Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Änderungen bei Flugreisen Am Flughafen Zürich fällt die mühsame Handgepäck-Regel

Dank neuer Technologie müssen Reisende am Flughafen Zürich beispielsweise vor dem Abflug ihr Getränk nicht mehr abgeben.

Am Flughafen Zürich wird immer mehr neue Technologie angewendet, die das Reisen einfacher macht. Aber Achtung: Was in Zürich funktioniert, ist an anderen Flughäfen womöglich noch nicht im Einsatz.

CT-Scanner fürs Handgepäck

Auf drei von vier Geschossen sind CT-Scanner am Flughafen Zürich bereits in Betrieb, im vierten werden sie zurzeit installiert. Im Lauf des Sommers werden es insgesamt 26 CT-Scanner sein. CT steht für Computertomografie, die viele aus dem Spital kennen: Das Handgepäck wird in einer Röhre gescannt. Mühseliges Herausklauben von Flüssigkeiten und elektronischen Geräten erübrigt sich.

Für Passagiere bedeuten die CT-Scanner vor allem einen Gewinn an Komfort, sagt der Konzernchef des Flughafens, Lukas Brosi. Trotzdem könne es an Spitzenreisetagen im Sommer, wenn rund 120'000 Passagiere abgefertigt werden, zu Wartezeiten kommen. Aber: «Wir haben eine gewisse Routine im Handling der Spitzentage», sagt Brosi. Er empfiehlt, sich vorgängig zu informieren: «Wartezeiten sind in Realtime auf unserer Homepage verfügbar.»

Allerdings: Nicht an allen Flughäfen sind CT-Scanner in Betrieb. Deshalb empfiehlt es sich, bei Flüssigkeiten im Handgepäck weiter die 100-ml-Regel einzuhalten, wenn der Rückreise- oder Umstiegsflughafen nicht auch über die neuen Geräte verfügt.

Flughäfen mit CT-Scannner

Box aufklappen Box zuklappen

Laut dem deutschen Online-Reisemagazin Travelbook verfügen folgende Flughäfen ganz oder teilweise über CT-Scanner und erlauben bis zu 2 Liter Flüssigkeit pro Behälter. Die Aufzählung ist nicht abschliessend.

Deutschland

  • Flughafen Berlin Brandenburg (BER)
  • Flughafen München (MUC)
  • Flughafen Frankfurt (FRA)
  • Köln Bonn Airport (CGN)

Niederlande

  • Flughafen Amsterdam Schiphol (AMS)

Vereinigtes Königreich

  • London Heathrow Airport (LHR)
  • London Gatwick Airport (LGW)
  • Birmingham Airport (BHX)
  • Edinburgh Airport (EDI)
  • Belfast International Airport

Irland

  • Dublin Airport (DUB)

Spanien

  • Adolfo Suárez Madrid-Barajas Airport (MAD)
  • Josep Tarradellas Barcelona-El Prat Airport (BCN)
  • Flughafen Palma de Mallorca (PMI)
  • Aeropuerto de Málaga-Costa del Sol Airport (AGP)

Italien

  • Aeropuerto di Roma Fiumicino Leonardo da Vinci (FCO)
  • Milano Malpensa Airport (MXP)
  • Milano Linate Airport (LIN)
  • Aeroporto di Bologna (BLQ)
  • Aeroporto di Torino (TRN)

Und ausserdem gilt die neue Regel nicht für alle Flaschen: Doppelwandige Flaschen wie etwa Thermosflaschen dürfen nur leer ins Handgepäck. Der Grund: CT-Scanner können wegen des mehrschichtigen Aufbaus der Flaschen Flüssigkeiten nicht zweifelsfrei als unbedenklich identifizieren.

Im Transferbereich werden die Sicherheitskontrolllinien nicht umgerüstet. Das heisst, dort gilt die 100-ml-Regel weiterhin.

Security Scanner

Zum Einsatz kommen in Zürich neu auch Security Scanner. Sie werden eingesetzt, wenn ein Metalldetektor einen Alarm auslöst: Auf einem standardisierten Piktogramm erscheint die Stelle am Körper, die den Alarm verursacht hat – ohne individuelle Körpermerkmale zu zeigen.

Laut Flughafen kommen sie zeitgleich mit den CT-Scannern zum Einsatz – also im Lauf des Sommers.

Entry-/Exit-System EES

Das sogenannte Entry-/Exit-System (EES) regelt neu die Einreisemodalitäten für Drittstaatenangehörige ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz oder der EU. Das heisst, wenn jemand zum ersten Mal in ein Schengenland einreist, wird nach den Vorgaben der EU ein persönliches Dossier erstellt.

Das System zur Kontrolle der Schengenaussengrenzen soll die Grenzverwaltung modernisieren und Grenzübertritte effizienter gestalten. Doch bis alles wirklich funktioniert, kann es bei der Einreise zu längeren Wartezeiten kommen. Seit dem 10. April ist das EES im gesamten Schengenraum in Kraft. Informationen zum EES gibt es auf der offiziellen EES-Seite der Europäischen Kommission.

Rekordjahr 2025

Box aufklappen Box zuklappen

2025 war für den Flughafen Zürich ein Rekordjahr mit fast 33 Millionen Passagierinnen und Passagieren und einem Umsatz von 1.4 Milliarden Franken. Etwas mehr als die Hälfte davon generierte das klassische Flughafen-Geschäft in Zürich – zum Beispiel Passagier-, Sicherheits- oder Landegebühren. 20 Prozent der Einnahmen kamen vom kommerziellen Bereich, also Shopping, Gastronomie oder Parkgebühren im Flughafen. Hinzu kommen Erträge aus Immobilien, die der Flughafen vermietet, sowie aus dem internationalen Geschäft.

Reisende haben das Recht, Auskunft darüber zu erhalten, ob über sie Daten im EES erfasst sind. Laut dem Staatssekretariat für Migration SEM kann man Einsicht in seine Daten verlangen und sie gegebenenfalls berichtigen oder löschen lassen.

Flughafen-Ranking

Box aufklappen Box zuklappen

Im internationalen Flughafen-Ranking des britischen Flugportals Skytrax ist Zürich dieses Jahr vom 10. auf den 19. Rang abgerutscht. Das hängt laut dem Konzernchef des Flughafens mit den vielen Baustellen zusammen: Vor 25 Jahren sei viel gebaut worden, jetzt müsse die Infrastruktur erneuert werden. Lukas Brosi: «Unser Anspruch ist es, zu den besten Flughäfen zu gehören.»

Diskutieren Sie mit:

Eco Talk, 15.6.2026, 22:25 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel