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Fast Fashion Kleider: Statt in den Müll ins Outlet

Das Konzept Fashion-Outlet ist nicht unumstritten – ein Schweizer Unternehmer versucht es darum mit nachhaltigeren Ansätzen.

Regalweise Sportkleider, aber auch Haushaltsware und einige Dosen Getränke und Bonbons. Das alles sieht aus, als wäre es zufällig nebeneinander hier gelandet. Doch hinter den Bergen von Waren steckt eine Strategie. «Outlet King», mit Ablegern in Spiez und Oftringen, hat sich auf den günstigen Abverkauf spezialisiert.

«Outlet-King»-Chef Toni Kurz hat mit ausgewählten Sportmarkenherstellern Verträge. Er übernimmt Kleider, Schuhe und Accessoires, die nicht verkauft wurden, und bietet sie günstiger im Outlet an.

Die Outlet-Stores werden häufig gebraucht, um weiteren Umsatz zu generieren, mit Kollektionen von minderwertiger Qualität.
Autor: Oliver Classen Public Eye

Diese Outlet-Geschäftsidee steht auch in der Kritik. Oliver Classen von Public Eye etwa sagt, dass Stichproben immer wieder zeigten, dass es sich bei Outletware nicht um eigentliche «Ladenhüter» handle, sondern die Ware extra für Outlets produziert würde.

«Die Outlet-Stores werden häufig gebraucht, um weiteren Umsatz zu generieren, mit Kollektionen von minderwertiger Qualität», sagt er. Toni Kurz kennt die Kritik und weist sie zurück. Er kenne seine Lieferanten. Die Ware komme aus echten Überbeständen.

Retouren und Recycling: Ein neues Geschäftsmodell

Die Idee, ein Outlet zu gründen, stammt aus seiner Kindheit. Er sei in bescheidenen Verhältnissen gross geworden. Markenartikel waren unerschwinglich. Nun freut er sich, dass er Konsumentinnen und Konsumenten solche günstiger anbieten kann. Inzwischen hat er jedoch nebst preisgünstigen Marken ein weiteres Ziel. Er sieht das Outlet als Möglichkeit, nachhaltiger zu wirtschaften. Die Kreislaufwirtschaft sei ihm ein Anliegen.

Das hat ihn zu einem leicht anderen Geschäftsmodell gebracht: das Management von Retouren. Schicken Kundinnen und Kunden Pakete an Marktplätze oder Online-Händler zurück, lotsen diese die Pakete direkt nach Spiez ins Outlet. Je nach Zustand wird die Ware dann mit etwas Rabatt im Outlet angepriesen. Für die Hersteller ist dieses Retourenmanagement offenbar zu aufwendig.

Toni Kurz geschäftet aber nicht nur mit Kleidern und Gegenständen, sondern auch mit Getränken und einzelnen, gut haltbaren Lebensmitteln wie etwa Bonbons, Riegeln oder Guezli.

Oftmals sind diese noch weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus geniessbar. Ist die Frist vor Ablauf zu kurz, können die Hersteller die Produkte aber nicht mehr an klassische Detailhändler verkaufen. Toni Kurz verkauft sie im «Outlet King» darum mit hohen Rabatten – oder gibt sie gratis ab. Dann als Lockvogel oder als kleines Geschenk an der Kasse – das ist nebst Kreislaufwirtschaft auch Marketing in eigener Sache.   

Rendez-vous, 10.6.2026, 12:30 Uhr; noes

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