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Bilanz Kunsthandel 2025 Kunsthandel in der Schweiz wächst stärker als anderswo

Schweizer Galerien und Kunsthändler machen deutlich mehr Umsätze. Das Wachstum übertrifft den Weltmarkt.

Der globale Kunsthandel: Galerien, Kunsthändler und Auktionshäuser haben weltweit im vergangenen Jahr Kunstwerke im Wert von 59.6 Milliarden Dollar verkauft, das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Dies zeigt der Jahresbericht zum Kunstmarkt «The Art Market» im Auftrag von Art Basel und der UBS. Der Anstieg ist bemerkenswert, denn die erste Jahreshälfte verlief in der Branche vor allem im superteuren Segment schleppend. Doch dann folgten in der zweiten Jahreshälfte mehrere Auktionen mit Rekordpreisen in den USA.

Turbulente Jahre: Im weltweiten Kunsthandel gab es in den vergangenen 10 Jahren ein Auf und Ab. In der Zeit der Pandemie sind die Umsätze um 22 Prozent eingebrochen, danach folgte 2022 ein Jahr mit Rekorden, gefolgt von einer erneuten Abschwächung. Die erfolgreichen Auktionen der vergangenen Monate brachten neuen Schub. Die drei teuersten im vergangenen Jahr verkauften Kunstwerke stammen alle von dem österreichischen Maler Gustav Klimt.

Schweizer Kunsthandel wächst: «Die Schweiz baut ihre Rolle als fünftgrösster globaler Kunstmarkt weiter aus», schreibt die UBS zur Jahresbilanz der Branche. Laut dem Bericht «The Art Market» ist der Umsatz im Schweizer Kunsthandel im vergangenen Jahr um 13 Prozent gestiegen, deutlich mehr als der Kunstmarkt generell. Insbesondere die Galerien und Messen verzeichneten ein starkes Wachstum, während die Auktionen hierzulande moderater wuchsen.

Gründe für Wachstum: Die Schweizer Galerien profitieren von einer starken lokalen Käuferschaft, sei es aus der Schweiz oder auch im europäischen Umfeld. So haben die Schweizer Galerien und Händler mehr als 40 Prozent ihrer Kunstwerke an Kundinnen und Kunden aus der Schweiz verkauft und es waren 83 Prozent innerhalb von Europa. «Die Schweiz profitiert von ihrer Rolle als europäischer Hub für Sammlerinnen und Sammler sowie für den grenzüberschreitenden Kunsthandel», schreibt Maike Cruse, Direktorin der Art Basel in Basel gegenüber SRF. Zusammen mit einer steigenden Zuversicht der Käuferschaft habe dies zur starken Entwicklung beigetragen.

Blick auf Messegelände
Legende: Die Messen ziehen wieder mehr Besuchende an. Art Basel in Miami 2025. Art Basel

Kunstmarkt wird lokaler: Die zunehmenden handelspolitischen Spannungen auf der Welt könnten dazu führen, dass sich der Kunsthandel über die Kontinente hinweg abschwächt. Eine Umfrage zeigt, dass die Zölle der USA und generell die verschärften Bestimmungen den Kunsthandel mit den USA belasten könnten. 80 Prozent der Schweizer Kunsthändlerinnen und Händler befürchten einen negativen Effekt. Umso wichtiger wird für die Branche die Käuferschaft innerhalb von Europa, um mögliche Ausfälle aus den USA aufzufangen. «Viele Kunsthändler und Galerien stärken zunehmend ihre Beziehungen zu lokalen und regionalen Sammlerinnen und Sammlern als Ergänzung zu ihrem globalen Netzwerk», schreibt Maike Cruse von Art Basel.

Onlinehandel hat Zenit überschritten: Interessant in der neuesten Bilanz zum Kunsthandel ist die Abschwächung im Onlinegeschäft. Im vergangenen Jahr wurden weltweit Kunstobjekte im Wert von 9 Milliarden Dollar über die Onlinekanäle verkauft, das sind 30 Prozent weniger als im Spitzenjahr von 2021. Inmitten der Pandemie haben die Onlineverkäufe zunächst zugenommen, weil in vielen Ländern die Galerien und Messen geschlossen waren. Inzwischen zeigt sich, dass die Onlineverkäufe zwar wichtig bleiben, aber viele Sammlerinnen und Sammler bevorzugen dennoch den persönlichen Kontakt.

SRF 4 News, 12.03.2026, 7 Uhr; noes

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