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Wahlen Stadt Winterthur Winterthur vor Richtungswahl: Enges Duell ums Stadtpräsidium

Stadtpräsident Michael Künzle prägte Winterthur 14 Jahre lang. Die Wahl um seine Nachfolge wird wohl ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Es galt als bürgerliche Machtdemonstration, als Michael Künzle 2012 (damals CVP) die Wahl um das Winterthurer Stadtpräsidium gewann. Er holte fast doppelt so viele Stimmen wie seine Herausforderin Yvonne Beutler (SP) und beendete damit eine zehnjährige sozialdemokratische Stadtführung.

Fast 14 Jahre später will die SP das Stadtpräsidium zurückerobern. Allerdings ist offen, ob das Pendel fast schon traditionell wieder auf die linke Seite zurückschlägt. Beim Duell zwischen Kaspar Bopp (SP) und Stefan Fritschi (FDP) ist nämlich mit einem knappen Ausgang zu rechnen.

Für den Sozialdemokraten Bopp ist es nach 2022 der zweite Versuch, das Stadtpräsidium zu übernehmen. Jedoch: Auch wenn dieses Jahr kein Gegner vom Format Michael Künzle wartet, dürfte das Duell mit Stefan Fritschi nicht zum Selbstläufer werden.

Stadtpräsidium Winterthur: Wohl enges Duell um Künzles Nachfolge

Fritschi ist seit 2010 Mitglied des Winterthurer Stadtrats. Er zieht im Departement Technische Betriebe souverän die Fäden der städtischen Energiepolitik.

Zudem brachte er mit Baumpflanzaktionen mehr Grün in die Stadt und erhöhte mit dem Projekt Win4 die klammen Sporthallenkapazitäten. Fritschi gilt als lösungsorientiert und vertrauenswürdig.

SP-Stadtrat Bopp gilt eher als zurückhaltend, analytisch. Unter ihm konnte die Stadt Winterthur jedoch stets gute Jahresabschlüsse präsentieren. Zudem sanierte er die Pensionskasse und trieb die Digitalisierung in seinem Finanzdepartement voran.

An wen gehen die beiden freien Stadtratsplätze?

Dass Bopp und Fritschi die Wiederwahl in den Winterthurer Stadtrat schaffen, gilt gemeinhin als unbestritten. Auch den weiteren Bisherigen werden gute Chancen attestiert. Konkret streben Martina Blum (Grüne) und die beiden SP-Stadträte Nicolas Galladé und Christa Meier die Wiederwahl an.

Diese Politikerinnen wollen im Winterthurer Stadtrat bleiben

Am ehesten wackeln dürfte der Sitz von Christa Meier. Bereits vor vier Jahren holte die Bauvorsteherin die wenigsten Stimmen aller bisherigen Stadträte. Zudem boten ihre Projekte jüngst Diskussionsstoff, Tempo 30 auf Hauptstrassen etwa oder die flächendeckende Einführung der blauen Zone.

Bürgerliche Parteien im Aufwind

Das Gerangel um die freien und umstrittenen Sitze ist derweil gross. Während sich die bürgerlichen Parteien SVP, FDP und Mitte zum Bündnis «Team 4 Winti» zusammengeschlossen haben, kam eine solche Zusammenarbeit zwischen linken Parteien und der Mitte nicht zustande.

Spitzenkandidatin dürfte bei den Bürgerlichen wohl Romana Heuberger sein. Die FDP-Fraktionschefin tritt bereits zum dritten Mal zu einer Stadtratswahl an. Und sie hat sich im Parlament als Bau- und Verkehrsexpertin einen Namen gemacht.

Diese Politiker wollen neu in den Winterthurer Stadtrat

Aber auch SVP-Fraktionspräsident Christian Hartmann ist alles andere als chancenlos. Der Unternehmer gilt nicht als Hardliner, sondern als kompromissbereit und offen zum Dialog.

Ob es aber Heuberger und Hartmann zum Einzug in die Exekutive reicht, ist offen. Genau so, wie es um die Chancen von Andreas Geering (Mitte), Urs Glättli (GLP) und Franziska Kramer-Schwob (EVP) steht. Geering könnte zwar vom Künzle-Bonus profitieren. Ob er allerdings aus seinem Schatten treten kann, bleibt abzuwarten.

Das sind die weitere Kandidaten

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Neben den erwähnten zehn Kandidaten wollen noch drei weitere in den Winterthurer Stadtrat. Sie treten für eine Partei ohne Parlamentseinfluss an oder sind parteilos. Es handelt sich um:

  • Müller Richard, Winterthur, Partei der Arbeit (PdA)
  • Trivigno Luca, Winterthur, parteilos
  • Ziegler Noah, Winterthur, Partei der Arbeit (PdA)

Ihre Wahlchancen gelten als sehr gering.

Offen ist auch, ob es dem Zürcher Kantonsrat Glättli (GLP) und der Winterthurer Stadtparlamentarierin Kramer-Schwob (EVP) gelingt, ohne Bündnis Stimmen im linken Lager genügend Stimmen zu holen – auch wenn sie in den Parlamenten bei ihren Kollegen mit Fachwissen Eindruck hinterlassen haben.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 5.2.2026, 17:30 Uhr ; 

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