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Einkaufstourismus Neue deutsche App soll Grenzshopping erleichtern

Dank der App soll das mühsame Abstempeln am Schalter entfallen. Der Schweizer Detailhandel fordert nun eine weitere Senkung der Zollfreigrenze.

Das ist das Problem: Wer in der Schweiz lebt und in Deutschland einkauft, kennt es: Wenn man an der Grenze ein Formular abstempeln lässt, kann man – ab einem Mindestbetrag von 50 Euro – die Mehrwertsteuer direkt beim Händler zurückverlangen und so nochmals bis zu 19 Prozent sparen. Das ist aber zeitaufwendig, sowohl für Einkaufstouristen als auch für die deutschen Zollbeamten. Antje Bendel, Sprecherin des Hauptzollamts Lörrach, sagt gegenüber SRF News: «Wir setzen etwa 200 Beschäftigte entlang der Schweizer Grenze ein, die ausschliesslich Ausfuhrbelege stempeln.»

Das ist die deutsche Lösung: Der deutsche Zoll hat die App dAKZ lanciert, die sich zurzeit in der Pilotphase befindet. Das Verkaufspersonal scannt zunächst den Barcode von der App des Kunden. Dann wird dort der Einkaufszettel digital hinterlegt. Dank Standort-Tracking merkt die App, wenn die Waren über den Zoll ausgeführt werden, und erstellt automatisch einen digitalen Ausfuhrschein, ein Halt am Zollschalter ist nicht mehr nötig. Die Mehrwertsteuer kann dann wie gehabt beim Händler in Deutschland zurückverlangt werden.

So reagieren die Einkaufstouristen: Bei einer kurzen Umfrage von SRF unter Einkaufstouristen in Konstanz (DE) kommt die Lösung gut an. Eine Frau aus der grenznahen Schweiz spricht von 35 bis 40 Minuten, die sie jeweils vor dem Schalter warten muss, bis sie ihren Einkaufszettel abstempeln lassen kann. Doch wann die App offiziell lanciert wird, ist noch offen, es gibt noch Kinderkrankheiten. Beim Selbstversuch des SRF-Reporters will die App noch nicht so recht funktionieren – es gelang ihm erst nach mehreren Versuchen, die Grenze so zu überqueren, dass die App es mitbekommen hat.

Person in Jeans lädt Einkäufe in den Kofferraum eines Autos in einem Parkhaus.
Legende: Wer aus der Schweiz im grenznahen Gebiet einkaufen geht – wie hier im Einkaufszentrum Lago in Konstanz –, packt sein Auto oft voll. Keystone/Gian Ehrenzeller

Das sind die Zahlen zum Einkaufstourismus: Uwe Böhm, Geschäftsführer der Handelskammer Hochrhein-Bodensee, sagt im SRF-Interview, dass rund ein Drittel aller Kunden im grenznahen deutschen Gebiet aus der Schweiz anreisen. Eine Studie der Universität St. Gallen ging letztes Jahr von einem Umsatz von gut neun Milliarden Franken aus, den grenznahe Geschäfte mit Schweizer Einkaufstouristen machen. Im süddeutschen Raum dürften es über zwei Milliarden Franken sein – dies trotz der Reduktion der Zollfreigrenze von 300 auf 150 Franken, die Anfang 2025 in Kraft getreten ist.

Das sagt der Schweizer Detailhandel: Schweizer Händler fordern nun eine weitere Reduktion der Zollfreigrenze – von 150 auf 50 Franken. Patrick Erny, Direktor der Swiss Retail Federation, sagt: «Damit wird die Lücke geschlossen von all jenen, die in Deutschland für über 50 Euro einkaufen, aber unter den 150 Franken bleiben und somit weder in der Schweiz noch im Ausland Mehrwertsteuer bezahlen.»

Tagesschau, 5.7.2026, 19:30 Uhr ; 

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