- Ein ehemaliger Mitarbeiter soll die SBB um mehrere Millionen betrogen haben.
- Der 54-Jährige war als Projekt- und später Abteilungsleiter bei der SBB angestellt.
- Zusammen mit vier Mitbeschuldigten soll er während Jahren dafür gesorgt haben, dass die SBB erfundene Rechnungen zahlte.
Die SBB soll so um fast 9 Millionen Franken betrogen worden sein. Weil ein Teil der Vorwürfe aber bereits verjährt ist, reduziert sich der Vorwurf der Bereicherung nun auf rund 5 Millionen Franken. Die Anklage lautet unter anderem auf gewerbsmässigen Betrug, ungetreue Amtsführung, schwere Geldwäscherei und Urkundenfälschung.
Ausgeklügeltes System mit falschen Warenlieferungen
Der ehemalige Mitarbeiter war im November 2024 nach einer Strafanzeige der SBB festgenommen worden, worauf die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersuchung einleitete, die nun in der Anklage mündete.
Über verschiedene von Mitbeschuldigten gegründete Gesellschaften sei 2007 ein verzweigtes System aufgebaut worden, um die SBB wiederholt zu betrügen. Der Hauptbeschuldigte habe damals als Projekt- und späterer Abteilungsleiter gefälschte Materialbestellungen im System der SBB erfasst.
In wenigen Fällen habe er tatsächlich Waren geliefert, für welche die SBB jedoch keine Verwendung gefunden hätten und die überteuert in Rechnung gestellt worden seien. Mehrheitlich sei aber die Lieferung ganz ausgeblieben.