Es galt als bürgerliche Machtdemonstration, als Michael Künzle 2012 (damals CVP) die Wahl um das Winterthurer Stadtpräsidium gewann. Er holte fast doppelt so viele Stimmen wie seine Herausforderin Yvonne Beutler (SP) und beendete damit eine zehnjährige sozialdemokratische Stadtführung.
Fast 14 Jahre später will die SP das Stadtpräsidium zurückerobern. Allerdings ist offen, ob das Pendel fast schon traditionell wieder auf die linke Seite zurückschlägt. Beim Duell zwischen Kaspar Bopp (SP) und Stefan Fritschi (FDP) ist nämlich mit einem knappen Ausgang zu rechnen.
Für den Sozialdemokraten Bopp ist es nach 2022 der zweite Versuch, das Stadtpräsidium zu übernehmen. Jedoch: Auch wenn dieses Jahr kein Gegner vom Format Michael Künzle wartet, dürfte das Duell mit Stefan Fritschi nicht zum Selbstläufer werden.
Stadtpräsidium Winterthur: Wohl enges Duell um Künzles Nachfolge
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Bild 1 von 3. Nach 13 Jahren als Stadtpräsident tritt Michael Künzle (Mitte) bei den Wahlen am 8. März nicht mehr an. Bildquelle: Keystone/Ennio Leanza.
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Bild 2 von 3. Um seine Nachfolge kommt es zum Zweikampf zwischen Kaspar Bopp (SP) ... Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.
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Bild 3 von 3. ... und Stefan Fritschi (FDP). Bildquelle: Keystone/Ennio Leanza.
Fritschi ist seit 2010 Mitglied des Winterthurer Stadtrats. Er zieht im Departement Technische Betriebe souverän die Fäden der städtischen Energiepolitik.
Zudem brachte er mit Baumpflanzaktionen mehr Grün in die Stadt und erhöhte mit dem Projekt Win4 die klammen Sporthallenkapazitäten. Fritschi gilt als lösungsorientiert und vertrauenswürdig.
SP-Stadtrat Bopp gilt eher als zurückhaltend, analytisch. Unter ihm konnte die Stadt Winterthur jedoch stets gute Jahresabschlüsse präsentieren. Zudem sanierte er die Pensionskasse und trieb die Digitalisierung in seinem Finanzdepartement voran.
An wen gehen die beiden freien Stadtratsplätze?
Dass Bopp und Fritschi die Wiederwahl in den Winterthurer Stadtrat schaffen, gilt gemeinhin als unbestritten. Auch den weiteren Bisherigen werden gute Chancen attestiert. Konkret streben Martina Blum (Grüne) und die beiden SP-Stadträte Nicolas Galladé und Christa Meier die Wiederwahl an.
Diese Politikerinnen wollen im Winterthurer Stadtrat bleiben
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Bild 1 von 4. Martina Blum (Grüne) tritt zu ihrer ersten Wiederwahl in den Stadtrat an. Bildquelle: Keystone/Christian Merz.
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Bild 2 von 4. Auch die beiden SP-Politiker Christa Meier ... Bildquelle: Keystone/Goran Basic.
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Bild 3 von 4. ... und Nicolas Galladé wollen weiter in der Winterthurer Exekutive bleiben. Bildquelle: Keystone/Allessandro Della Valle.
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Bild 4 von 4. Katrin Cometta (GLP) tritt von dem Winterthurer Stadtrat ab, Kaspar Bopp (SP) und Stefan Fritschi (FDP) wollen ihre Sitze verteidigen. Bildquelle: Keystone/Goran Basic.
Am ehesten wackeln dürfte der Sitz von Christa Meier. Bereits vor vier Jahren holte die Bauvorsteherin die wenigsten Stimmen aller bisherigen Stadträte. Zudem boten ihre Projekte jüngst Diskussionsstoff, Tempo 30 auf Hauptstrassen etwa oder die flächendeckende Einführung der blauen Zone.
Bürgerliche Parteien im Aufwind
Das Gerangel um die freien und umstrittenen Sitze ist derweil gross. Während sich die bürgerlichen Parteien SVP, FDP und Mitte zum Bündnis «Team 4 Winti» zusammengeschlossen haben, kam eine solche Zusammenarbeit zwischen linken Parteien und der Mitte nicht zustande.
Spitzenkandidatin dürfte bei den Bürgerlichen wohl Romana Heuberger sein. Die FDP-Fraktionschefin tritt bereits zum dritten Mal zu einer Stadtratswahl an. Und sie hat sich im Parlament als Bau- und Verkehrsexpertin einen Namen gemacht.
Diese Politiker wollen neu in den Winterthurer Stadtrat
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Bild 1 von 5. Andreas Geering soll für die Mitte den Stadtratssitz von Michael Künzle verteidigen. Bildquelle: ZVG.
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Bild 2 von 5. Auch die Grünliberalen wollen im Winterthurer Stadtrat bleiben. Urs Glättli soll den Sitz von Katrin Cometta halten. Bildquelle: ZVG.
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Bild 3 von 5. Die SVP ist seit 2018 nicht mehr im Winterthurer Stadtrat vertreten. Das soll sich nun mit Christian Hartmann ändern. Bildquelle: ZVG.
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Bild 4 von 5. Die FDP schickt die politisch erfahrene Romana Heuberger ins Rennen um den Winterthurer Stadtrat. Bildquelle: ZVG.
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Bild 5 von 5. Und die EVP will den Schritt in die Exekutive mit Franziska Kramer-Schwob schaffen. Bildquelle: ZVG.
Aber auch SVP-Fraktionspräsident Christian Hartmann ist alles andere als chancenlos. Der Unternehmer gilt nicht als Hardliner, sondern als kompromissbereit und offen zum Dialog.
Ob es aber Heuberger und Hartmann zum Einzug in die Exekutive reicht, ist offen. Genau so, wie es um die Chancen von Andreas Geering (Mitte), Urs Glättli (GLP) und Franziska Kramer-Schwob (EVP) steht. Geering könnte zwar vom Künzle-Bonus profitieren. Ob er allerdings aus seinem Schatten treten kann, bleibt abzuwarten.
Offen ist auch, ob es dem Zürcher Kantonsrat Glättli (GLP) und der Winterthurer Stadtparlamentarierin Kramer-Schwob (EVP) gelingt, ohne Bündnis Stimmen im linken Lager genügend Stimmen zu holen – auch wenn sie in den Parlamenten bei ihren Kollegen mit Fachwissen Eindruck hinterlassen haben.