Es liegt viel Neuschnee in den Bergen. Das erhöht die Lawinengefahr. Mehrere Personen sind in den letzten Tagen in den Schweizer Alpen gestorben, darunter Snowboardpionier Ueli Kestenholz. In Österreich starben vergangenes Wochenende acht Menschen bei durch Schneebretter ausgelösten Lawinen. Der Berg bleibt ein gefährlicher Ort. Doch es gibt Wege, wie man sich schützen kann.
Wo lauert Gefahr?
Grundsätzlich gilt, Gefahr lauert nicht nur für Skitourengänger, sondern für alle abseits der Pisten, wie Christine Pielmeier vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF erklärt. «Lawinengefahr herrscht überall abseits der Pisten – im Touren- wie auch im Variantengelände.»
Wie kann ich vorsorgen?
Wer auf Skitouren geht, sollte ausgebildet sein, wie Pielmeiers Kollege Frank Techel betont. Möglich ist das etwa beim Schweizer Alpenclub SAC. Jede Tour will sorgfältig geplant sein, wie Techel ausführt. Dazu gehört, dass man die Lawinenlage und das Wetter gut prüft.
Man sagt auch, der Wind ist der Baumeister der Lawinen.
Grundsätzlich gilt: Bei Schneefall oder starkem Wind steigt die Lawinengefahr. «Man sagt auch, der Wind ist der Baumeister der Lawinen.» Zudem sei es wichtig, dass man fortlaufend prüfe, ob die Verhältnisse vor Ort zur Planung passten. Wenn es zum Beispiel mehr Neuschnee gebe als erwartet, müsse die Route angepasst werden.
Diese Informationsquellen gibt es:
Wie funktionieren die Gefahrenstufen?
Laut Techel gibt die Einstufung Lawinenbulletins von SLF wieder, wie viele Gefahrenstellen in einem Gebiet vorhanden sind und wie gross mögliche Lawinen werden können. «Je mehr Gefahrenstellen und je grösser die Lawinen, desto höher die Lawinengefahr, ganz einfach gesagt.» Gefahrenstufe 1 bedeutet oft günstige Bedingungen, während Stufe 4 zahlreiche Gefahrenstellen und grosse, teils spontane Lawinen bedeutet.
Zwar ist bei Stufe 4 und 5 die Wahrscheinlichkeit einer Lawinenauslösung am grössten, doch bereits bei Stufe 2 (mässig) und Stufe 3 (erheblich) geschehen zahlreiche Lawinenunfälle. Rund die Hälfte aller Todesopfer gibt es bei Stufe 3, die während etwa einem Drittel des Winters gilt.
Welche Tools helfen?
Laut Frank Techel ist eine Notfallausrüstung zentral. Für die Alarmierung ist zudem ein Handy wichtig. Der Lawinenprognostiker nennt grundsätzlich drei wichtige Gegenstände:
- Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS): Trägt man am eigenen Körper und sendet ein Signal aus. Damit können andere einen finden und man kann andere orten.
- Sonde: Zusammenklappbarer Stab, um in tiefem Schnee nach einer verschütteten Person zu suchen.
- Schaufel
Was mache ich, wenn ich unter der Lawine bin?
- Am besten kommt man gar nicht erst rein. Das erreicht man laut den beiden Experten, in dem man versucht, seitlich aus der Lawine zu fahren.
- Ist das nicht möglich, soll man die Skistöcke loslassen. Hat man einen Airbag dabei, ist jetzt der Zeitpunkt, diesen auszulösen.
- Anschliessend sollte man versuchen, mit Schwimmbewegungen an der Oberfläche zu bleiben.
- Wird man trotzdem verschüttet, muss man den Mund und die Atemwege schützen, damit kein Schnee hineingedrückt wird.
Wie kann ich anderen helfen?
- Beobachtest du eine Lawine, bringe dich selbst zuerst aus dem Gefahrenbereich.
- Halte nach Personen in der Lawine Ausschau, merke dir den Ort, an dem du sie zuletzt gesehen hast.
- Alarmiere die Rettungskräfte (bspw. Rega 1414 oder im Wallis 144).
- Achte darauf, ob eine Nachlawine droht und beginne mit der Suche sowie dem Ausgraben der verschütteten Personen.
- In den ersten 15 Minuten besteht die grösste Chance, Verschüttete lebend zu retten.