Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Werbung für Schleckmäuler Bund will Werbung für ungesunde Lebensmittel einschränken

Jedes fünfte Kind in der Schweiz ist übergewichtig. Nun will der Bund durchgreifen: Werbung für Süssigkeiten, Chips und andere ungesunde Lebensmittel soll an gewissen Orten deutlich reduziert werden. Eine freiwillige Selbstregulierung der Branche ist geplant.

Süssigkeiten, Chips, Schokolade – solche Lebensmittel können bei Kindern zu Müdigkeit, Übergewicht und einem erhöhten Risiko für Krankheiten wie Diabetes führen. Doch genau diese Produkte werden ihnen durch Social Media, Spiele und Werbung im öffentlichen Raum vermehrt schmackhaft gemacht. Das zuständige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV ist deshalb alarmiert und will laut der «NZZ am Sonntag» handeln.

Kind mit gestreiftem Hemd hält grünen Donut vor Gesicht.
Legende: Fertig lustig für Schleckmäuler: Der Bund möchte Werbung für ungesunde Nahrungsmittel in der Nähe von Schulen verbieten. imago images/Ilona Titova

«Wir denken, es ist wichtig, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder, die noch leicht beeinflussbar sind, nicht täglich von dieser Werbung verführt werden», sagt Michael Beer vom BLV.

Freiwillige Selbstregulierung geplant

Seit einigen Monaten ist das Bundesamt mit der Lebensmittelwirtschaft im Austausch. Ziel ist es, eine freiwillige Selbstregulierung einzuführen, die Werbung für ungesunde Produkte stark reduzieren soll. Bestrebungen in diese Richtung gibt es bereits, beispielsweise beim Zusammenschluss Swiss Pledge von Coca-Cola, McDonald’s, Rivella und Kellogg’s und anderen Unternehmen.

Das plant der Bund

Box aufklappen Box zuklappen

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV möchte laut der «NZZ am Sonntag» Werbung für zu süsse, salzige oder fettige Produkte an Schulen sowie im Umkreis von hundert Metern davon verbieten. Auch im Fernsehen und Radio dürfe rund um Kindersendungen keine Werbung mehr für Junk-Food ausgestrahlt werden. Geplant seien zudem Einschränkungen für Onlinewerbung, Kindermagazine und Kinospots vor Filmen für unter Dreizehnjährige.

Dort begrüsst man die Selbstregulierung. Aron Agnolazza von Swiss Pledge zeigt sich grundsätzlich offen: «Eine Selbstregulierung ist ein klassisch schweizerischer Kompromiss, bei dem sich die Beteiligten an einen runden Tisch setzen, das ausdiskutieren und entsprechend eine tragfähige Lösung finden.» Das Ziel sei es, dass diese Selbstregulierung per Anfang nächstes Jahr in Kraft tritt.

Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, gibt es in der Branche allerdings auch Forderungen nach Kompromissen, beispielsweise bei Feiertagen. Zurzeit äussert sich aufgrund der laufenden Diskussionen niemand zu diesem Thema.

Keine Ausnahmen für Feiertage

Für das Bundesamt ist jedoch klar: Wenn eine Selbstregulierung, dann eine wirkungsvolle. «Man kann nicht teilweise Verantwortung zeigen, aber dann nach 17 Uhr oder an Weihnachten oder Ostern die Kinder wieder mit Werbung beeinflussen», betont Michael Beer.

Am 26. Mai trifft sich die Lebensmittelbranche erneut mit den Behörden an einem runden Tisch. Dort sollen mögliche Massnahmen weiter konkretisiert werden.

Frühere Anläufe scheiterten

Die Idee ist nicht neu. Beim BLV beschäftigt man sich seit Jahren mit dem Thema. Immer wieder scheiterten frühere Anläufe – unter anderem wegen fehlender Einigung mit der Branche. Diesmal aber zeigt man sich optimistisch.

Tagesschau, 17.05.2026, 19:30 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel