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Geldpolitik EZB belässt Leitzins bei 2.0 Prozent

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) tastet die Leitzinsen auch im neuen Jahr zunächst nicht an.
  • Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2.0 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.
  • Der EZB-Rat belässt die Leitzinsen zum fünften Mal in Folge unverändert.

Bis Juni hatte es eine Serie von Senkungen gegeben: Noch im Frühjahr 2024 lag der Einlagenzins, den Banken erhalten, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, doppelt so hoch bei 4.0 Prozent.

Inflation im Griff

Die EZB hat gute Gründe abzuwarten. Die Inflation, die nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 nach oben geschnellt war, ist eingedämmt. Und der Wirtschaft tun niedrigere Leitzinsen gut: Kredite für Firmen und Verbraucher werden tendenziell günstiger, was bei grösseren Anschaffungen helfen und das Wachstum anschieben kann.

EZB-Präsidentin: Behalten Euro-Aufwertung im Auge

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich nach den Worten ihrer Präsidentin Christine Lagarde mit der kräftigen Aufwertung des Euro beschäftigt. Man habe zwar kein Ziel für den Wechselkurs, sagte die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid in Frankfurt. «Aber wir sind uns bewusst, dass er sowohl für die Wachstums- als auch für die Inflationsaussichten wichtig ist», fügte sie hinzu.

«Aus diesem Grund behalten wir die Wechselkursentwicklung stets genau im Auge, und der EZB-Rat hat diese Frage heute erörtert.»

Lagarde wies darauf hin, dass der Dollar schon seit vergangenem März an Wert verloren habe. Seit dem Sommer schwanke er innerhalb einer bestimmten Bandbreite. Man schaue genau hin, welche Auswirkungen diese Entwicklung habe. «Ein stärkerer Euro könnte die Inflation stärker senken als derzeit erwartet», sagte Lagarde. Dadurch könnten Importe billiger werden.

Im Januar ging die Teuerungsrate im Euroraum weiter zurück und erreichte einer ersten Eurostat-Schätzung zufolge mit 1.7 Prozent den tiefsten Stand seit September 2024. Die EZB strebt stabile Preise für den Währungsraum bei mittelfristig 2.0 Prozent Inflation an. Auch die Konjunktur in der Eurozone hält sich trotz des Zollstreits mit den USA robust, sodass es vorerst keinen Druck für die EZB gibt, die Wirtschaft mit weiteren Zinssenkungen zu stützen.

Neues Problem: Trumps Politik schwächt Dollar

Für Handlungsdruck bei der EZB könnte das Erstarken des Euro sorgen, der jüngst zeitweise die Marke von 1.20 Dollar übersprang – erstmals seit 2021. Mit der unberechenbaren Politik von US-Präsident Donald Trump hat das Vertrauen in den Dollar an den Finanzmärkten gelitten, was den Dollar-Kurs sinken und den Euro aufwerten lässt.

Gebäude und Schild der Europäischen Zentralbank vor bewölktem Himmel.
Legende: Die Leitzinsen für den Euroraum bleiben zum fünften Mal in Folge unverändert. KEYSTONE/DPA/Boris Roessler

Die Aufwertung des Euro belastet Europas Exporteure da ihre Waren auf den Weltmärkten teurer werden. Zugleich verbilligt der starke Euro Importe, die in Dollar gehandelt werden. Das dämpft die Inflation, die 2026 das mittelfristige EZB-Ziel von 2.0 Prozent ohnehin leicht unterschreiten könnte.

Manche Notenbanker wie das österreichische EZB-Ratsmitglied Martin Kocher sehen bei einem weiteren Aufwerten des Euro Handlungsdruck für eine Zinssenkung. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hatte einen Euro-Kurs von 1.20 zum Dollar als kritische Marke dargestellt.

EZB sieht sich bislang in komfortabler Lage

Zuletzt sah sich die EZB in einer «komfortablen» Situation, wie Präsidentin Christine Lagarde wiederholt betonte. Dies gilt als Hinweis, dass die Leitzinsen vorerst stabil bleiben.

Die EZB will zu stark steigende Preise vermeiden, aber auch dauerhaft sinkende Preise: Rechnen Verbraucher und Unternehmen mit Nachlässen, könnten sie Anschaffungen verschieben, was die Wirtschaft bremst.

SRF 4 News, 5.2.2026, 15 Uhr ; 

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