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Zurück in der Gewinnzone Insel-Gruppe schreibt schwarze Zahlen – ist das der Turnaround?

Nach drei Verlustjahren erzielt die Insel-Gruppe 2025 wieder Gewinn – dank mehr Patienten und neuem IT-System.

Die Ausgangslage: Die Insel-Gruppe hat letztmals 2021 einen Konzerngewinn ausgewiesen. Danach folgten Jahr für Jahr Verluste, 2023 waren es 112.7 Millionen Franken. Nun zeigen die neuesten Zahlen: Die Insel-Gruppe schreibt 2025 wieder schwarze Zahlen. Sie weist einen Konzerngewinn von 134.8 Millionen Franken aus.

Mehr Patientinnen und Patienten: Einer der Gründe ist die gestiegene Anzahl Patienten und Patientinnen. Im stationären Bereich waren es 3 Prozent mehr als im Vorjahr, im ambulanten Bereich 4.8 Prozent mehr. Das habe zu mehr Umsatz geführt. Ausserdem habe sich der Schweregrad der stationären Fälle weiter erhöht, sagt der Verwaltungsratspräsident der Insel-Gruppe, Adrian Schmitter. Es würden immer mehr komplexe Fälle behandelt. «Diese Behandlungen kosten zwar mehr, die Leistungen werden aber entsprechend abgegolten.»

Neues IT-System: Der VR-Präsident nennt noch zwei weitere Gründe für den Gewinn. Einerseits das Klinikinformationssystem Epic, das im März 2024 eingeführt wurde. Das habe zu einer Effizienzsteigerung und einer höheren Produktivität geführt. Schmitter macht ein Beispiel: Vor Epic seien Aufgebote für Patienten per Brief verschickt worden, heute laufe alles elektronisch. Patientinnen könnten auch selbst Termine setzen. Die Folge sei, dass die Kliniken viel weniger Patienten haben, die angemeldet sind, aber nicht erscheinen. «Auch andere Abläufe sind mit Epic viel effizienter geworden», so Adrian Schmitter. Andererseits habe auch das neue Hauptgebäude, das Anna-Seiler-Haus, das im Sommer 2023 eröffnet wurde, seinen Teil zu besseren Abläufen beigetragen.

IT-System Epic teurer als erwartet

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Die Einführung des neuen Klinikinformationssystems Epic wird die Insel-Gruppe teurer zu stehen kommen als geplant. Insgesamt belaufen sich die Projektkosten nun auf 182.5 Millionen Franken. Das gab der Konzern Mitte Februar bekannt. Im Ausschreibungsverfahren war die Rede von 83 Millionen Franken.

Davon entfallen 101.6 Millionen auf externe Leistungen wie Lizenzen, Beratung, Technik und Schulungen. Weitere 52.5 Millionen betreffen interne Aufwände der Spitalgruppe. Zudem investierte die Insel-Gruppe 28.4 Millionen in die Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur.

Mehrwertsteuer und mehr User

Die höheren Kosten erklärt das Unternehmen unter anderem mit der nachträglichen Berücksichtigung der Mehrwertsteuer, zusätzlichen Modulen sowie einer steigenden Anzahl Nutzender.

Epic ist seit März 2024 im Einsatz und ersetzt über 50 teils veraltete Systeme. Auch andere Spitäler wie das Luzerner Kantonsspital und Universitätsspital Zürich setzen auf die US-Software.

Der Vergleich: Zur Insel-Gruppe gehören das Universitätsspital Inselspital, das Berner Reha-Zentrum und die drei Landspitäler Aarberg, Belp und Riggisberg. Wie insbesondere das Inselspital im Vergleich zu den anderen vier Universitätsspitälern abschneidet, ist noch nicht klar. Die anderen Unispitäler haben ihre Jahresergebnisse 2025 noch nicht veröffentlicht. Gesundheitsökonom Stefan Felder von der Uni Basel sagt jedoch, die Grosswetterlage bei den Spitälern sei vielerorts schlecht.

Die Marge: Entscheidend sei vor allem die Marge, so Felber. Diese müsse mindestens 10 Prozent betragen, dann sei genug Geld vorhanden, um nötige Investitionen zu tätigen. Bei der Insel-Gruppe war die Marge seit 2018 unter 10 Prozent, beim neuesten Ergebnis liegt sie nun bei 14 Prozent.

Gebäude des Inselspitals in Bern.
Legende: Nun gilt es für die Insel-Gruppe, das Ergebnis im nächsten Jahr zu bestätigen. KEYSTONE/Christian Beutler

Die Herausforderung: Nachdem die Insel-Gruppe für das letzte Jahr einen Gewinn von 134.8 Millionen Franken gemacht hat, gehe es nun darum, das Ergebnis zu bestätigen: «Das ist wie im Sport: Die Bestätigung eines guten Resultats ist meist schwieriger als das Erreichen des ersten guten Resultats», sagt Verwaltungsratspräsident Adrian Schmitter. Aber, es sei so viel für dieses Ergebnis gemacht und gearbeitet worden, «dass ich überzeugt bin, dass das nun der Turnaround ist».

So geht es weiter: Nun gehe es darum, die Mitarbeitenden wieder besser einzubinden, den berühmten «Inselspirit» heraufzubeschwören, so Schmitter. «Wir müssen das Personal motivieren. Nur wenn sie einen guten Job machen, können wir überhaupt erfolgreich werden.» Ausserdem werde im zweiten Halbjahr das Marie-Colinet-Haus, also die Frauenklinik, in Betrieb genommen. Auch dort hofft Schmitter auf einen Effizienzgewinn.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 2.3.2026, 17:30 Uhr ; 

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