenn man abwechselnd andere Autofahrer reinlässt», so die Kantonspolizei. Sie erinnert im Video auch daran, dass die Regel verbindlich ist. Wer das Reissverschlussprinzip missachtet, riskiert eine Ordnungsbusse von 100 Franken.