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Kühles für den Mund Glaceverkäufe steigen bei Hitze – drei Sorten schwingen oben aus

Drei Gründe, weshalb der Umsatz in der Schweiz wächst – und andere Fakten zu unserem Umgang mit dem beliebten Dessert.

So gross ist die Lust auf Glace: Schweizweit wurden im vergangenen Jahr knapp 60 Millionen Liter verkauft – ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das macht pro Person etwas mehr als sechs Liter. In den Nachbarländern ist die Lust auf Glace laut dem Verband Schweizerischer Glaceproduzenten etwas grösser, gesamteuropäisch liegt die Schweiz im Mittelfeld.

Der Sommer ist matchentscheidend: Die Gelateria di Berna macht nach Angaben von Mitgründer und -besitzer David Amrein von Juni bis August zwei Drittel ihres Jahresumsatzes. Etwas tiefer ist der Anteil bei industriellen Herstellern wie Froneri, die unter anderem das Raketen- und Mövenpick-Glace produzieren. Froneri macht gemäss Schweiz-Chef Reto Lüchinger 40 bis 50 Prozent des Jahresumsatzes in den Sommermonaten.

Nahaufnahme von verschiedenen Eissorten in einer Eisdiele mit einer Hand, die eine Kugel serviert.
Legende: Gelaterie im Aufwind: In der Schweiz gibt es einen Trend hin zu hochwertigeren Glaces – was letztlich zu höheren Preisen führt. Keystone / ENNIO LEANZA

Deshalb wächst der Glacemarkt: Weil die Bevölkerung wächst. Weil wir «tendenziell längere und wärmere Sommer» haben, wie Reto Lüchinger sagt, der zugleich den Verband Schweizerischer Glaceproduzenten präsidiert. Aber auch, weil der Trend Richtung Premiumprodukte geht: Die Konsumentinnen und Konsumenten greifen vermehrt zu teureren Glaces. Das steigert den Umsatz der Hersteller. «Es geht in die Richtung, dass es lokale Produkte sind, hochwertige Produkte – und der Preis eher höher ist», sagt David Amrein von der Gelateria di Berna im «Eco Talk».

So viel macht die Hitze aus: Viel. An einem guten Sommertag sind laut Reto Lüchinger «Zusatzumsätze im zweistelligen Prozentbereich» gegenüber durchschnittlichen Tagen möglich. Allerdings kann es – je nach Absatzkanal – auch zu heiss sein. Bei der Gelateria di Berna bilden sich häufig Warteschlangen vor dem Glacestand. Nicht aber, wenn es zu heiss ist: «Dann beobachten wir sinkende Verkaufszahlen», sagt David Amrein.

Das zieht am meisten: Vanille, Erdbeere und Schokolade. «Sie sind die Weltmeister der Geschmacksrichtung», sagt Reto Lüchinger.

So konsumieren die Menschen: Gut die Hälfte des Glaceabsatzes in der Schweiz erfolgt über den Detailhandel, wird also vornehmlich zu Hause konsumiert. Die andere Hälfte wird ausser Haus konsumiert: 20 Prozent über die Gastronomie, 30 Prozent sind sogenannte «Impuls-Käufe», also quasi ein «Stängeli für unterwegs» (hierzu zählen auch Einzelverkäufe bei den Detailhändlern).

Viele Gelaterie, aber keine Statistiken: Gelaterie und kleinere Eisdielen etablieren sich mehr und mehr im Markt, das bestätigt der Glaceverband. Neben einigen wenigen internationalen Herstellern gebe es ganz viele kleine, regional verwurzelte. Zahlen zu ihrem Marktanteil existieren aber nicht.

Eco Talk, 22.6.2026, 22:25 Uhr ; 

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