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Engpass wegen Iran-Krieg Beim Motorenöl klemmt es gewaltig

Die Blockade an der Strasse von Hormus schlägt auch auf Schmiermittel durch. Von der Situation profitiert ein Schweizer Hersteller.

Verknappung verschärft sich: Ohne Schmiermittel steht die Welt buchstäblich still. Sie kommen in Fahrzeugen und Maschinen zum Einsatz und müssen ständig erneuert werden. Die angespannte Lage wegen des Iran-Kriegs rund um die Meerenge bei Hormus macht Schmiermittel wie Motorenöle knapp. Bis zu 20 Prozent der Grundstoffe kommen aus den Golfstaaten. Nicht nur weil die Passage bei Hormus blockiert ist, stockt die Versorgung. Auch Produktionsanlagen am Persischen Golf stehen still, nach Schäden durch Raketenangriffe. Insbesondere eine für Europa wichtige Anlage von Shell wird deswegen voraussichtlich noch ein Jahr stillstehen, wie die NZZ berichtet.

Nervöse Garagisten: Derzeit könne man noch von den Lagerbeständen des eigenen Lieferanten profitieren, erzählt Garagist Yanik Lerch aus Rothrist, «es wird uns aber in Zukunft noch stärker beschäftigen, als es das heute tut». Auch deutliche Preisanstiege bei den Schmiermitteln werden befürchtet. Und selbst wenn sich die Lage entlang der Strasse von Hormus bald entspannen würde, würde es noch lange dauern, bis sich die Lieferketten normalisiert haben. Die angespannte Versorgungslage spürt der Schweizer Schmiermittelhersteller Motorex aus Langenthal ganz direkt. Er verzeichnet einen richtigen Run auf seine Produkte. «Wir haben mehr Nachfrage, als wir produzieren können», sagt Geschäftsführer Edi Fischer. «Es ist sehr schwierig, im Moment an genügend Rohstoffe heranzukommen.» Viele Anbieter hätten Mühe, die benötigten Mengen zur Verfügung zu stellen.

Person füllt Flüssigkeit in Motor eines Autos in Werkstatt.
Legende: Ohne Motorenöl geht bei Autos nichts: Garagisten fürchten einen Preisanstieg. Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Kunden stehen an: Motorex profitiert von einer besonderen Strategie: «Wir haben aus historischen Gründen sehr grosse Lagerbestände», sagt Fischer. Während andere Unternehmen ihre Lagerbestände zurückfuhren, setzte das Familienunternehmen auf Liefersicherheit. Dass Motorex lieferfähig ist, hat sich herumgesprochen. Aus ganz Westeuropa erreichen das Unternehmen täglich Anfragen, auch von Grossabnehmern und Konkurrenten. «Wir sind plötzlich beste Freunde mit Kunden, von denen wir zuvor noch nie etwas gehört haben», sagt Fischer. Man bleibe aber seiner Linie treu: «Erste Priorität haben die Kunden, die schon immer unsere Kunden waren.»

Rohstoffe doppelt bis dreimal teurer: Der eigentliche Preisschub bei den Endprodukten dürfte erst noch kommen. Die Rohstoffpreise haben sich laut Fischer verdoppelt bis verdreifacht. Auf das fertige Produkt umgerechnet bedeute dies Preissteigerungen von 30 bis 40 Prozent – vorläufig. Und unendlich sind die Vorräte von Motorex auch nicht. «Wir denken, dass wir die nächsten drei bis fünf Monate lieferfähig bleiben», schätzt Fischer. Was danach komme, sei ungewiss.

Tagesschau, 2.6.2026, 19.30 Uhr

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