Das Besondere: Diamanten entstehen unter extremem Druck und hohen Temperaturen im Erdmantel aus Kohlenstoff. Je klarer sie sind, desto höher ist ihr Wert. Bei farbigen Diamanten, sogenannten «fancy diamonds», ist das anders: Ihr Wert steigt, je intensiver die Färbung ist. Farbige Diamanten sind aber nicht zu verwechseln mit anderen farbigen Edelsteinen wie Rubinen, Smaragden oder Saphiren.
Die Farben: Eine sehr beliebte Farbe für Diamanten sei gelb, sagt Kevin Weinberg. Er ist der Geschäftsführer des Antwerpener Diamantenhändlers AMC. An der Genfer Edelsteinmesse Gem Genève versucht er, möglichst viele seiner Steine an sehr vermögende Kundinnen und Kunden zu verkaufen. Selten und gesucht seien bläuliche Diamanten: «Dieser intensiv blau leuchtende Stein ist typisch für die Cullinan-Mine in Südafrika.» Weitere edle Farbtöne sind rosa oder orange-roter Stein. Einer der Lieblingsdiamanten von Kevin Weinberg: «Diese Farbe ist sehr speziell und sehr selten.»
Selten und teuer: Intensiv gefärbte Diamanten sind sehr selten. «Diese Steine findet man nur alle 20 bis 30 Jahre in einer Mine.» Dementsprechend teuer sind sie: Händler Kevin Weinberg rechnet mit einem Verkaufswert von mehreren Millionen für jeden dieser rund erbsengrossen Steine.
Der Schliff: Grundsätzlich ist der Schliff bei Diamanten zentral, um aus dem Rohmaterial ein glitzerndes Resultat zu gewinnen. Entsprechend braucht es hierfür eine hohe Präzision, viel Wissen und viel Erfahrung. Bei farbigen Diamanten ist der Schliff noch komplexer. «Man muss beim Rohdiamanten genau untersuchen, wo die stärkste Färbung ist und wie man ihn schleifen muss, damit sie am besten zur Geltung kommt», sagt Kevin Weinberg von AMC. Passiert beim Schleifen ein Fehler, kann der Stein an Farbe und damit auch deutlich an Wert verlieren.
Wachsende Nische: Farbige Diamanten sind nach wie vor ein Nischenmarkt, aber einer, der wächst, sagt Roy Safit. Er ist Chef der Fancy Colour Research Foundation in Israel, die sich auf die Untersuchung von farbigen Diamanten spezialisiert hat. «Luxusgüter-Konzerne investieren immer mehr Kapital in farbige Diamanten.» Daneben würden auch immer häufiger Investorinnen und Investoren solche Steine in den Safe legen.
Laborsteine als Chance: Das Aufkommen von massiv günstigeren Diamanten aus dem Labor liess in letzter Zeit die Preise für klassische Diamanten deutlich sinken. Bei farbigen Diamanten sei das anders, sagt Experte Roy Safit: «Die Zahl von Diamantminenprojekten ist rückläufig, weil sich die Produktion bei tiefen Preisen nicht mehr lohnt. Wenn aber generell weniger Diamanten gefördert werden, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, die seltenen farbigen Diamanten zu finden.» Und das sorge wohl die nächsten Jahre für stabil hohe Preise.