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Zu verkaufen Baselbieterin sucht Nachfolge für privaten Tierfriedhof

In der Baselbieter Gemeinde Läufelfingen ruhen Tausende von Tieren. Es ist der älteste Tierfriedhof der Schweiz.

Katzen, Hunde, Mäuse und Frettchen – etwa 2500 Tiere sind auf dem «Tierfriedhof am Wisenberg» begraben. Haustiere aus der ganzen Schweiz finden in der Baselbieter Gemeinde Läufelfingen ihre letzte Ruhe – auf dem ältesten Tierfriedhof der Schweiz.

Landschaftsgarten mit Bäumen, Sträuchern und Blumen, im Hintergrund Wald.
Legende: Der Tierfriedhof in Läufelfingen ist umgeben von sanften Hügeln und rauschenden Wäldern. 2500 Tiere und einige Urnen von Menschen fanden in der Baselbieter Gemeinde ihre letzte Ruhe. SRF/Martina Inglin

Doch nun soll der Tierfriedhof verkauft werden. Der 10’000 Quadratmeter grosse Friedhof brauche nämlich viel Pflege, sagt die mittlerweile fast 70-jährige Marlies Mörgeli. Sie gründete ihn vor 25 Jahren zusammen mit ihrem Ehemann. Seit ihr Mann gestorben ist, bewirtschaftet sie ihn alleine. Und das werde ihr nun zu viel. «Körperlich wird es manchmal sehr schwierig», sagt Marlies Mörgeli.

Der Verkauf gestalte sich aber nicht einfach. Zwar sei alles gebaut, die Investitionen also gemacht, und man könne davon leben. «Reich wird man aber nicht mit diesem Geschäft.» Zu tun gebe es hingegen viel.

Seppli war das erste Tier

Angepackt hat Marlies Mörgeli stets mit viel Liebe. Das erste Tier auf dem Friedhof war denn auch ihr eigenes: Hund Seppli. Als er vor 25 Jahren erkrankte, fanden die Mörgelis keinen Friedhof für ihren treuen Begleiter. Darum gründeten sie selbst einen.

Jahrelang hat das Ehepaar den Tierfriedhof gepflegt und erweitert. Marlies Mörgeli sagt, sie hätte ihn zusammen mit ihrem Mann zu einem «kleinen Paradies» gemacht.

Mensch und Tier in einem Grab

Gerade weil der Ort so schön ist, liegen in Läufelfingen mittlerweile nicht nur Tiere begraben. Neben etwa 2500 Tieren sind auch die Urnen von 15 Menschen in der Erde, neben jenen ihrer Haustiere.

Diese Menschen hätten ihre letzte Ruhestätte allerdings nicht in erster Linie der Tiere wegen gewählt, betont Mörgeli. «Es ist schön hier, deshalb wollten diese Menschen hier sein.» Neben der schönen Landschaft sei auch die Stimmung wunderbar. Auf dem Friedhof werde zwar getrauert, aber auch gelacht, erzählt Mörgeli.

Trost und Kreativität

Viele Haustiere seien für ihre Herrchen und Frauchen ähnlich wichtig wie ein Mitmensch. Dies zeigt sich auch bei jener Frau, die gerade dabei ist, Blumen auf einem Grab zu pflanzen. «Wir haben drei Hündchen hier begraben», sagt sie und nennt die Namen ihrer verstorbenen Haustiere. Sie hätten den schönsten Platz, den sie auf Erden haben können, sagt sie. «Und das ist für uns ein grosser Trost.»

Bemalter Gedenkstein im Garten neben pinken Blumen.
Legende: Wie viel Tiergräber den Menschen bedeuten, sieht man auch daran, wie liebevoll sie diese gestalten. SRF/Martina Inglin

Marlies Mörgeli führt zu einem anderen Hundegrab, dessen ehemalige Besitzerin und Besitzer einen besonders kreativen Grabstein gebastelt haben: «Das ist ein Hundehaus mit einem Gartenhaus drumherum», erzählt sie. «Wenn die Leute kommen, machen sie die Türe auf und setzen sich hin.» Möglicherweise würden sie mit ihrem ehemaligen Begleiter reden.

Keine religiösen Kreuze

Der Tierfriedhof in Läufelfingen erinnert an einen Friedhof für Menschen. Einen Unterschied gibt es aber: Auf dem Tierfriedhof gibt es zwar viele Grabsteine, aber kein einziges Kreuz. «Da mache ich dann doch einen Unterschied», sagt Mörgeli. «Ich will vor allem keine gläubigen Menschen vor den Kopf stossen.»

Viel Liebe steckt in diesem speziellen Ort. Trotzdem ist für Marlies Mörgeli bald Schluss. Sie sucht jetzt also einen Käufer oder eine Käuferin. Verschenken würde sie den Tierfriedhof zwar gerne, aber das sei nicht möglich. Sowohl ihr Mann als auch sie selbst hätten das Geld der Pensionskasse in den Friedhof gesteckt. Trotzdem sagt sie. «Wichtig ist mir aber vor allem, dass der Friedhof in gute Hände kommt.»

Regionaljournal Basel, 27. Mai 2026, 17:30 Uhr ; 

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