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Abbau bei Autokonzern Jetzt auch BMW: Konzern soll Tausende Stellen streichen

  • Der deutsche Autobauer BMW will Tausende Stellen abbauen – das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Eine offizielle Bestätigung von BMW lag zunächst nicht vor.
  • Weltweit sollen rund 8000 Jobs wegfallen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr.
  • Der Stellenabbau soll über natürliche Fluktuation sowie ein Abfindungsprogramm auf freiwilliger Basis in Deutschland erfolgen.

Das Abfindungsprogramm soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen und sich an alle Mitarbeiter in Deutschland wenden, die ausserhalb der direkten Produktion tätig sind – insgesamt einige Zehntausend Menschen. Mehr als die Hälfte der knapp 154'000 BMW-Angestellten sind in Deutschland tätig.

Nahaufnahme eines kreisförmigen Logos auf dunklem Hintergrund.
Legende: Einer der Gründe für den Stellenabbau: Nach Investitionen in die technologische Weiterentwicklung will BMW jetzt die Kosten wieder senken. Reuters/Chalinee Thirasupa

BMW äusserte sich zunächst nicht zu den Plänen. Spekulationen über ein Stellenabbauprogramm gibt es seit Mitte Juni. Damals hatte der nur einen Monat zuvor zum Konzernchef aufgestiegene Milan Nedeljkovic eine deutliche Gewinnwarnung geben müssen. Seinerzeit hiess es zudem, dass der Konzern «die laufenden Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmassnahmen intensivieren und beschleunigen» werde.

Eher geräuschlose Gespräche

Der Gesamtbetriebsrat hatte damals «unverzügliche und verbindliche» Gespräche gefordert. Diese sind nun binnen sechs Wochen offenbar abgeschlossen – nach aussen hin eher geräuschlos.

Lange war BMW der letzte grosse deutsche Autohersteller, der ohne grosses Stellenabbauprogramm auskam. Volkswagen, Mercedes, Audi, Porsche – alle hatten schon im vergangenen Jahr Stellenstreichungen angekündigt, teilweise in weit höherem Umfang.

Im VW-Konzern wird bereits um die zweite Runde der Streichungen gerungen – mit Stellenzahlen, die in die Zehntausende gehen. Erst diese Woche hat die Tochter Porsche mit dem Wegfall weiterer 5000 Jobs den Anfang gemacht. Und auch die grossen Zulieferer bauen ab.

Branche in der Krise

Die gesamte deutsche Autoindustrie leidet derzeit unter dem Einbruch des chinesischen Marktes und dem sich dort stark erhöhenden Konkurrenz- und Preisdruck. Hinzu kommen die US-Zölle, die immer stärker werdende chinesische Konkurrenz auf dem Weltmarkt und zuletzt die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten auf die weltweite Konjunktur.

Für das Abfindungsprogramm bei BMW nennt man in Unternehmenskreisen auch einen weiteren Grund: Für die Entwicklung der neuen Klasse hatte BMW viel Geld in die Hand genommen, um einen technologischen Sprung zu schaffen. Dass die Entwicklungskosten danach wieder sinken sollten, hatte der Konzern schon im vergangenen Jahr betont. Und das umfasst offenbar auch Personal.

Abbau bereits in den Nullerjahren

Beispiellos ist der Jobabbau bei BMW nicht. Anfang 2008 hatte der damalige Konzernchef Norbert Reithofer einen Abbau in ähnlicher Dimension angekündigt. Bis Ende 2010 schrumpfte die Belegschaft dann sogar um mehr als 10'000 – auf damals 95'000.

Danach ging es allerdings wieder steil nach oben. Dass das wieder gelingen wird, ist angesichts der aktuellen Prognosen für die deutsche Autoindustrie eher unwahrscheinlich.

Halbjahreszahlen am Donnerstag

Wie es finanziell um ihn steht, muss der Konzern am Donnerstag erklären. Dann legt er seine Halbjahreszahlen vor – die ersten, an denen Nedeljkovic zumindest einen kleinen Anteil als Konzernchef hat.

Die Gewinnwarnung im Juni, die zuletzt sinkenden Absatzzahlen und die bereits vorliegenden Zahlen der deutschen Konkurrenten machen dabei wenig Hoffnung auf gute Nachrichten.

SRF 4 News aktuell, 29.07.2026, 11:01 Uhr ; 

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