- Am Dienstagmorgen ist der Satellit Smile von Südamerika aus ins Weltall gestartet.
- An Bord des Satelliten ist Schweizer Technik der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg-Windisch AG.
- Das Ziel der Mission ist, das Weltraumwetter besser zu verstehen.
- Die FHNW werde immer wichtiger für Weltraummissionen, sagt SRF-Wissenschaftsredaktorin Angelika Kren.
Hinter der Weltraummission stehen die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS). Sie schicken den Satelliten Smile ins Weltall, um das Weltraumwetter besser verstehen zu können. Der Name Smile steht für «Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer».
Der Start der Trägerrakete in Südamerika mit Smile an Bord wurde in Brugg, dem Standort der FHNW, voller Spannung per Livestream verfolgt. Schliesslich sind wichtige Teile an Bord von Forschenden der FHNW entwickelt worden. Allen voran ein Kühlsystem für das Teleskop.
-
Bild 1 von 4. Der Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana, aufgenommen am Montag, 18. Mai 2026. Von hier aus hat Smile seine Reise gestartet. Bildquelle: Keystone/APA/Anna Stockhammer.
-
Bild 2 von 4. Das Kontrollzentrum im Raumfahrtzentrum der ESA in Französisch-Guayana. Hier hat man sich natürlich ebenfalls über den Start der Trägerrakte gefreut. Bildquelle: Keystone/APA/Anna Stockhammer.
-
Bild 3 von 4. Der Smile-Satellit hat am Dienstag, 19. Mai 2026, seinen vorläufigen Orbit in rund 700 Kilometern Höhe erreicht. So sah das auf dem Livestream aus. Bildquelle: SRF/Live-Stream.
-
Bild 4 von 4. Die Forschenden der FHNW verfolgen den Start der Trägerrakete in Brugg-Windisch AG per Livestream. Die Anspannung war gross. Ob die Mission erfolgreich ist, zeigt sich erst noch. Bildquelle: SRF.
Vor 6 Uhr ging der Countdown los: «Dix, neuf, huit, sept, six, cinq, quatre, trois, deux, un!» In Brugg verfolgt FHNW-Projektleiter und Astrophysiker Säm Krucker den Livestream.
Ich schütze mich selber, deshalb bin ich heute Morgen nicht allzu emotional.
Von aussen wirkt Säm Krucker ruhig. Aus gutem Grund, sagt er: «Ich schütze mich selber, deshalb bin ich heute Morgen nicht allzu emotional. Natürlich freut man sich. Wenn es nicht funktioniert, gibt es emotional so ein grosses Loch. Man hat zehn Jahre geforscht.»
Das Ziel der Mission ist, das Weltraumwetter besser zu verstehen. Die Forscherinnen und Forscher möchten präzisere Voraussagen machen können. Das Wetter im All wird durch Sonnenwinde und Sonnenstürme bestimmt.
«Sonnenstürme können GPS-Signale stören und zu Störungen in unserer Stromversorgung führen. Um die Physik des Weltraums besser zu verstehen, wurde die Mission Smile lanciert», erklärt Krucker.
FHNW liefert Software für Teleskop
Die Forschenden der FHNW liefern einen zentralen Bestandteil für das Teleskop, nämlich die Software. Das Teleskop sei anspruchsvoll und ist, kurz erklärt, das besondere Auge des Satelliten.
Smile wird erstmals Aufnahmen liefern, welche die Verformung des Erdmagnetfelds durch Sonnenstürme zeigen. Die FHNW hat Algorithmen entwickelt, um die Bildqualität der Weitwinkelkamera zu verbessern.
Spezielles Kühlsystem aus Brugg AG
Vor allem aber haben die FHNW-Forschenden das Kühlsystem für das SXI-Röntgenteleskop entwickelt. Das Kühlsystem ist «ein unscheinbar wirkendes, rechteckiges Panel von etwa 30 × 40 Zentimetern Grösse», beschreibt die FHNW die Erfindung.
-
Bild 1 von 4. Das weisse Panel ist unscheinbar, aber wichtig für die Weltraummission. Es kühlt das Teleskop, das Bilder aus dem All liefern soll. Bildquelle: Mario Gutknecht / SRF.
-
Bild 2 von 4. Einblick ins Labor, wo das Kühlsystem für Smile gebaut wurde. Bildquelle: Mario Gutknecht / SRF.
-
Bild 3 von 4. Hier wird an der FHNW getestet, ob das Kühlsystem das Rütteln der Trägerrakete gut übersteht. Bildquelle: Mario Gutknecht / SRF.
-
Bild 4 von 4. Die Fachhochschule Brugg-Windisch AG werde für die Raumfahrt immer wichtiger, sagen Experten. Bildquelle: Keystone / Walter Bieri.
Es ist ein sogenannter Radiator, der auf der sonnenabgewandten Seite des Teleskops montiert ist. Dieser zeigt in Richtung des kalten Weltraums und kann so Wärme abführen. Der Radiator ist leicht und muss das Teleskop über den ganzen Orbit auf minus 110 Grad kühlen können.
FHNW immer wichtiger für Raumfahrt
Für die Weltraummission wurde im Vorfeld lange geforscht und getestet. Die FHNW könne von früheren Missionen profitieren, sagt Angelika Kren, Wissenschaftsredaktorin bei SRF: «Die FHNW hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem wichtigen Player gemausert. Sie hat sich wichtige Kompetenzen im Bereich Software und in der Technologie angeeignet. Das wird auch künftig in der Raumfahrtmission wichtig sein.»
Der Smile-Satellit hat seinen vorläufigen Orbit in rund 700 Kilometern Höhe erreicht. Ob die aktuelle Mission glückt, wird sich zeigen. Smile soll nun drei Jahre lang Daten über das Weltraumwetter sammeln.