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Exporteure in neuer Not Iran-Krieg: Neuer Schlag gegen Schweizer Industrie

Kaum hat sich die Lage für die Schweizer Maschinen-, Elektro und Metallindustrie aufgehellt, ziehen neue dunkle Wolken am Wirtschaftshimmel auf.

Die Verärgerung ist Swissmem-Präsident Stefan Brupbacher anzuhören. Die Mitglieder seines Verbands seien frustriert und beunruhigt: «Die Lichtblicke, die wir Ende letztes Jahr sahen, sind schon wieder durch Wolken verdunkelt.»

Swissmem, der Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro und Metall-Industrie, befürchtet deshalb weniger Investitionen in der Branche, die schweizweit 320'000 Personen beschäftigt.

Immer wieder dieser Trump 

Wie schon letztes Jahr ist auch diesmal US-Präsident Donald Trump dafür verantwortlich: Kaum hat das höchste Gericht in den USA seine Zölle teilweise für ungültig erklärt, hat er bereits neue Zölle angekündigt – und ausserdem am Wochenende den Krieg gegen den Iran gestartet.

Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ist blockiert, der Flugverkehr wird verteuert. Das ist alles schlecht.
Autor: Stefan Brupbacher Präsident von Swissmem

Es ist dies ein Krieg von überregionaler Ausstrahlung, mit direkten Folgen auch für die Schweizer Industrie. Der Krieg werde die Energie- und Rohstoffpreise sowie den Schweizer Franken in die Höhe treiben, ist Brupbacher überzeugt. «Das sind negative Zeichen.»

Hinzu kommt der ganze Warenhandel per Schiff und Flugzeug zwischen der Schweiz und Asien, der ebenfalls betroffen ist. «Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ist blockiert, der Flugverkehr wird verteuert. Das ist alles schlecht», so Brupbacher.

Ein «verlorenes» Jahr 2025

Die Schweizer Industrie werde in einer Zeit getroffen, in der es ohnehin schon schwierig sei. Swissmem bezeichnet das vergangene Jahr denn auch als «verlorenes Jahr». Die Exporte sind gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.

Zwei Roboterarme installieren einen Aufzug.
Legende: Die Schweizer Industrie geht davon aus, dass sich die Exportaussichten eher verdüstern werden – nicht zuletzt wegen des Kriegschaos im Nahen Osten. Keystone/Gaëtan Bally

Vor allem in die USA, aber auch nach China haben die Schweizer Unternehmen deutlich weniger Waren exportiert. Weil Aufträge ausblieben, musste die Branche rund 6600 Stellen abbauen.

Immerhin: Europa sei 2025 ein Lichtblick gewesen für die Schweizer Exporteure. Doch die aktuelle Befürchtung ist nun, dass gerade höhere Kosten für Öl und Gas das Wachstum in Europa bremsen könnten. Und das wiederum bekäme letztlich auch die Schweizer Industrie wieder zu spüren.

Effiziente Industrie – aber hoher Strompreis

Gleichzeitig haben aber viele Unternehmen im Zug des Ukrainekrieges und der hohen Energiepreise ihre Abhängigkeit von fossiler Energie reduziert. Das dürfte sich jetzt auszahlen. Aber: «Sie profitieren jetzt zwar, wenn sie weniger fossile Energie brauchen – allerdings ist der Strompreis in der Schweiz viel höher als im Ausland. Das schmerzt unsere Unternehmen extrem», sagt Brupbacher.

Zwar bekommt auch die Konkurrenz im Ausland die Folgen des Irankriegs zu spüren. Für Schweizer Firmen sei das aber kein Trost.

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Rendez-vous, 2.3.2026, 12:30 Uhr;liea

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