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Wahlen Kanton Graubünden Kampfwahl um freien Bündner Regierungssitz

Mitte-Regierungsrat Jon Domenic Parolini muss wegen Amtszeitbeschränkung zurücktreten. Die SVP will ihren Sitz zurück.

Nach zwölf Jahren im Regierungsamt ist Schluss. So schreibt es die Verfassung des Kantons Graubünden vor. Zweimal ist eine Wiederwahl somit möglich. Regierungsrat Jon Domenic Parolini (Mitte) ist nun am Ende seiner Amtszeit.

Fünf Personen unterhalten sich lachend in einem Fernsehstudio.
Legende: Gute Laune bei der Bündner Regierungswahl 2022: Marcus Caduff (Mitte), Martin Bühler (FDP), Carmelia Maissen (Mitte), Peter Peyer (SP) und Jon Domenic Parolini (von links). Parolini (Mitte) hört nach zwölf Jahren auf. Die anderen vier stellen sich zur Wiederwahl. Keystone/Yanik Bürkli

Um Parolinis Sitz kommt es am 14. Juni zu einer Kampfwahl. Insgesamt haben sich neun Kandidierende für die fünf Sitze gemeldet: die vier verbliebenen Bisherigen und fünf Neue.

Die Talks mit den vier Bisherigen

Die Bündner SVP will wieder zurück in die Regierung. Die Partei ist seit 2008 nicht mehr in der Exekutive vertreten, vier Kandidaturen waren erfolglos.

Die Herausforderinnen

Im fünften Anlauf soll es Valérie Favre Accola für die SVP richten, die amtierende Standespräsidentin des Kantons und Statthalterin der Gemeinde Davos. Politisch erfahren ist die 53-Jährige durch ihre acht Jahre im Grossen Rat und über neun Jahre in der Davoser Kommunalpolitik.

Abseits der Politik ist Favre Accola studierte Literatin mit einem Lizenziat an der Universität Freiburg. Bis 2024 arbeitete sie unter anderem auch als Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Prättigau/Davos. Sie ist verheiratet mit dem ehemaligen Skirennfahrer Paul Accola und Mutter von drei Kindern.

Frau in weissem Blazer hält eine Glocke.
Legende: Valérie Favre Accola hat die Mammutaufgabe gefasst, für die SVP nach 18 Jahren Regierungsabsenz einen Sitz zu holen. Keystone/Gian Ehrenzeller

Auch andere Parteien schicken namhafte Kandidatinnen ins Rennen. Die Mitte will Parolinis Sitz mit Aita Zanetti verteidigen. Die 55-jährige Unterengadinerin ist Gemeindepräsidentin von Scuol, war wie ihre Konkurrentin Grossrätin und Standespräsidentin. Ihr Ziel: eine starke Südbündner Stimme in der Exekutive.

Vor ihrer politischen Tätigkeit arbeitete die Kauffrau unter anderem für eine Krankenkasse und bei der Gemeinde Scuol. Mit ihrem Ehemann führt die Mutter von drei Kindern zudem einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Frau mit Brille und grauem Blazer lächelt.
Legende: Aita Zanetti soll für die Mitte den Sitz von Jon Domenic Parolini in der Bündner Regierung verteidigen. Keystone/Gian Ehrenzeller

Nora Saratz Cazin, die Kandidatin der GLP, ist ebenfalls keine Unbekannte. Die 44-jährige Gemeindepräsidentin von Pontresina stand in den letzten Jahren immer wieder im Fokus, wenn es um Zweitwohnungen und Wohnraum für Einheimische ging. Sie ist seit vier Jahren Grossrätin und amtet im Parlament seit zwei Jahren als Fraktionspräsidentin.

Saratz Cazin studierte Rechtswissenschaften in Zürich und ist heute Juristin. Privat ist sie verheiratet und Mutter von drei Kindern.

Frau mit Brille und gemusterter Jacke lächelt.
Legende: Nora Saratz Cazin kämpft an vorderster Front für Wohnraum für Einheimische. Für die Gemeindepräsidentin von Pontresina ist ihre Gemeinde besonders betroffen. Keystone/Gian Ehrenzeller

Ihre Sitzzahl in der Regierung verdoppeln will die FDP. Sie tritt neben dem bisherigen Finanzdirektor Martin Bühler mit dem Kantonalparteipräsidenten Maurizio Michael an. Grossrat Michael ist 55 Jahre alt und hat mit seiner Kandidatur ein klares Ziel: Aus dem Bergell stammend, will er die italienischsprachige Minderheit zurück in die Regierung bringen.

Maurizio Michael, früher auch als Lehrer tätig, arbeitet seit Jahren als Unternehmer. Sein Fokus liegt dabei auf der Regionalentwicklung. Von 2005 bis 2009 war er Gemeindepräsident von Castasegna, ehe Castasegna in der Fusion und der neu gegründeten Gemeinde Bregaglia aufging. Michael ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Mann in Anzug lächelt in die Kamera.
Legende: Maurizio Michael ist Präsident der Bündner FDP. Keystone/Gian Ehrenzeller

Als letzter Herausforderer hat sich Reto Bott aus S-chanf gemeldet. Der 24-Jährige studiert Rechtswissenschaften und will es als Parteiloser versuchen. Politisch ist Bott ein unbeschriebenes Blatt, er trat bislang noch nicht in Erscheinung.

Jede Mannschaft brauche auch junge und dynamische Spieler, sagt Bott in einem Instagram-Video. «Ich würde eine neue Perspektive reinbringen.»

Mann im Anzug vor Glaswand.
Legende: Mit Reto Bott kam noch ein Neuling in die Auswahl. RTR

Dafür fährt der Hobbyfussballer eine Strategie, die voll auf Social Media setzt. Trotzdem bleibt er klarer Aussenseiter.

Regionaljournal Graubünden, 15.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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