Keine andere Generation habe so früh mit dem Sparen begonnen wie die Gen Z, meldet Bloomberg. Demnach habe sich in den USA eine richtiggehende Bewegung der jungen Sparer zwischen 14 und 29 Jahren gebildet. Was dahintersteckt, erläutert SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte in New York.
Was ist das für eine Spar-Bewegung?
Eine Bloomberg-Umfrage zeigt: Im Schnitt beginnt die Gen Z mit 19 Jahren zu sparen. Gründe gibt es viele: hohe Zinsen, hohe Preise für Eigenheime, schwierige Jobsituation. Gerade für Berufseinsteiger ist es wegen der KI-Konkurrenz nicht so einfach, den Einstieg zu finden. Um sicherer in die Zukunft schauen zu können, gibt es nun also diesen Trend zum Sparen. Bloomberg nennt zum Beispiel die 26-jährige Natalie, die in Fort Lauderdale/Florida lebt. Sie teilt ihr Appartement mit einer Mitbewohnerin, hat ein 18 Jahre altes Auto und versucht, möglichst viel Geld zur Seite zu legen. Tatsächlich habe sie bereits 300'000 Dollar angespart, so Bloomberg.
Wie legen diese jungen Leute ihr gespartes Geld an?
Es gibt zwei Trends mit unterschiedlich hohem Risiko. Zum einen legen die Leute ihr Geld in klassischen Rentenfonds an, die auch steuerbegünstigt sind. Zu dieser Gruppe gehört die erwähnte Natalie. Andere gehen bei Prognosemärkten Wetten ein oder die jungen Leute investieren in Kryptowährungen – sie zocken also und hoffen auf hohe Gewinne.
Wie unterscheidet sich die Gen Z von anderen Generationen?
Es gibt zum Beispiel die Onlinebewegung «Financial Independence Retire Early» der Gen Z. Ihr Ziel ist es, möglichst schnell viel Geld zur Seite zu legen, um dann schon bald nicht mehr arbeiten zu müssen. Diese Bewegung verfolgt schon sehr andere Ziele als jene, die man der Vorgängergeneration, der Gen Y, zuschreibt. Diese stand oder steht für Work-Life-Balance. Und laut Erhebungen fing die Gen Y erst mit 32 Jahren mit dem Geld-zur-Seite-Legen an. Und die noch älteren, die Boomer, sparten erst ab 35 Jahren.
Wie hoch ist die Sparquote über alle Generationen in den USA?
Laut einer Erhebung aus dem April liegt die Sparquote in den USA bei 2.6 Prozent. Eine Umfrage ein Jahr zuvor wies noch eine solche von fast 6 Prozent aus. Es gibt aber auch immer wieder Untersuchungen, die zeigen, dass sich rund ein Drittel aller Amerikanerinnen und Amerikaner eine plötzlich notwendige, unvorhergesehene Ausgabe in Höhe von 500 Dollar nicht leisten könnte. Sie müssten dann die Kreditkarte anzapfen. Grundsätzlich ist die Sparquote in den USA immer wieder ein heiss diskutiertes Thema. Und angesichts der derzeit grossen Unsicherheiten gibt es gute Gründe aus Sicht der jungen Gen Z, möglichst schnell möglichst viel Geld zur Seite zu legen.