Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Wollte zuerst Goalie werden Genfer Wurzeln, grosse Bühne: Manzambis Weg zum WM-Star

Bei der WM glänzt Johan Manzambi als wertvollstes Juwel der Nati-Offensive. Dabei wollte er als Kind noch im Tor stehen.

Kaum ein anderer Natispieler prägt diese WM wie Johan Manzambi. Auch international gilt der 20-Jährige als grosse WM-Entdeckung. Manzambi hat es also geschafft: aus der Jugendakademie von Servette Genf über den SC Freiburg auf die ganz grosse Bühne des Weltfussballs. Und das auch wegen einer Entscheidung, die bei anderen Schweizer Talenten schiefging. Das waren seine Stationen.

1. Kindheit in Genf

Als eins von vier Geschwistern wächst Johan Manzambi in Genf auf. Nur Fussball im Kopf, und immer einen Ball am Fuss, sogar vor der Spielkonsole – so erinnert sich der grosse Bruder in einem Interview mit Blue Sport an Johan. Der hat den Ball zu dieser Zeit aber nicht nur zwischen den Füssen, sondern auch in den Händen. Eine Zeit lang will Johan als Kind im Tor stehen. Kein Wunder, findet SRF-Fussballexpertin Kathrin Lehmann, die früher selbst im Tor stand: «Menschen, die gerne Goalie werden möchten, wollen Verantwortung übernehmen. Man hat auch keine Angst vor Fehlern und trägt ganz viel Selbstvertrauen in sich.»

Den Traum vom Goalie reden sein Vater und sein Bruder ihm aber bald aus. Der soll mit seinem grossen Talent im Feld spielen. Johan Manzambi landet so in der Jungendabteilung von Servette Genf.

2. Wechsel zu den SC-Freiburg-Junioren

2023 wagt Manzambi einen Schritt, von dem Schweizer Talenten oft abgeraten wird: Er geht früh ins Ausland. Von den U18-Junioren bei Servette wechselt er zur U19 des SC Freiburg. Tatsächlich erlebt Manzambi beim Freiburger Sportclub eine neue Trainingsintensität. Hinzu kommt: Manzambi lässt seine Familie in Genf zurück. Er lebt die ersten sechs Monate im Internat, zieht danach in eine eigene Wohnung. Manzambi übt Deutsch mit einem Sprachlehrer. Und er lernt kochen. Sein Paradegericht: Lachs mit Bohnen und Kartoffeln, wie er gegenüber Sky Sport erzählt hat.

Manzambi in rot-weissem SC-Trikot vor leeren Tribünensitzen.
Legende: Porträttermin für die zweite Mannschaft: Manzambi im SC-Trikot, damals spielt er noch in der 3. Liga. (6.7.2023) Imago/Eibner

3. Durchbruch bei den Profis

2024 rückt Manzambi von der zweiten Mannschaft des SC Freiburg zu den Profis auf. Sein erstes Tor erzielt er am 12. April 2025 gegen Borussia Mönchengladbach, kurz vor dem Schlusspfiff. Es ist ein wichtiger Treffer für den Sportclub, der mit dem Sieg eine Negativserie beendet. Und ein Meilenstein für Johan Manzambi, der sich bald in die Herzen der Fans spielt. In der folgenden Saison rückt er in die Startelf, schiesst Traumtore in der Bundesliga und in der Europa League, wo es die Freiburger bis in den Final schaffen.

Manzambi steht beim Kopfball in der Luft, der Ball fliegt aufs Tor zu. Darum weitere Spieler.
Legende: Johan Manzambi trifft zum ersten Mal in der Bundesliga, per Kopf. Das Tor widmet er seinem Bruder. Keystone / Fabian Strauch

4. Anfänge in der Nationalmannschaft

Am 7. Juni 2025 debütiert Johan Manzambi in der Schweizer A-Nationalmannschaft, bei einem Freundschaftsspiel gegen Mexiko. Seine Startelfpremiere feiert er wenige Tage später gegen die USA – wo er prompt sehenswert trifft.

5. Vom Super-Joker zum WM-Startspieler

Im Schweizer WM-Kader ist für Manzambi zunächst eine Rolle als Einwechselspieler vorgesehen. Gegen Bosnien-Herzegowina trifft Manzambi aber gleich doppelt. Dann, gegen Kanada und Algerien, steht er in der Startelf – und drückt beiden Spielen seinen Stempel auf. Inzwischen ist Manzambi in vier WM-Spielen an fünf Toren beteiligt.

Ein Fussballspieler in rotem Trikot jubelt auf einem Spielfeld, umgeben von weiteren Spielern.
Legende: Die Jubelpose, die die ganze Schweiz begeistert: Seine Tore feiert Johan Manzambi jeweils, indem er seine Hände zu einer Kugel formt. Oder handelt es sich gar um eine Mango? Zumindest sagte das ein Jugendfreund gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Das Geheimnis um den Insiderjoke wollte er aber nicht lüften. KEYSTONE/Peter Klaunzer

Mit einem Marktwert von 50 Millionen Euro ist er ohnehin der wertvollste Spieler im Schweizer Nati-Kader – und diese Schätzung stammt noch aus dem Mai, also vor Manzambis Traum-WM. Wie es für das Talent nun weitergeht, ob er von den Freiburgern den nächsten Schritt wagt? Die Gerüchteküche brodelt schon. Ex-Bayern-Star Thomas Müller sagte jedenfalls im TV: Sein alter Verein solle sich diesen Manzambi mal genauer ansehen.

SRF 4 News, 3.7.2026, 16:24 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel