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Automarke wieder im Aufwind Unpolitischer Elon Musk tut Tesla gut

Musks Automarke ist wieder beliebter. Im letzten Quartal legten die Tesla-Auslieferungen gegenüber dem Vorjahresquartal um rund ein Viertel zu, gegenüber dem ersten Quartal sogar um rund ein Drittel. Auch die neuesten Zulassungszahlen aus europäischen Ländern zeigen, dass die Autos von Tesla wieder vermehrt gekauft werden, auch in der Schweiz. Zwar sind andere Marken bei den Neuzulassungen beliebter. Dennoch erholt sich Tesla von einem deutlichen Verkaufseinbruch im Jahr 2025. Warum nimmt die Automarke wieder Fahrt auf?

Der Elon-Musk-Effekt

Elon Musk ist nicht mehr politischer Berater von US-Präsident Donald Trump. Politisch macht er darum wenig von sich reden. «In Deutschland hat Musk als Steigbügelhalter für die rechte AfD gegolten», Beatrix Keim, Direktorin des deutschen Center for Automotive Research (CAR). Das habe viele potenzielle Käufer abgeschreckt – auch in der Schweiz. Doch die neuen Verkaufszahlen zeigten, dass die Konsumenten schnell vergessen. «Ich würde nicht von vergeben sprechen, eher von vergessen», sagt Beatrix Keim.

Aus Sicht von Maximilian Palmié, der sich an der Universität St. Gallen mit Energie- und Innovationsmanagement befasst, spielt sogar ein besonderer Elon-Musk-Effekt: Mit dem Börsengang des Raumfahrtunternehmens SpaceX habe sich Musk wieder als visionären Unternehmer positioniert. «Seine politischen Ambitionen sind in den Hintergrund getreten. Es gibt wieder einen Hype um die Zukunftsvisionen von Elon Musk. SpaceX wirkt attraktiv, und das färbt durchaus auf Tesla ab», sagt er.

Menschen halten Schilder bei einer Strassenkundgebung.
Legende: Die Proteste gegen Elon Musk sind seltener geworden, seit er nicht mehr Trumps politischer Berater ist. Das spiegelt sich in den Tesla-Verkaufszahlen. AP/RICHARD VOGEL

Automatisches Fahren in den Niederlanden

In den Niederlanden geht es vorwärts mit dem automatisierten Fahren. Das Tesla-Fahrsystem FSD sei freigegeben worden, so Expertin Beatrix Keim. «Ich kann mir vorstellen, dass dies bei den Tesla-Käufern die Hoffnung weckt, dass das automatisierte Fahren bald auch in anderen europäischen Ländern möglich ist.» Es brauche dafür nicht mehr als ein Software-Update.

Staatliche Förderung in Deutschland

Tesla legte in Deutschland im ersten Halbjahr kräftig zu: Der Absatz stieg um fast 225 Prozent auf knapp 29’000 Autos. Grund dafür sind auch staatliche Förderungen. Autokäufer erhalten abhängig vom Einkommen eine Prämie für den Kauf des ersten Elektroautos. Die Zulassung von Elektroautos hat in Deutschland darum um insgesamt fast 50 Prozent zugenommen. Im ersten Halbjahr kamen 370’000 neue Elektroautos auf die Strasse.

Ein graues Auto fährt auf einer Landstrasse hinter einem Traktor mit Anhänger.
Legende: Tesla ist wieder beliebter bei Käufern. Auch, weil es Fortschritte gibt beim automatisierten Fahren. Das Bild zeigt eine Testfahrt in Deutschland. Keystone/HARALD TITTEL

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Tesla-Modelle gelten unter Experten als wenig attraktiv, da sie technisch überholt sind. Das Model 3 stammt aus dem Jahr 2017, das Model Y von 2020. Verbesserungen betreffen vor allem die Software oder das Fahrwerk. «Es wurde nicht wirklich ans Blech gegangen», sagt Beatrix Keim. Doch die Autos gelten als zuverlässig.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer führt das Wachstum der letzten Monate gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor allem auf die Preise zurück. Das Model 3 kostet 38’000 Franken, das grössere Model Y 42’000 Franken. Einen vergleichbaren VW ID4 gebe es für 49’000 Franken. «Die Modelle von Tesla sind zwar alt, aber gut im Preis-Wert-Verhältnis», so Dudenhöffer.

Weitere Gründe

Neben dem Elon-Musk-Effekt und staatlichen Förderungen kurbeln in Europa vor allem die steigenden Treibstoffpreise aufgrund des Iran-Kriegs die Nachfrage nach Elektrowagen an. Auch hatte Tesla früher mit Produktionsunterbrechungen zu kämpfen.

Tesla langfristig nicht auf der Überholspur

Box aufklappen Box zuklappen

Längerfristig gewinnen die Marken VW oder auch Skoda, sagt Beatrix Keim. Auch chinesische Hersteller gewinnen an Boden. Maximilian Palmié betont zudem, dass die Konkurrenz nicht nur bei der Elektromobilität wächst. Künftig werden weitere Antriebsarten Tesla herausfordern.

Echo der Zeit, 11.7. 2026, 18 Uhr

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