Drei Tage Ausnahmezustand bei treibenden Hip-Hop-Beats. 100'000 Musikfans verwandeln die Allmend in Frauenfeld in eine riesige Party.
Impressionen vom Openair Frauenfeld 2026
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Bild 1 von 6. Drei Tage Ausnahmezustand. Partystimmung fast rund um die Uhr. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 2 von 6. 105'000 Besucher machen Party. Soweit die provisorische Bilanz der Organisatoren. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 3 von 6. Rauch und Staub vernebeln die Sicht. Das wilde Tanzritual Moshpit wird auf dem trockenen Gelände zur staubigen Angelegenheit. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 4 von 6. Bitte viel trinken. Das ist bei 32 Grad angesagt – vor allem Wasser! Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 5 von 6. Ausgelassene Stimmung. Ausgelassene Festivalbesucher lassen die Muskeln spielen. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 6 von 6. Als ob es nicht schon heiss genug wäre. Das überlebensgrosse Ebenbild des Deutschen Hip-Hoppers Ssio als Flammenspucker. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
Die Ballung junger Lebensenergie hat längst das Interesse der Wirtschaft geweckt: Firmen wie Swisscom, Migros oder Activ Fitness sind mit grossen Ständen vertreten.
Berufsstand im Bassewitter
Doch dieses Jahr buhlt auch eine Branche um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen: Die vom Fachkräftemangel geplagte Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) sucht im Auftrag des Dachverbands Swissmem spielerisch nach den Fachkräften von morgen.
Wo sonst findet man so viele potenzielle Arbeitskräfte von morgen an einem einzigen Ort?
Rennen mit selbstgebauten Autos
Die Hauptattraktion am Stand: ein Rennen mit ferngesteuerten Autos. Festivalbesucher treten direkt gegeneinander an – und gegen 60 Lernende aus vier Schweizer Industriefirmen.
Der Clou an der Sache: Die Lernenden haben die Rennwagen in den letzten Monaten komplett selbst gebaut.
Lernende zeigen, was sie können
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Bild 1 von 4. Posieren mit selbstgebauten Wagen. Lernende von PB Swiss Tools. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 2 von 4. «Wenn etwas kaputt ist, können wir es reparieren.». Lernende der Firma VAT im Einsatz am Openair Frauenfeld. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 3 von 4. «Ich schaffe lieber etwas.». Cyrill Raschle, angehender Polymechanker mit BerufskollegInnen. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
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Bild 4 von 4. «Am Schluss habe ich ein Endprodukt». Iva Baum, Lernende Konstrukteurin, Schindler. Bildquelle: Harry Stitzel/SRF.
3D-Drucker und Teamwork im Thurgauer Staub
«Hier hinten haben wir unser Ersatzteillager. Wenn etwas kaputt ist, können wir es reparieren, mit dem ganzen Team», erklärt Selina Kalajdzini stolz. Sie absolviert eine Lehre als Konstrukteurin bei der Firma VAT.
Das Projekt verlangt Improvisationstalent mitten im Festivaltrubel. «Wir müssen warten, bis unsere Teile fertig 3D-gedruckt werden», sagt Cyrill Raschle. Er lernt Polymechaniker bei Huber+Suhner.
Ich bin nicht der, der gerne in der Schule sitzt, sondern ich schaffe lieber etwas.
Etwas Greifbares erschaffen
Die fahrbaren Wagen sollen den Jugendlichen vor Augen führen, wie vielfältig und digital technische Berufe heute sein können. «Ich bin nicht der, der gerne in der Schule sitzt, sondern ich schaffe lieber etwas», bringt es Raschle auf den Punkt.
Das bestätigt Iva Baum, Konstrukteurin-Lernende bei Schindler: «Ich habe eine Idee oder einen Auftrag, dann besprechen wir es im Team und ich kann es selbst ausarbeiten. Am Schluss habe ich ein Endprodukt.»
Aktion mit ernstem Hintergrund
Abseits des Frauenfelder Konzert-Marathons ist auch die Chefetage vor Ort, um die Aktion zu unterstützen und den eigenen Nachwuchs zu motivieren. „Ihr habt einen Super-Job gemacht – ich gratuliere“, lobt die Chefin von PB Swiss Tools, Eva Jaisli ihre Truppe vor Ort.
Doch hinter dem spielerischen Rennspass steckt ein ernster wirtschaftlicher Hintergrund: Die Schweizer Tech-Branche kämpft seit Jahren mit einem spürbaren Fachkräftemangel.
Muss die Situation also schon ziemlich schlimm sein, wenn Firmen nun sogar mitten ins Openair Frauenfeld rekrutieren gehen?
Die Situation ist nicht schlimmer. Wir wissen seit Jahren um den demografischen Wandel.
Jaisli winkt ab: «Nein, die Situation ist nicht schlimmer. Wir wissen seit Jahren um den demografischen Wandel.»
Es gehe vielmehr darum, vorausschauend zu handeln: «Wir wollen kontinuierlich dafür sorgen, dass die Schweizer Tech-Industrie bekannter wird.»
Am Ende des Wochenendes bleibt die Hauptattraktion auf der Allmend natürlich der Hip-Hop. Doch die Tech-Branche hat ein Signal gesetzt – genau dort, wo das junge Leben pulsiert.