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Vorrücken in Kurdengebiete Demonstrationen gegen syrische Regierung in Schweizer Städten

  • Rund 2000 Menschen haben am Dienstagabend in Bern gegen das Vorrücken syrischer Regierungstruppen in Kurdengebiete im Norden und Osten des Landes demonstriert.
  • Davor fand auch in Winterthur eine unbewilligte Kundgebung mit dem Titel «Solidarität mit Rojava» statt.
  • Auch in Basel hatten sich am Abend Menschen zu einer unbewilligten Demonstration formatiert.

In Bern marschierten die Demonstrierenden ohne Bewilligung um 19 Uhr vom Bahnhofplatz zum Bundeshaus. Nach Verhandlungen mit der Kantonspolizei Bern liess diese die Menschenmenge via Bahnhofplatz auf die Schützenmatte vor die Reitschule gewähren. Dort tolerierte die Polizei noch eine Platzkundgebung, aber keinen weiteren Umzug, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete.

Kurdische Gebiete in Syrien bedroht

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Anlass der Demonstrationen ist die Lage in Syrien: Dort rücken seit einigen Tagen Regierungstruppen und Verbündete immer weiter in die Kurdengebiete im Norden und Osten des Landes vor. Hintergrund ist ein Streit zur Eingliederung der bisher autonom verwalteten Kurdengebiete in die staatliche Ordnung. Ein eigentlich am vergangenen Sonntag verkündeter Waffenstillstand scheint inzwischen faktisch beendet.

Die altersmässig durchmischte Menge skandierte unter anderem «Free, free Rojava», «Jolani Terrorist» und «Terrorist Erdogan» und forderte auf Plakaten «Defend Kurdistan» und «Defend Rojava». Es wurden Feuerwerk und andere Pyrotechnika gezündet. Bei der Lorrainebrücke versuchten mehrere Teilnehmende, eine Polizeisperre zu durchbrechen, und griffen die Einsatzkräfte mit Pyrotechnika und später auch mit Wurfgegenständen an, wie es in einer Mitteilung der Kantonspolizei Bern hiess.

Nachtdemonstration mit Fahnen und Leuchtfackeln auf Strasse.
Legende: Demonstrierende am Dienstagabend in der Berner Innenstadt. SRF

Die Polizei habe kurzzeitig Reizgas und Gummischrot einsetzen müssen. Die Kundgebung habe sich schliesslich zu kleineren Gruppen abgespalten und gegen 21.40 Uhr aufgelöst. Es seien drei Personen angehalten und für weitere Abklärungen zu Polizeiräumlichkeiten gebracht worden. In der Innenstadt kam es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen.

Umzug in Winterthur gestoppt

Rund eine Stunde vor dem Beginn der Demonstration in Bern versammelten sich in Winterthur rund 300 Menschen am Hauptbahnhof zu einer unbewilligten Kundgebung mit dem Titel «Solidarität mit Rojava», wie die Stadtpolizei mitteilte. Neben vielen kurdischen Teilnehmenden mischten sich dabei laut der Polizei auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem linksextremen Umfeld unter die Demonstrierenden.

Kurz nach 18.30 Uhr formierten sich die Demonstrierenden spontan zu einem Demonstrationsumzug und bewegten sich Richtung Technikumstrasse. Um Ausschreitungen und Sachbeschädigungen zu verhindern war die Stadtpolizei mit mehreren Einsatzgruppen vor Ort und stoppte den Umzug auf dem Bahnhofsplatz. Dabei kam es zum Einsatz von Pfefferspray, wie die Polizei weiter mitteilte. Gegen 19.45 Uhr wurde die Demonstration aufgelöst.

Tramfahrgast in Basel am Kopf verletzt

Auch in Basel hatte sich am Abend gegen 18.30 Uhr eine Gruppe zu einer unbewilligten auf dem Claraplatz formiert, wie die Kantonspolizei Kanton Basel-Stadt mitteilte.

Daraufhin sei ein Demonstrationszug von 500 Personen durch die Innenstadt gelaufen, bei dessen Verlauf mehrere Böller gezündet und Banner an verschiedenen Örtlichkeiten aufgehängt worden seien. An der Demonstration seien kurdische Flaggen gesichtet worden, wie ein Sprecher der Polizei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte.

Beim Centralbahnplatz angekommen, hätten die Demonstrierenden eine Sitzblockade auf den Tramgleisen durchgeführt. Dabei sei die Scheibe eines Trams beschädigt und ein Fahrgast am Kopf verletzt worden. Er habe daraufhin mit der Sanität ins Spital gebracht werden müssen. Der Demozug habe sich anschliessend über den Barfüsserplatz und die Mittlere Brücke zurück zum Claraplatz begeben, wo sich die gegen 22.15 Uhr aufgelöst habe. Gemäss dem Polizeisprecher sei es zu keinen Festnahmen gekommen.

SRF4 News, 21.02.2026, 5:00 Uhr ; 

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