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Wohnraumpolitik Luzern kann bei Liegenschaftskäufen bald dazwischenkommen

Die Stadt Luzern ist die erste in der Deutschschweiz mit diesem Recht. Es soll zu mehr preisgünstigen Wohnungen führen.

Darum geht es: Ab 2027 hat die Stadt Luzern ein Vorkaufsrecht auf grössere Wohnliegenschaften und Grundstücke. Planen zwei Parteien einen Verkauf beziehungsweise Kauf, müssen sie zuvor die Stadt informieren. Sie hat dann das Recht, die Liegenschaft zum von den beiden Parteien vereinbarten Preis selbst zu kaufen.

Deutliches Ja der Stimmbevölkerung

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Das Vorkaufsrecht der Stadt Luzern tritt in Kraft, weil die Stimmbevölkerung im Juni 2026 an der Urne klar Ja sagte zu diesem Vorschlag der Regierung. Rund 68 Prozent der Stimmenden sprachen sich dafür aus.

Wann hat die Stadt ein Vorkaufsrecht? Es tritt in Kraft, wenn eine Wohnungsknappheit herrscht. Das heisst, dass weniger als 1.5 Prozent der Wohnungen leerstehen. Das ist in der Stadt Luzern seit rund 25 Jahren durchgehend der Fall. Im Fokus der Stadt stehen grössere Mehrfamilienhäuser und Überbauungen, die für den gemeinnützigen Wohnungsbau von Interesse sind.

Welche Ausnahmen gibt es? Eigentumsübertragungen in direkter Verwandtschaftslinie fallen nicht unter die neue Gesetzgebung. Beispielsweise können Eltern ihren Kindern eine Liegenschaft weiterhin verkaufen, ohne dass die Stadt dazwischenkommen kann. Dasselbe gilt für Übertragungen zwischen Ehepaaren oder Schenkungen. Kleinere Immobilien wie Einfamilienhäuser sind ebenfalls ausgenommen.

Industriegebiet mit älteren und modernen Gebäuden.
Legende: Bereits geplant: Die grösste Zentralschweizer Baugenossenschaft abl will auf dem Luzerner Ewl-Areal 92 gemeinnützige Wohnungen realisieren. Keystone/Urs Flüeler

Was macht die Stadt mit den Liegenschaften? In der Regel gibt sie sie im Baurecht an Genossenschaften und andere gemeinnützige Wohnbauträger weiter. Dafür hat sie nach dem Kauf drei Jahre Zeit. Gelingt dies nicht, kann die ursprüngliche Verkäufer- respektive Käuferschaft die Liegenschaft wieder zurückkaufen.

Wie viele Liegenschaften will die Stadt kaufen? Dies sei schwierig abzuschätzen, sagt die zuständige Stadtluzerner Baudirektorin Korintha Bärtsch. «Es müssen passende Liegenschaften auf dem Markt sein, die Stadt will nicht alles kaufen.» Zudem sei auch der Preis entscheidend. Zusammen mit anderen Massnahmen sollen in der Stadt Luzern bis 2048 mindestens 1'100 zusätzliche preisgünstige Wohnungen entstehen. Der Anteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus soll von aktuell rund 14 Prozent auf 18 Prozent steigen.

So will die Stadt Luzern mehr Wohnraum schaffen

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Beim Urnengang im Juni 2026 nahm die Stimmbevölkerung nebem dem Vorkaufsrecht eine zweite Vorlage zur Wohnraumpolitik an. Der Stadt stehen damit insgesamt vier Massnahmen zur Verfügung:

  1. Eine neue Stiftung soll 500 preisgünstige Wohnungen bauen und vermieten.
  2. Mit dem Kauf von Liegenschaften will die Stadt selber 300 preisgünstige Wohnungen bereitstellen.
  3. Gemeinnützige Wohnbauträger sollen von der Stadt Darlehen erhalten, um weitere 300 Wohnungen zu erstellen.
  4. Das Vorkaufsrecht auf grössere Liegenschaften.

Wo in der Schweiz gibt es bereits ein Vorkaufsrecht der öffentlichen Hand? Die Kantone Genf und Waadt kennen dieses Mittel bereits. In Zürich scheiterte Ende 2025 eine Vorlage an der Urne, die den Gemeinden ebenfalls ein Vorkaufsrecht einräumen wollte. Eine Umfrage des Bundes von 2023 zeigt, dass zwei Drittel der Städte und städtischen Gemeinden in der Schweiz über zu wenig Wohnraum verfügen. Der Hauptgrund dafür sei mangelndes Bauland, weshalb sie ein Vorkaufsrecht für Grundstücke als eine mögliche Lösung sähen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 14.06.2026, 17.30 Uhr ; 

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