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Chip-Krise Wegen KI: Handys und Laptops werden bis zu 20 Prozent teurer

KI-Unternehmen verursachen weltweiten Speicherchip-Mangel. Handys und Laptops werden bis Weihnachten deutlich teurer.

Warum steigen die Preise? Der KI-Boom hat die Nachfrage nach Speicherchips explodieren lassen. Anwendungen wie Chatroboter, aber auch Gaming und Streaming, benötigen immer schnellere und grössere Speicherkapazitäten. Der Weltmarkt für diese Speicherchips wird von nur drei Unternehmen dominiert, die zusammen über 90 Prozent des Markts kontrollieren: Micron aus den USA sowie Samsung Electronics und SK Hynix aus Südkorea. Diese Hersteller können mit Speicherchips für KI-Rechenzentren höhere Gewinne erzielen als mit Chips für Smartphones und Computer. In der Konsequenz werden Handy- und Laptop-Hersteller bei der Vergabe der knappen Chips benachteiligt. Wer also als Konsumentin oder Konsument rege KI-Anwendungen nutzt, trägt indirekt dazu bei, dass das neue Handy an Weihnachten teurer wird.

Sind KI-Chips die gleichen wie in unserem Handy?

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Nein, nicht genau. Sie sind technisch etwas komplexer, werden aber in den gleichen Fabriken hergestellt, weshalb die Produktionskapazität knapp wird.

Nvidia ist übrigens nicht dabei bei den drei Unternehmen, die den Speicher-Chip-Markt unter sich aufteilen. Nvidia ist bekannt für Chips im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Das sind andere Arten von Chips.

Vereinfacht gesagt, stellt Nvidia die eigentlichen Rechenhirne von Künstlicher Intelligenz her. Speicherchips sind aber etwas anderes: entweder eine Art Kurzzeitgedächtnis, zum Beispiel in Form von Arbeitsspeicher (DRAM), oder eine Art von Speichermedium, etwa Flash-Speicher, die wir aus SSD Festplatten kennen.

Speicherchips sind Komponenten, die es in den grossen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz auch braucht, aber sie unterstützen sozusagen die Chips von Nvidia. Diese brauchen auch Speicherchips, damit sie überhaupt funktionieren können.

Wie viel teurer werden Handys und Laptops? Schätzungsweise um bis zu 100 Franken. Media Markt Schweiz rechnet damit, dass die Preise für Smartphones zwischen 5 und 10 Prozent und bei Notebooks zwischen 10 und 20 Prozent steigen könnten. Martina Altlechner ist Leiterin Einkauf und Logistik bei Media Markt Schweiz und sagt gegenüber Radio SRF, dass die Preise ab April schrittweise erhöht werden und die Preiserhöhungen vor allem gegen Ende Jahr spürbar sein werden. Wer kurz vor Weihnachten ein neues Handy oder einen Laptop kaufen will, muss sich auf höhere Preise einstellen. Auch Digitec Galaxus und Swisscom rechnen mit steigenden Preisen.

Welche Geräte sind besonders betroffen? Vor allem günstigere Geräte im Einstiegsbereich. Der Grund: Bei günstigeren Geräten machen die Kosten für Speicherchips einen grösseren Anteil am Gesamtpreis aus, etwa 15 bis 20 Prozent. Steigt der Preis für diese Komponente, schlägt sich das stärker auf den Verkaufspreis nieder. Dieser Einschätzung folgt auch das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research. Laut dessen Analyse dürften vor allem Handys chinesischer Anbieter wie Huawei und Xiaomi sowie die Einsteigermodelle von Samsung und Apple betroffen sein. Auf Anfrage haben die chinesischen Hersteller Huawei und Xiaomi nicht reagiert, und Samsung und Apple kommentieren weder, ob es zu Lieferengpässen kommen wird, noch sagen sie, ob und wie stark sie ihre Preise erhöhen werden.

Person betrachtet Smartphones im Laden.
Legende: Smartphones werden bis Weihnachten deutlich teurer. REUTERS/Tingshu Wang

Werden Handys und Laptops knapp? Ja, zumindest im günstigen Segment. Davon geht der Schweizer Onlinehändler Digitec Galaxus aus. Mediensprecher Manuel Wenk sagt: «Noch mehr als die Preise machen uns aktuell Lieferausfälle zu schaffen, vor allem im günstigen Segment, da wird die Auswahl wegen der Chip-Krise in den nächsten Monaten vermutlich kleiner werden.»

Echo der Zeit; 02.04.2026, 18 Uhr; herb

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