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Zu wenig Trainingshallen Sportverbände starten Offensive für mehr Turnhallen

Sportarten wie Volleyball erleben einen Boom – doch zum Trainieren fehlen Hallen. Längerfristig braucht es mehr Geld.

Die fehlenden Turnhallen in der Schweiz seien nicht mehr einfach ein Problem unter vielen, sagt der Leiter Ausbildung und Breitensport bei Swiss Volley, Silvan Zindel.

Eine kürzlich durchgeführte Befragung der Volleyballvereine habe nämlich gezeigt, dass es für diese sogar eine der grössten Herausforderungen überhaupt darstelle.

Hunderte können nicht trainieren

Über 2000 Personen stehen momentan auf Wartelisten: Sie alle würden gern einem Volleyballverein beitreten. Doch das geht nicht, weil die Turnhallen fehlen. Dies ist eine grosse Belastung für die Vereine, die meist ehrenamtlich geführt werden.

Wir brauchen mehr Hallen, mehr Infrastruktur.
Autor: Silvan Zindel Leiter Ausbildung und Breitensport bei Swiss Volley

Um das Hallenproblem zu lösen, hat sich Swiss Volley jetzt mit anderen Verbänden zusammengeschlossen. Denn auch Swiss Unihockey, Handball Schweiz und der Turnverband suchen nach Sporthallen für Trainings und Wettkämpfe.

In der neuen Arbeitsgruppe sind auch Swiss Olympic und die Schweizer Sportämter dabei. Sie können aufzeigen, warum nicht alle Lösungsansätze funktionieren. Man versucht also, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

Nutzung optimieren – und neue Hallen bauen

Kurzfristiges Ziel sei eine effizientere Nutzung der bestehenden Sporthallen, sagt Zindel von Swiss Volley. «Man kann beispielsweise die Trainingsdauer anpassen und das Training dafür effizienter gestalten.»

Auf der anderen Seite bräuchten die Vereine aber auch mehr und/oder längere Hallenzeiten, so Zindel. «Beispielsweise könnten die Schliessungszeiten später angesetzt und die Schliesssysteme entsprechend angepasst werden.»

Längerfristig aber sei klar: «Wir brauchen mehr Hallen, mehr Infrastruktur», betont Zindel. Damit werde es längerfristig auch um mehr Geld gehen. Dazu müssten Gemeinden, Kantone sowie Politikerinnen und Politiker ins Boot geholt werden.

Schliesslich befinden sich über 80 Prozent der Sportinfrastruktur im Besitz der öffentlichen Hand. Und darum versuche Swiss Volley, den Vereinen auch zu helfen, im Lobbying noch besser zu werden, sagt Silvan Zindel.

Seit Jahren ein Problem

«Zudem geht es primär darum, die Vereine dabei zu unterstützen, in politischen Prozessen, in der Gemeinde und im Kanton Einfluss nehmen zu nehmen», heisst es von Swiss Volley. So müssten etwa bei geplanten Bauprojekten mehr Sporthallen mit eingeplant werden.

Das Problem der fehlenden Halleninfrastruktur beschäftigt den Schweizer Sport schon seit Jahren und wird ihn auch weiterhin beschäftigen. Mit der neuen verbandsübergreifenden Arbeitsgruppe versucht man nun, das Problem an der Wurzel zu packen.

HeuteMorgen, 28.1.2026, 6:00 Uhr

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