- Nach dem Feuerinferno von Crans-Montana in der Silvesternacht könnte der Kreis der Beschuldigten wachsen.
- Das teilt die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis mit.
Zurzeit wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung im Fall «Le Constellation» ermittelt.
Der Betreiber der Bar, Jacques Moretti, ist in Untersuchungshaft, seine Frau Jessica auf freiem Fuss. «Derzeit gelten ausschliesslich die Betreiber als beschuldigte Personen», teilt Staatsanwältin Beatrice Pilloud mit. «Die Staatsanwaltschaft behält sich jedoch ausdrücklich vor, das Verfahren auf alle Personen auszuweiten, deren strafrechtliche Verantwortung in Betracht gezogen werden könnte.»
Grossaufgebot an Anwälten
Die Gemeinde Crans-Montana hatte eingeräumt, dass die eigentlich vorgeschriebenen Brandschutzkontrollen in der Bar seit 2019 nicht mehr durchgeführt worden waren. Die Verantwortlichen lassen sich inzwischen von Anwälten vertreten und geben keine Auskunft. Rund 130 Opfer und Angehörige haben sich als Zivilkläger registriert, wie Pilloud berichtet. Sie würden von rund 50 Anwältinnen und Anwälten vertreten.
Kritiker fordern Sonderstaatsanwalt wegen «Walliserei»
Weil sich in den kleinen Gemeinden im Kanton Wallis alle Amtsträger kennen und viele Anwohner über ihre Parteizugehörigkeit vernetzt sind, wird oft die Gefahr von Vetternwirtschaft und Filz genannt. Dafür gibt es einen eigenen Begriff, die «Walliserei».
Deshalb haben Kritiker gefordert, dass die Ermittlungen von einem Sonderstaatsanwalt von ausserhalb des Kantons geführt werden solle. Pilloud weist dies zurück. Es gebe weder objektive noch rechtliche Gründe dafür.