Der Plan des Bundesrates war eigentlich klar: Ab dem nächsten Jahr sollen die ersten US-Tarnkappenjets F-35 an die Schweiz ausgeliefert werden. Ab 2030 sollen sie dann ganz die heutigen F/A-18-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe ersetzen. Doch Sicherheitspolitiker von links und der SVP fordern einen Plan B. Es sei nicht sicher, ob die F-35-Jets rechtzeitig geliefert werden.
Altes Material wegen Sicherheitslage weiterbetreiben
Auch der Luftwaffenpilot und SVP-Nationalrat Thomas Hurter hat gewisse Zweifel, ob die USA den Zeitplan beim F-35 einhalten können. Zudem wird die Schweiz maximal 30 statt der geplanten 36 Stück F-35 kaufen können, weil die USA den ursprünglich verhandelten Preis nicht einhalten.
-
Bild 1 von 2. Die F/A-18-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe sollen als zweite Flotte weiterfliegen …. Bildquelle: KEYSTONE/Marcel Bieri.
-
Bild 2 von 2. … und die bestellten US-F-35-Kampjets künftig ergänzen. Das ist die Forderung von Schweizer Sicherheitspolitikern. Bildquelle: Keystone/ Boris Roessler.
Hurters Fazit: Die F/A-18 müssen länger fliegen können. «Aufgrund der ganzen finanziellen Situation können weniger Kampfflugzeuge bestellt werden», erklärt Thomas Hurter. Zudem sei es wegen der geopolitischen Situation wichtig, dass man alles Material weiterbetreibe, bis die neuen Kampfjets abgeliefert seien. Auch müsse man sich zuerst sicher sein, ob die F-35-Jets wirklich alle Aufgaben am Schweizer Himmel erfüllen können, sagt der Berufspilot und SVP-Politiker.
Hurters Argumentation folgte der Nationalrat im Juni. Auch linke Parlamentsmitglieder sprachen sich dafür aus, die Nutzungsverlängerung der F/A-18 zu prüfen. Der Entscheid mit möglicherweise grossen Folgen fand damals kaum Beachtung.
SP-Sicherheitspolitikerin fordert zweite Flotte
SP-Sicherheitspolitikerin Linda De Ventura sagt, es gehe der SP nicht darum, den in der Partei unbeliebten F-35-Jet zu verhindern. Der F-35 bleibe aus ihrer Sicht zwar das falsche Flugzeug für die Schweiz. «Aber selbst wenn wir zukünftig den F-35 haben, ist es eben wichtig, dass wir eine zweite Flotte haben, weil der F-35 im Betrieb unglaublich teuer ist», erklärt De Ventura. Gerade für Übungen und Flugstunden mache eine zweite Kampfjetflotte Sinn.
Die F/A-18-Kampfflugzeuge der Schweizer Armee werden allerdings altersschwach. In der Struktur der Flugzeuge werden vermehrt Risse festgestellt. 450 Millionen Franken hat die Armee investiert, um die Flugzeuge bis 2030 am Schweizer Himmel halten zu können.
Der Bundesrat sprach sich bis jetzt gegen einen verlängerten Einsatz der F/A-18 aus. Im Juni erklärte Verteidigungsminister Martin Pfister im Nationalrat, die meisten Luftwaffen auf der Welt würden die F/A-18 um 2030 herum stilllegen. «Ab den frühen 2030er-Jahren wird die Schweiz rund drei Viertel der weltweit verbleibenden F/A-18 betreiben. Bei einem Weiterbetrieb müsste die Schweiz folglich künftig den Grossteil der Kosten für Flottenmanagement, Ersatzteilproduktion und Fixkosten tragen», warnte der Verteidigungsminister.
Die Armee teilte heute SRF mit, nach dem Entscheid des Nationalrates prüfe man zurzeit, was der Weiterbetrieb der F/A-18-Flotte über das Jahr 2030 hinaus kosten würde. Die Forderung aus dem Nationalrat sei in Bearbeitung.