Konzerte, Kongresse, Kulinarik: Dafür steht das KKL Luzern. Jenes Kulturhaus, das die Handschrift des Architekten Jean Nouvel trägt. Rund eine halbe Million Gäste verzeichnet die Einrichtung jährlich. Bloss: Wird das auch in Zukunft der Fall sein?
Die Konkurrenz schläft nicht: In den vergangenen Jahren sind in der Region bereits einige hochwertige Konzertsäle entstanden. Die Konzerthalle Andermatt etwa oder der Musiksaal in Vitznau – und auch in Altdorf ist ein Bau spezifisch für Kammermusik in Planung.
Überdies altert auch das Publikum des international bekannten Luzerner Konzerthauses. Eine neue Studie zeigt: Will das KKL mehr Junge ansprechen, muss es zugänglicher werden. Musikalisch wie auch baulich.
Hartnäckiges Klischee des Klassiktempels
Etwas verkürzt gesagt, wird das KKL laut Erhebung noch immer stark als elitäres Haus der klassischen Musik wahrgenommen. 90 Prozent der Befragten wünschen sich allerdings auch andere Formate und Musikrichtungen.
Die Breite der Veranstaltungen wird noch zu wenig wahrgenommen.
Lara Merkel, Chief Sales & Marketing Officer KKL Luzern, sagt dazu: «Bereits heute sind im Kulturbereich über die Hälfte der Veranstaltungen nicht dem Klassikbereich zuzuordnen. Die Studie zeigt uns, dass diese Breite bei der Luzerner Stadtbevölkerung noch zu wenig wahrgenommen wird.»
Erstaunt von dieser Diskrepanz zeigt sich auch Roger Gort, Präsident der Stiftung Konzerthaus Luzern, die die Studie bei der Hochschule Luzern (HSLU) in Auftrag gegeben hat.
Und doch hat er eine mögliche Erklärung dafür: «Mit dem Lucerne Festival und dem Luzerner Sinfonieorchester gibt es im KKL sehr gute klassische Veranstalter mit grosser Strahlkraft.» Andere musikalische Partner seien nur punktuell im Programm und würden daher vielleicht weniger wahrgenommen. «Aber daran kann man arbeiten.» Unter anderem über die Kommunikation.
KKL erreicht Junge weniger
Die Studie zeigt weiter: Nicht alle Generationen identifizieren sich gleich stark mit dem KKL. Von den über 70-Jährigen fühlen sich fast 80 Prozent mit dem KKL Luzern verbunden – bei den 18- bis 34-Jährigen sind es knapp 40 Prozent.
Ferner geht aus den erhobenen Daten hervor: Auf einen Teil der befragten Luzerner Stadtbevölkerung wirkt das KKL «als schwer zugänglich, elitär oder wenig einladend». Auch dies betreffe vor allem die jüngere Generation, sagt Studienmitautor Matthes Fleck von der HSLU. «Bei den Jungen gibt es teilweise eine Hemmschwelle, dort hineinzugehen.»
Aus dem Kreis der Befragten kristallisiert sich ein klarer Wunsch heraus: eine stärkere Öffnung des KKL. Mehr Bereiche, die auch ohne Billett besucht werden können. Eine Idee wäre, die Terrasse nicht nur dem Konzertpublikum zugänglich zu machen. Eine andere, vermehrt auch Veranstaltungen auf dem Europaplatz durchzuführen – dem zentralen Platz vor dem KKL.
Man könnte den einen oder anderen Akzent setzen, um der gewünschten Öffnung Rechnung zu tragen.
Bleibt die Frage, was das KKL nun mit diesen Erkenntnissen anstellt. Stiftungsrat Roland Brunner sagt: «Die Studie liefert Impulse und diesen begegnen wir mit grosser Offenheit.» Gerade den Wunsch einer grösseren Zugänglichkeit wolle man ernst nehmen. «Hier könnte man den einen oder anderen Akzent setzen, der dieser Öffnung Rechnung trägt.»