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Fossile statt Erneuerbare «Drill, baby, drill!»: Trump-Deal zieht Windprojekten den Stecker

Nicht nur der Iran-Krieg zeigt, wie verletzlich uns die Abhängigkeit von Öl und Gas macht. Unter anderem deshalb sind erneuerbare Energien weltweit im Aufwind. Nicht so in den USA: Dort vollzieht die Regierung von Präsident Trump ihre eigene Energiewende – und bohrt nach Öl, statt Windräder aufzustellen. Jüngstes Beispiel ist ein Deal, den die US-Regierung mit dem französischen Energiekonzern Total Energies gemacht hat. SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart ordnet ein.

Charlotte Jacquemart

Wirtschaftsredaktorin

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Charlotte Jacquemart hat an der Universität Zürich Ökonomie studiert und arbeitet seit Juni 2017 als Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF. Zuvor war sie 13 Jahre lang bei der «NZZ am Sonntag» tätig.

Um wie viel Geld geht es?

928 Millionen US-Dollar bekommt der französische Energiegigant Total Energies von der amerikanischen Regierung. Dafür verzichtet Total künftig darauf, Offshore-Windparks in den USA zu planen oder zu bauen. Genau genommen handelt es sich um eine Rückzahlung von Konzessionsgebühren für zwei grosse Windprojekte vor der Küste von New York und North Carolina, die Total Energies bereits bezahlt hat, damals noch unter der Biden-Administration. Die Windanlagen im Atlantik hätten sauberen Strom für rund 1.3 Millionen Haushalte liefern sollen.

Mann hält offizielle Urkunde mit Unterschrift, Präsidentensiegel sichtbar.
Legende: «Drill, baby, drill!» lautet die Devise in Washington: Das machte Trump schon bei seiner Antrittsrede klar. Keystone/AP/ANNA MONEYMAKER

Welche Bedingungen stellt die US-Regierung für die Rückzahlung?

Total verpflichtet sich, eine Milliarde Dollar in Öl- und Gasprojekte in Texas zu investieren. Zudem verzichtet Total darauf, künftig überhaupt Windprojekte in den USA zu planen oder zu bauen.

Was sagt der französische Total Energies dazu?

Der Konzernchef von Total, Patrick Pouyanné, gibt sich pragmatisch. Der Entscheid sei gefallen, weil Offshore-Windprojekte momentan nicht mehr im Interesse der USA seien. Investitionen in Öl und Gas in den USA seien daher derzeit die bessere, effizientere Verwendung des eigenen Kapitals.

Arbeiter in orange vor Windturbinen.
Legende: Weltweit ist die Windenergie übrigens auf dem Vormarsch. Am meisten neue Anlagen installiert der US-Rivale China. Keystone/AP/ANDY WONG

Wie weit ist Trump mit seinem Politikwechsel?

Trump hat alle Windprojekte gestoppt, die noch zu stoppen waren. Im Gegensatz zu den zwei Total-Projekten, die erst in Planung waren, werden fünf bereits im Bau befindliche Projekte fertiggestellt. Dazu gibt es Gerichtsentscheide. Der grösste Windpark ging ausgerechnet am Montag ans Netz, als die Total-Kehrtwende bekannt gegeben wurde. Er liegt vor der Küste von Virginia und ist der grösste Windpark der USA. 660’000 Haushalte bekommen jetzt sauberen Strom geliefert.

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SRF 3 Wirtschaft, 24.3.2026, 7:40 Uhr ; 

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