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Nachfolge von Corine Mauch Wer wird Stadtpräsidentin oder Stadtpräsident von Zürich?

Gleich drei Kandidaten und eine Kandidatin bewerben sich. Als Kronfavorit gilt SP-Sozialvorsteher Raphael Golta.

Nach 17 Jahren tritt Corine Mauch als Stadtpräsidentin ab. Am 8. März wird ihre Nachfolge gewählt. Es bewerben sich drei Kandidaten und eine Kandidatin.

Der Kronfavorit

Als Favorit gilt Raphael Golta von der SP. Der 50-Jährige bringt viel Regierungserfahrung mit. Seit zwölf Jahren ist er Stadtzürcher Sozialvorsteher.

Mit seiner Politik lotet Raphael Golta immer wieder Grenzen aus. So führte er eine finanzielle Basishilfe für Menschen ohne Aufenthaltsstatus ein. Bürgerliche Kreise haben diesen Entscheid angefochten und Recht bekommen. Eine Mehrheit im Stadtparlament legte Rekurs ein.

Raphael Golta
Legende: Raphael Golta bringt in der Exekutive bereits Erfahrung mit. Seit zwölf Jahren ist er Sozialvorsteher der Stadt Zürich. Keystone / Michael Buholzer

Innerhalb des linken Parteiflügels stösst dieses Vorgehen auf viel Wohlwollen. Vertreter der bürgerlichen Parteien hingegen kritisieren, er missachte rechtliche Rahmenbedingungen.

Mit der grössten Partei, der SP, im Rücken, hat Golta die besten Chancen, Stadtpräsident zu werden.

Der Aktive

Der auffälligste Kandidat ist Përparim Avdili von der FDP. Seine früh lancierte Plakatkampagne gab in Zürich zu reden. Kürzlich performte der 38-Jährige zusammen mit dem Rapper EAZ auf der Bühne. Beide sind Söhne albanischer Arbeitsmigranten.

Trotz seines Migrationshintergrunds hat es ihn politisch nie zur klassischen Arbeiterpartei, der SP, hingezogen, sondern zur FDP. Überzeugt habe ihn die Mischung aus liberalen Werten und wirtschaftsfreundlicher Politik.

Përparim Avdili
Legende: Përparim Avdili findet, dass die Stadt Zürich ein Selbstbedienungsladen geworden ist. Keystone / Michael Buholzer

Avdili arbeitet bei einer Firma, die Lernende betreut. Seit acht Jahren politisiert er im Stadtparlament und ist seit 2022 Präsident der städtischen FDP. Die linke Mehrheit politisiere an der Realität der Bevölkerung vorbei. Als Beispiel nennt er den Entscheid des Parlaments, Werbung auf öffentlichem Grund stark einzuschränken.

Seine Chancen, das Stadtpräsidium zu erobern, sind gering. Für einen Sitz in der Stadtregierung sind seine Chancen intakt.

Der Ambitionierte

Seit 36 Jahren ist die SVP nicht mehr in der Zürcher Stadtregierung vertreten. Der SVP-Kantonsrat Ueli Bamert will das ändern und kandidiert auch gleich fürs Stadtpräsidium. Der 46-Jährige stört sich besonders an der Anti-Auto-Politik, wie Bamert sie nennt.

Ueli Bamert
Legende: SVP-Kandidat Ueli Bamert stört sich insbesondere an der Verkehrspolitik des links-grünen Stadtrats. Keystone / Claudio Thoma

Es brauche Platz für alle Verkehrsteilnehmenden. Tempo 30 in den Quartieren erachtet er als sinnvoll. Er ist aber gegen eine Temporeduktion auf Hauptstrassen.

Ueli Bamert engagiert sich im Verband der Schweizer Tankstellenshops, beim Dachverband der Brennstoffhändler und beim Verband der Brenn- und Treibstoffimporteure.

Die SVP hat in der Stadt Zürich einen schweren Stand. Bamerts Chancen, das Stadtpräsidium oder einen Sitz in der Regierung zu erobern, sind klein.

Die Vermittlerin

Serap Kahriman kandidierte bereits vor vier Jahren für einen Sitz im Stadtrat. Einen zweiten Sitz für die GLP konnte sie damals nicht erobern. Jetzt tritt die 35-jährige Seconda wieder an und kandidiert auch fürs Stadtpräsidium.

Die studierte Juristin leitet die Koordinationsstelle Umweltschutz beim Kanton Schaffhausen. Seit 2022 ist sie im Stadtparlament. Allianzen zu schmieden – das sei ihr Ziel. Sie bezeichnet sich selbst als sozial-liberal mit starker grüner Komponente.

Serap Kahriman
Legende: Serap Kahriman ist nicht nur die Jüngste im Kandidatenfeld, sie ist auch die einzige Frau. Keystone / Michael Buholzer

Die Kinderbetreuung ist für sie eine staatliche Aufgabe wie die Schule. Deshalb würde sie, wie viele Linke, eine Verstaatlichung der Kinderkrippen unterstützen. Auf der anderen Seite ist sie klar gegen linke Forderungen wie einen Mindestlohn.

Kahrimans Chancen, das Stadtpräsidium oder einen Sitz in der Regierung zu erobern, sind gering.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen 6.2.2026, 17:30 Uhr ; 

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