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350 Millionen investiert Darum glaubt Warren Buffet an die «New York Times»

Der Multimilliardär erhofft sich wohl Gewinne – weniger durch die gedruckte Zeitung als durch die digitalen Dienste.

Darum geht es: Der milliardenschwere Investor Warren Buffet hat mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway für 350 Millionen Dollar Aktien der «New York Times» (NYT) gekauft. Was nach einem grossen Investment tönt, ist für die Investmentfirma ein kleiner Fisch: Insgesamt umfasst deren Portfolio rund 275 Milliarden Dollar.

Deshalb ist das interessant: Die NYT hat einerseits rund 580’000 Zeitungsabonnentinnen und -abonnenten. Hinzu kommen etwa zwölf Millionen Online-Abonnemente. Zudem verfügt die NYT über ein ganzes Universum an digitalen Angeboten: eine Quizplattform, eine Sportplattform oder Radiostationen. Es sind wohl diese digitalen Geschäftsbereiche, die Buffet interessieren. Denn sie werfen Gewinne ab.

Personalisierte Newsletter sprechen ein zahlungskräftiges Publikum an, hinzu kommt die globale Reichweite der NYT.
Autor: Klaus Bonanomi Medien- und Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF

Die Begründung: Vor sechs Jahren verkaufte Berkshire Hathaway alle Medien-Beteiligungen – jetzt steigt die Investment-Firma wieder ein. Inzwischen hat sich einiges geändert: «Personalisierte Newsletter sprechen ein zahlungskräftiges Publikum an, hinzu kommt die globale Reichweite der NYT», sagt SRF-Medienredaktor Klaus Bonanomi. Die Investition sei wohl auch ein starker Vertrauensbeweis in die Geschäftsstrategie der NYT.

Stapel von The New York Times mit Schlagzeile über amerikanischen Papst Leo XIV.
Legende: Die NYT hat eine Zukunft – sonst hätte Warren Buffet nicht in das Blatt investiert. Doch weniger die gedruckte Zeitung dürfte den Multimilliardär interessieren, als vielmehr die ausgebauten Digitalangebote der renommierten Zeitung. Reuters / Adam Gray

Attraktive digitale Medien: Das Millioneninvestment der NYT deutet darauf hin, dass diese neue Form des digital abgestützten Journalismus finanziell attraktiv ist. Auch in der Schweiz sind gedruckte Zeitungen auf dem Rückzug – so gibt es «20 Minuten» seit Kurzem nur noch digital. Trotzdem macht der Verlag der Zeitung – die TX Group, zu der auch der «Tages-Anzeiger» oder «Der Bund» gehören – Gewinne. Dieselbe Entwicklung sieht man etwa auch in Deutschland.

Buffet und die Investoren bei Berkshire Hathaway suchen nicht den kurzfristigen Gewinn.
Autor: Klaus Bonanomi Medien- und Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF

Buffets Vermächtnis: Von Warren Buffet weiss man, dass er die Milliarden stets mit langfristigem Horizont anlegt. «Er und die Investoren bei Berkshire Hathaway suchen nicht den kurzfristigen Gewinn, sondern sie sind jeweils langfristig an einer Gesellschaft beteiligt», sagt Wirtschaftsredaktor Bonanomi. Und so sei das Investment in die NYT auch so etwas wie eines von Buffets Vermächtnissen: Schliesslich ist der legendäre Multimilliardär bereits 96 Jahre alt.

SRF 4 News, 18.2.2026, 8:50 Uhr ; 

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