Es ist ein Duell zweier politischer Pole – und gleichzeitig eine Entscheidung darüber, ob die SVP als wählerstärkste Partei nach drei Jahren Absenz in die fünfköpfige Regierung zurückkehrt.
Philipp Schoch will den Sitz der Grünen verteidigen. Der Prattler Gemeinderat bringt breite politische Erfahrung mit: Er war Landratspräsident, Parteipräsident und sitzt seit Jahren im Prattler Gemeinderat. Der Schritt in den Regierungsrat sei keine Selbstverständlichkeit, betont er.
Schoch: «Krönung einer politischen Laufbahn»
«Eine politische Karriere ist keine To-do-Liste. Man kann das nicht planen», sagt Schoch. Die Regierung wäre für ihn «eine grosse Herausforderung – und vielleicht die Krönung meiner politischen Laufbahn».
Inhaltlich setzt Schoch auf Kontinuität, insbesondere in der Bau-, Energie- und Verkehrspolitik. Beim Verkehr sieht er den Schlüssel zur Entlastung der Staus vor allem im öffentlichen Verkehr.
«Dort, wo die Leute sind, müssen wir den ÖV hinbringen, damit wir die Masse bewegen können», sagt Schoch. Strassenbau schliesst er nicht grundsätzlich aus, er fordert aber «ausgewogene Lösungen», die alle Verkehrsträger berücksichtigen.
Liechti: «Bringe Erfahrung aus der Wirtschaft mit»
Matthias Liechti hingegen kandidiert mit dem Anspruch, einen Kurswechsel einzuleiten und die SVP zurück in die Regierung zu führen. Die Partei ist zwar die stärkste Kraft im Landrat, stellt seit 2023 aber keinen Regierungsrat mehr.
Liechti verweist auf seine zehnjährige Exekutiverfahrung als Gemeinderat und Gemeindepräsident von Rümlingen sowie auf seine Tätigkeit in der Geschäftsleitung einer Bank. «Es geht nicht um die Grösse einer Gemeinde, sondern um die Prozesse, die man kennt», sagt Liechti. Dazu komme seine Erfahrung aus der Wirtschaft: «Strategisch denken und das grosse Bild im Auge behalten – das braucht es als Regierungsrat.»
In der Verkehrspolitik fordert Liechti mehr Realismus. Mobilität sei ein gesellschaftliches Bedürfnis. «Wir wollen von A nach B kommen – für die Arbeit, für die Freizeit. Deshalb braucht es dort Kapazitäten, wo sie fehlen», sagt er. Neben dem ÖV müssten auch Strassen ausgebaut oder optimiert werden.
Unterschiede zeigen sich auch bei Energiefragen. Während Schoch das Verbot neuer Öl- und Gasheizungen als technologischen Standard verteidigt, warnt Liechti vor Härtefällen, insbesondere bei älteren Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern. Statt Verbote fordert er Anreize: «Wir sollten mit gesundem Menschenverstand Lösungen ermöglichen.»
Richtungswahl: Holen die Bürgerlichen die Mehrheit zurück?
Am Ende geht es bei dieser Ersatzwahl nicht nur um zwei Namen, sondern insbesondere auch um Mehrheiten in der Baselbieter Regierung. Ein Erfolg von Matthias Liechti wäre ein deutliches Signal: Die wählerstärkste Partei des Kantons soll wieder Teil der Regierung sein.
Für eine Rückkehr der SVP setzen sich auch andere bürgerliche Parteien ein: Liechti kann neben seiner eigenen Partei auch auf die Unterstützung der FDP und der Mitte-Partei zählen. Für die Linken ist hingegen klar: Die Grünen sollen ihren Sitz verteidigen und Schoch ist für diese Mission der ideale Kandidat.