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Zukunft Luzerner Konzerthaus Studie zeigt: KKL soll sich musikalisch und baulich öffnen

Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern hat den Ruf eines Klassiktempels. Wie will das KKL wegkommen vom elitären Image?

Konzerte, Kongresse, Kulinarik: Dafür steht das KKL Luzern. Jenes Kulturhaus, das die Handschrift des Architekten Jean Nouvel trägt. Rund eine halbe Million Gäste verzeichnet die Einrichtung jährlich. Bloss: Wird das auch in Zukunft der Fall sein?

Die Konkurrenz schläft nicht: In den vergangenen Jahren sind in der Region bereits einige hochwertige Konzertsäle entstanden. Die Konzerthalle Andermatt etwa oder der Musiksaal in Vitznau – und auch in Altdorf ist ein Bau spezifisch für Kammermusik in Planung.

Luftaufnahme von Luzerns Hafen und Bergen im Hintergrund.
Legende: Der Konzertsaal des KKL ist am 18. August 1998 im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Flavio Cotti eröffnet worden. KKL Luzern

Überdies altert auch das Publikum des international bekannten Luzerner Konzerthauses. Eine neue Studie zeigt: Will das KKL mehr Junge ansprechen, muss es zugänglicher werden. Musikalisch wie auch baulich.

Hartnäckiges Klischee des Klassiktempels

Etwas verkürzt gesagt, wird das KKL laut Erhebung noch immer stark als elitäres Haus der klassischen Musik wahrgenommen. 90 Prozent der Befragten wünschen sich allerdings auch andere Formate und Musikrichtungen.

Die Breite der Veranstaltungen wird noch zu wenig wahrgenommen.
Autor: Lara Merkel Chief Sales & Marketing Officer KKL

Lara Merkel, Chief Sales & Marketing Officer KKL Luzern, sagt dazu: «Bereits heute sind im Kulturbereich über die Hälfte der Veranstaltungen nicht dem Klassikbereich zuzuordnen. Die Studie zeigt uns, dass diese Breite bei der Luzerner Stadtbevölkerung noch zu wenig wahrgenommen wird.»

Blick von oben auf Orchester im Konzertsaal.
Legende: Der grosse Konzertsaal des KKL bietet 1898 Sitzplätze. KKL Luzern

Erstaunt von dieser Diskrepanz zeigt sich auch Roger Gort, Präsident der Stiftung Konzerthaus Luzern, die die Studie bei der Hochschule Luzern (HSLU) in Auftrag gegeben hat.

Sie stehen hinter der Studie

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Die Studie «KKL 2040+» ist von der Hochschule Luzern erstellt worden. Eingeflossen sind unter anderem eine Megatrend-Analyse, Interviews und eine repräsentative Bevölkerungsbefragung. Der Auftrag dafür stammt von der Stiftung Konzerthaus Luzern und vom Club of Lucerne – zwei privaten Unterstützern.

Sie wollten mit der Studie herausfinden, was der Markt und die Bevölkerung in Zukunft vom KKL verlangen. «Das KKL ist aktuell hervorragend positioniert und es besteht kein Handlungsdruck», sagt Roger Gort, Präsident der Stiftung Konzerthaus Luzern. «Wir möchten den visionären Gedanken verfolgen und schauen, wie sich das Haus 2040 präsentieren könnte.»

Die Stiftung Konzerthaus Luzern und der Club of Lucerne haben seit Inbetriebnahme des Hauses im Jahr 1998 rund fünf Millionen Franken für Projekte der Trägerstiftung bereitgestellt.

Und doch hat er eine mögliche Erklärung dafür: «Mit dem Lucerne Festival und dem Luzerner Sinfonieorchester gibt es im KKL sehr gute klassische Veranstalter mit grosser Strahlkraft.» Andere musikalische Partner seien nur punktuell im Programm und würden daher vielleicht weniger wahrgenommen. «Aber daran kann man arbeiten.» Unter anderem über die Kommunikation.

KKL erreicht Junge weniger

Die Studie zeigt weiter: Nicht alle Generationen identifizieren sich gleich stark mit dem KKL. Von den über 70-Jährigen fühlen sich fast 80 Prozent mit dem KKL Luzern verbunden – bei den 18- bis 34-Jährigen sind es knapp 40 Prozent.

Ferner geht aus den erhobenen Daten hervor: Auf einen Teil der befragten Luzerner Stadtbevölkerung wirkt das KKL «als schwer zugänglich, elitär oder wenig einladend». Auch dies betreffe vor allem die jüngere Generation, sagt Studienmitautor Matthes Fleck von der HSLU. «Bei den Jungen gibt es teilweise eine Hemmschwelle, dort hineinzugehen.»

Blick auf Stadtansicht von innen durch Glasfassade.
Legende: Die Terrasse des KKL – laut eigenen Aussagen die grösste Terrasse Luzerns. KKL Luzern

Aus dem Kreis der Befragten kristallisiert sich ein klarer Wunsch heraus: eine stärkere Öffnung des KKL. Mehr Bereiche, die auch ohne Billett besucht werden können. Eine Idee wäre, die Terrasse nicht nur dem Konzertpublikum zugänglich zu machen. Eine andere, vermehrt auch Veranstaltungen auf dem Europaplatz durchzuführen – dem zentralen Platz vor dem KKL.

Man könnte den einen oder anderen Akzent setzen, um der gewünschten Öffnung Rechnung zu tragen.
Autor: Roland Brunner Stiftungsrat der Trägerstiftung

Bleibt die Frage, was das KKL nun mit diesen Erkenntnissen anstellt. Stiftungsrat Roland Brunner sagt: «Die Studie liefert Impulse und diesen begegnen wir mit grosser Offenheit.» Gerade den Wunsch einer grösseren Zugänglichkeit wolle man ernst nehmen. «Hier könnte man den einen oder anderen Akzent setzen, der dieser Öffnung Rechnung trägt.»

Regional Diagonal, 19.5.2026, 16:30 Uhr ; 

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