Die jährlich erscheinende Studie «Eckdaten der Fitnesswirtschaft DACH 2026» vergleicht die Fitnesslandschaft in der Schweiz mit jener in Deutschland und Österreich. Bei genauem Hinsehen zeigen sich einige Unterschiede.
1. Die Schweizer Bevölkerung trainiert überdurchschnittlich viel
16 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind in Fitness- oder Gesundheitscentern angemeldet. Das ist mehr als in Deutschland (14.8 Prozent) und Österreich (14.6 Prozent). «Die Schweiz nimmt eine Vorbildrolle für die Region ein», heisst es in der Studie. «Ein wesentlicher Faktor für die Spitzenposition der Schweiz ist die finanzielle Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen in zertifizierten Fitnessanlagen.» Viele Krankenkassen unterstützen eine Mitgliedschaft mit Bonusprogrammen. In Deutschland und Österreich fehle ein flächendeckendes Modell, heisst es weiter.
2. Ü50 macht weniger
Während von den Unter-30-Jährigen fast 19 Prozent trainieren, sind es bei den Über-50-Jährigen deutlich weniger: 9.4 Prozent. Die Studienautoren sehen einen klaren Handlungsbedarf für die Branche, «denn speziell diese Zielgruppe benötigt regelmässiges Fitnesstraining, um möglichst lange in hoher Lebensqualität leben zu können». Marcus Schwedhelm, Präsident des Verbands Swiss Active, sieht bei vielen Anbietern einen starken Fokus auf die Jüngeren. Er sagt: «Wenn man eine entsprechende Positionierung des Centers hervorhebt, vor allem über das Thema Gesundheit und Prävention, dann erreicht man die Über-50-Jährigen sehr gut.»
3. Es eröffnen immer neue Fitnesscenter
Ende 2025 gab es in der Schweiz 1441 Anlagen. Das sind 46 mehr als noch im Jahr zuvor. Auch in Deutschland und in Österreich sind mehr Anlagen entstanden. In der Schweiz sind rund die Hälfte Einzelanlagen, also unabhängige Center. 569 gehören zu Ketten, und 140 sind sogenannte «Special Interest Center». Diese wachsen besonders stark.
4. «Special Interest Center» sind beliebt
«Special Interest Center» fokussieren sich, entweder auf eine bestimmte Kundengruppe oder auf ein spezifisches Angebot. Meistens handelt es sich um kleinere Center, sie haben durchschnittlich 176 Kunden und Kundinnen. Sie setzen etwa auf Luxus und haben exklusive Wellnessanlagen, oder sie bieten ausschliesslich Indoor-Cycling oder Training mit Elektromuskelstimulation an. Oftmals sind diese Angebote hochpreisig.
5. Ein durchschnittliches Monatsabo kostet 83 Franken
Im Vergleich ist ein durchschnittliches Schweizer Fitnessstudio deutlich teurer als ein Pendant in Deutschland oder Österreich. 83 Franken werden pro Monat fällig. In Österreich sind es 52 Franken, in Deutschland 49 Franken. Im Verhältnis zum Nettoeinkommen sind die Mitgliederbeiträge aber vergleichbar: Sie machen rund 2 Prozent aus.