Industriekonzern Oerlikon wechselt den Chef aus

Der Industriekonzern OC Oerlikon hat einen neuen Konzernchef: Der frühere Siemens-Manager Roland Fischer löst den bisherigen CEO Brice Koch ab. Im vergangen Jahr geriet der Konzern tief in die Verlustzone.

Roter Schriftzug oerlikon am Firmengebäude in Zürich Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Technologiekonzern Oerlikon befindet sich im Umbruch - ein neuer Chef soll es richten. Keystone

Beim Industrie-Unternehmen OC Oerlikon (Maschinen- und Anlagenbau) kommt es überraschend zu einem Chefwechsel. Per sofort übernimmt Roland Fischer das Steuer, Brice Koch verlässt den Konzern. Fischer solle die Strategieumsetzung beschleunigen, heisst es in einer Mitteilung.

Den Konzern neu positionieren

Mit Fischer werde ein «ausgewiesener Industriefachmann mit umfassender Expertise in den Schlüsselindustrien und -märkten» zur Umsetzung der Strategie beauftragt. Fischer verfüge über breite Erfahrung im Ingenieurwesen und in der operativen Führung und hat einen beeindruckenden Leistungsausweis im Aufbau und Wachstum von Geschäften.

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Wechsel auch im VR

Nicht nur an der operativen Spitze des Konzerns gibt es Veränderungen. Wechsel stehen auch dem Verwaltungsrat (VR) bevor: Gerhard Pegam, Michael Süss und Hans Ziegler werden zur Wiederwahl vorgeschlagen; Mary Gresens, Mikhail Lifshitz und Johan van de Steen werden nicht mehr antreten.

Oerlikon wolle sich als der weltweit führende Anbieter für Oberflächenlösungen und moderne Werkstoffe etablieren. Fischer war zuletzt Chef der «Power and Gas»-Division von Siemens.

Hoher Verlust und weniger Umsatz

Im letzten Geschäftsjahr machte OC Oerlikon in den fortgeführten Bereichen einen Verlust von 418 Mio. Franken. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 202 Mio. erzielt. Auch operativ schnitt der Konzern schlecht ab: Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) war mit 306 Mio. negativ. Hohe Restrukturierungkosten und Wertberichtigungen drückten auf den Gewinn. Der Umsatz sank um 5,5 Prozent auf 2,7 Mrd. Franken.

Die Aktionäre sollen trotz hohem Verlust eine unveränderte Dividende von 0.30 Rappen je Aktie erhalten. Im laufenden Jahr erwartet OC Oerlikon eine Erholung der Hauptmärkte. Der Umsatz soll auf 2,5 bis 2,3 Mrd. Franken weiter schrumpfen.