Die SVP ist die Siegerin der Regierungs- und Parlamentswahlen in Graubünden. Valérie Favre Accola schafft den Sprung in die Regierung. Im Parlament legt die Partei um zehn Sitze zu und wird stärkste Kraft. Für diesen Erfolg gibt es eine Reihe von Gründen.
Erstens hatte die Partei mit der 53-jährigen Valérie Favre Accola eine gute Wahllokomotive. Die neu gewählte Regierungsrätin hat als amtierende Standespräsidentin und Statthalterin der Gemeinde Davos grosse politische Erfahrung. Diese Kompetenz färbte möglicherweise auf die Kandidierenden für das Parlament ab. Zweitens mobilisierte die Abstimmung über die «Keine 10-Mio-Schweiz» mehr Menschen als üblich. Und drittens wird in unsicheren Zeiten von Krieg, Wirtschafts- und Umweltproblemen tendenziell eher konservativ gewählt.
Mehr Streitereien im Parlament vorprogrammiert
Die Polarisierung im Parlament hat zugenommen. Gewonnen haben sowohl die SVP im rechten Spektrum als auch die Grünen auf der linken Seite. Die Mitte Parteien stagnieren oder sind rückläufig.
Allerdings sind die Sitzverschiebungen zwischen den Blöcken ein Nullsummenspiel. Die Kräfteverhältnisse bleiben gleich. Es dürfte aber schwieriger werden, Vorstösse aus der rechten Ecke zu bremsen.
Frauenanteil steigt
Auch für die Politikerinnen im Kanton ist der Wahltag ein Erfolg. Nicht nur in der Regierung steigt der Frauenanteil mit der Wahl von Valérie Favre-Accola auf 40 Prozent. Auch im Grossen Rat, dem Kantonsparlament, steigt der Frauenanteil massiv von 32.5 auf rund 40 Prozent.
Auch dafür war der Zeitpunkt offenbar reif.