- Das Schwimmbad Kandersteg verliert wegen eines Lecks täglich 100’000 Liter Wasser.
- Noch ist unklar, wohin das Wasser abfliesst.
- Das Schwimmbad bleibt bis auf Weiteres geschlossen.
Der Wasserverlust wurde Anfang Saison festgestellt, als die Becken im Schwimmbad Kandersteg im Berner Oberland befüllt wurden. «Da bemerkten wir, dass sehr viel Wasser verloren geht», sagt Kanderstegs Gemeinderatspräsident René Maeder. Konkret: über 100’000 Liter Wasser pro Tag. Der Verlust wurde über den Wasserzähler nachgewiesen.
Man habe verschiedene Untersuchungen gemacht, etwa den Druck der Rohre geprüft und die Leitungen mit Kameras abgesucht, sagt Maeder. «Aber wir haben da nichts gefunden.»
Abfluss nicht in Kanalisation
Schliesslich habe man beim Ausgleichsbecken einen grösseren Riss entdeckt. Dieser unterirdische Sammelbehälter fängt das Wasser auf, das beim Schwimmen aus dem Hauptbecken verdrängt wird, und sorgt so für einen konstanten Wasserkreislauf. «Dieser Riss wurde jetzt geflickt», sagt René Maeder. Nun habe man erneut Wasser in die Becken eingelassen, um zu testen, ob der Riss die Ursache war. Das Ergebnis steht noch aus.
Das Wasser fliesst irgendwo in den Grund.
Auch noch nicht geklärt: Wohin das chlorhaltige Wasser abgeflossen ist beziehungsweise noch immer abfliesst. In die Kanalisation sei es jedoch nicht gelangt, sagt der Gemeinderatspräsident, das habe man überprüft. «Also geht es irgendwo in den Grund.»
Besonders heikel: Beim verlorenen Wasser handelt es sich nicht um gewöhnliches Leitungswasser. Es wird mit Netzwasser nachgespeist, auf rund 26 Grad erwärmt und mit Chlor sowie weiteren Chemikalien behandelt.
Frühestens in drei Wochen wieder offen
Wie es überhaupt zu dem Leck kam, ist unklar. «Das Schwimmbad hat ein gewisses Alter», sagt René Maeder, «aber es wurde regelmässig unterhalten.»
Falls tatsächlich der Riss im Ausgleichsbecken für den Wasserverlust verantwortlich ist, werde das Schwimmbad frühestens in drei Wochen eröffnen, sagt Maeder. Ansonsten bleibe es bis auf Weiteres geschlossen.